Zitat von Jeannie89: Es geht hier, und ich weiß gar nicht ob das gut oder schlecht ist, nur um sein Auto. Bank hab ich schon geschrieben.
Haus läuft schon komplett über mich.
Perfekt!
Freu Dich. Sein Auto kann Dir schnurzpiepe sein. Und Dein Haus ist Dein Haus. Genau so meinte ich das mit der organisatorischen Trennung. Die Kreditraten für sein Auto ist dann so wichtig wie "in China hat's geschneit".
Zitat von Jeannie89: krieg es aber in so krassen Situationen nicht voll hin.
Natürlich nicht. Hab ich auch nicht. Das bekommt niemand 100% hin. Wir sind doch keine Maschinen.
Du tust, was Du kannst, mit dem, was Du hast. Mehr kann niemand von Dir verlangen. Und da werden auch Tage dabei sein, wo Du es richtig falsch machen wirst, weil Du völlig entkräftet bist und es so unfair ist, dass einer alles kaputt machen "darf" und der andere seine Lebenszeit mit schützen, heilen, helfen verbringt. Und dann verzeihst Du Dir und entschuldigst Dich bei Deiner Tochter und am nächsten Tag hast Du wieder mehr Kraft.
Solange Deine innere Einstellung stimmt, wirst Du Dich und Deine Tochter durch diesen Mist durchbekommen.
Zitat von Jeannie89: Dadurch dass ständig ein anderes Thema präsent ist, fühl ich mich nur getrieben.
Ja, das ist genau diese Form von Macht über Dich, die er ausüben kann. Ständig Chaos, ständig Mangel, ständig Unsicherheit, so dass Du nur am Reagieren bist und sich am Ende alles um ihn und seine Themen dreht.
Wenn dieses Gefühl aufkommt, dann setz Dich fünf Minuten hin und atme in 4 Sekunden ein und in 6 Sekunden aus. Richte den Rücken gerade, senke die Schultern, wieder 4 Sek. ein, 6 Sek. aus. Du darfst beim Ausatmen auch Summen, das beruhigt den Vagusnerv. Und dann schreib Dir die Dinge auf, die absolut unerlässlich brauchst. Z.B. Unterkunft, Essen, eine Dusche alle 2 Tage, zu wissen, dass es Deiner Tochter gut geht, etwas Geld, etc. pp.) Und dann machst Du bei allem, was Du davon hast und was er Dir nicht nehmen kann, egal wieviel Chaos er verursacht, einen Haken dran.
Und dann erkennst Du, dass alles, was von ihm kommt, nur Getöse ist, das Dir nicht wirklich gefährlich werden kann, wenn Du Dich weigerst, darauf einzugehen.
Du hast Dich in all den Jahren um alles gekümmert. Es hat bei mir etwa 2 Jahre gedauert, bis ich wirklich bis zum innersten Kern verstanden habe, dass sein Chaos NICHT mein Thema ist.
Zitat von Jeannie89: Und völlig k.o. - auch da, ich dachte nicht, dass es noch schlimmer kommen könnte.
Du leitest unglaublich viel emotionale Arbeit und bist selbstverständlich erschöpft. Gesteh Deinem Körper zu, so zu reagieren. Und finde Kraftquellen. Ich habe mich an die Burnout-Präventionsempfehlungen gehalten und habe nun schon fast 10 Jahre durchgehalten.
Zitat von Jeannie89: Deshalb frag ich mich auch die ganze Zeit, was umgangstechnisch sinnvoll ist
Ja, das ist ein Dilemma.
Ich hatte unheimliches Glück, dass mein Ex zu seiner Next und damit 600 km weit weg gezogen ist. Dadurch ergaben sich längere Abstände zwischen den Umgängen und dafür längere Umgänge am Stück ganz von selbst. Das hat unseren Sohn aus meiner Sicht vor einer zu frühen Depression gerettet.
Ich war ohne meinen Ex bei der bezierklichen Erziehungsberatung und hab dann einfach gemacht.
Zitat von Jeannie89: Hast du das selbst reduziert oder mit Hilfe von JA/Gericht?
Ich habe Kontakt zum JA gehalten, besonders aber zur Erziehungsberatung. Vor Gericht war ich nie, weil ich damit wieder seinen Wunsch, Aufmerksamkeit zu bekommen und Kontrolle ausüben zu können, gefüttert hätte. Ich habe viel ausgesessen und darauf vertraut, dass er selbst nicht fähiger wird als ich ihn in Erinnerung habe. Ich erinnerte ihn nicht an Umgänge und so hat er öfter mal den falschen Tag oder die falsche Uhrzeit genommen oder sein Tank war leer. Meine Antwort daraufhin: Das tut mir leid. Ich habe mir "XYZ" notiert und wir sind jetzt auch nicht zu Hause. Kommst Du noch am ... um ... oder soll ich unserem Kind Bescheid sagen?
Väter, die so drauf sind wie mein Ex, stolpern meist genug über die eigenen Füße, wenn man als Co-Elternteil nicht dafür sorgt, dass alles glatt geht. Manchmal geht das auch zu Lasten des Kindes. Aber ich bin mittlerweile extrem konsequent darin, mich nicht mehr vor den Karren meines Ex spannen zu lassen. Und aus eigener Kraft können sie sehr viel weniger als Du glaubst.