Zitat von Blind-Meg: Ich glaube, sowas ist tatsächlich an ein Alter gebunden, und zwar an ein fortgeschrittenes. Mit der Jugendliebe und dem 1. längeren Partner ehrr selten (es sei denn, man erwischt so früh zufällig jemanden, der wirklich gut passt). Aber mit den danach folgenden Erfahrungen, nach einer Trennung oder gar Scheidung, da hat man viel über sich gelernt und über den Umgang mit Erwartungen, und auch, welche Eigenschaften ein Partner unbedingt oder auf keinen Fall haben sollte. Und mlt dem Partner, den man dann findet, mit all dem Wissen und all den Erfahrungen, mit dem kann es dann richtig schön werden.
Ich glaube, dass es drei Arten von Beziehungen gibt. Die Jugendbeziehung, die Elternbeziehung und die Erwachsenenbeziehung.
Die Jugendbeziehung ist eher unbeschwert und noch weitgehend frei von größeren Alltagssorgen.
Die Elternbeziehung ist die schwierigste, weil man als Paar lernen muss, dass man nicht mehr nur für sich verantwortlich ist und sie birgt viel Alltagsstress und Organisation, viele Risiken und Sorgen, die die Paarbeziehung belasten können. Nicht selten sind sie dafür da um sich selbst zu verwirklichen (Eigenheim, Kinder, Hund, Umfeld). Manche fassen zu dieser Zeit erst so richtig Fuß im Job oder orientieren sich um. Nicht wenige trennen sich in oder am Ende dieser Zeit. Oder beginnen Affären.
Bei der Erwachsenenbeziehung ist es so, dass man sich ganz schön entwickelt hat und gereift ist, manchmal auch durch eine Trennung/Scheidung. Die Kinder haben sich so weit entwickelt, dass sie selbstständig sind und man kann wieder Zweisamkeit genießen und neue Welten erkunden. Man hat wieder mehr Zeit für sich und den Partner. Man hat gelernt, dass im Leben nichts selbstverständlich ist und einfach so dahinplätschern muss.
Wer alle diese drei Beziehungen glücklich mit dem selben Partner durchleben kann, hat Glück gehabt. Das schafft man, wenn man im Austausch bleibt und sich gemeinsam entwickelt, sich gegenseitig den Rücken stärkt, wertschätzt und sich Aufmerksamkeit schenkt. Vor allem auch die Sorgen des anderen Ernst nimmt und sich ohne Einschränkungen respektiert Dann bleibt auch das Körperliche automatisch am Leben.
Sollte man eine Erwachsenbeziehung neu eingehen, weil es vorher zur Trennung kam, hat diese andere Voraussetzungen, weil man sich eben viel mehr auf sich und den Partner konzentrieren kann als vorher und als Mensch schon ziemlich "fertig" ist, indem man weiß, was man will und nicht will. Was gut war und schlecht war. Was man selbst verbockt hat und nichts selbstverständlich ist. Oft steht man dann auch selbstbewusst und routiniert im Berufsleben. Weniger Überraschungen, weniger Hektik.
Soweit meine Theorie.