Zitat von Isabe90l: es stimmt zwar, dass sein Verhalten dir gegenüber alles andere als in Ordnung ist, allerdings besteht gerade eine Ausnahmesituation.
Ja, und was ist mit der TE? Die befindet sich ebenfalls in einer Ausnahmesituation. Sie ist schwanger, ihr wird extrem Druck gemacht, dass sie abtreiben soll, sie wird beleidigt und sie wird beschimpft.
Zitat von Jullia: Er könnte sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, er wüsste nichtmal mehr, wie sein Leben weitergehen soll, er hätte im Moment keine Hoffnung mehr und große Ängste.
Und Jullia? Glaubst du, sie hat keine großen Ängste, so wie gerade mit ihr umgegangen wird?
Zitat von Isabe90l: Ich würde auch wahnsinnig werden, wenn ich meine Familie verlieren würde, das ist kein Erlebnis, was man einfach verarbeiten und wegstecken kann, das kann psychische und gesundheitliche Folgen haben.
Während der Schwangerschaft bedroht und unter Druck gesetzt zu werden, kann ebenfalls psychische und gesundheitliche Folgen haben. So war es ja bereits, wenn du dich an die Szene im Krankenhaus erinnerst, an die Bauchschmerzen, die sie einige Zeit vorher hatte und so weiter.
Zitat von Isabe90l: Für ihn sind die Menschen, die ihm wahrscheinlich viel bedeuten, schlagartig weg, die Menschen, die ihm viel bedeuten, beschimpfen ihn, wünschen ihm gar den Tod, das ist traumatisch. In diesen Kulturen hat das auch nochmal eine ganz andere Bedeutung, das können wir uns hier gar nicht vorstellen.
Ja. Und von Jullia wird erwartet, dass sie ihr Kind abtreibt. Was glaubst du, was das für sie bedeutet?
Zitat von Isabe90l: Menschen reagieren in solchen Ausnahmesituationen nicht vernünftig, nicht logisch, nicht fair.
Meiner Meinung nach steckt Jullia ebenfalls in einer Ausnahmesituation. Und reagiert dennoch weit empathischer als ihr Partner.
Zitat von Isabe90l: Ich möchte diesen Mann nicht völlig schlecht reden, er ist das Risiko eingegangen, obwohl er ahnte, dass es schlecht enden könnte, er ist es eingegangen, weil er dich wahrscheinlich liebt, weil er mit dir leben möchte, ich sehe das schon als Beweis dafür, dass er es ernst mit dir meint.
Ja, und jetzt, wo es ernst wird, steht er weder zu ihr, noch zu dem Kind.
Ich verstehe nicht, wie man mit derart ungleichem Maß messen kann.
@Jullia , ich ertrage es schon beim Lesen kaum, was du da beschreibst. Ich möchte gar nicht wissen, wie es dir erst gehen muss.
Dein (ehemaliger?) Partner reagiert in einer Weise unempathisch, die für mich jedes Maß sprengt.
Es scheint wirklich, als wolle er dich mit allen Mitteln der emotionalen Erpressung zu einer Abtreibung bewegen, die du nicht willst. Ansonsten - so suggeriert er - zerstörst du sein ganzes Leben.
Wie er auf deine Schilderung reagiert hat, wie es dir im Krankenhaus erging, zeigt, dass er nicht einmal mehr im Ansatz fähig ist, sich in dich hineinzuversetzen oder Empathie für dich und euer (!) Kind zu empfinden. Es geht nurmehr um ihn und um die Konsequenzen, die er selbst tragen muss, wenn du das Kind bekommst.
Wie es dir geht, interessiert ihn nicht - das zeigt er ja nach deinen Schilderungen nur allzu deutlich. Weder interessiert ihn dein körperlicher, noch dein psychischer Zustand.
Ich würde dir gern raten, den Kontakt zu ihm vorerst abzubrechen. Zwar kann ich nicht beurteilen, ob er dir auch physisch gefährlich werden würde, aber ich finde, du musst dich allein schon vor der emotionalen Gewalt schützen, die er dir gerade antut. Seine andauernden Erpressungsversuche müssen dich doch völlig fertigmachen. Und ebenfalls sein fortgesetztes maximal unempathisches Verhalten.
Spräche etwas dagegen, ihm anzukündigen, dass du die nächsten - sagen wir mal mindestens drei - Wochen keinen Kontakt zu ihm wünschst?
Vielleicht lassen anschließend seine Versuche nach, dich psychisch unter Druck zu setzen, deine Schwangerschaft abzubrechen und man kann wieder halbwegs vernünftig mit ihm reden?
Wenn er nämlich Medizin studiert, muss auch ihm klar sein, dass du die Schwangerschaft in drei Wochen gar nicht mehr abbrechen kannst und darfst.
Es könnte immerhin sein, dass er unter anderem deshalb gerade so einen Terror macht, weil er weiß, dass aus seiner Sicht die Zeit davonläuft.
Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!