Les.dich.ein.
Ehrlich. Ich habe davor auch genau gedacht wie du und jetzt ziehe ich mir diesen Schuh von wegen "Hätt ich dies oder das gesagt" und 'warum will er mich auf einmal nicht mehr' erst gar nicht mehr an. So kommt man durch jeden Liebeskummer schneller und ohne zu große und tiefe Kratzer durch. Mal sehen, ob ich es kurz hinkriege:
Wir sind mit einem Bindungs-Wunsch geboren. Das ist einfach Evolution- wir brauchten andere Menschen zum Überleben, damals.
Jetzt hat man aber verschiedene Erfahrungen als Kleinkind, mit den Eltern, die einem signalisieren, wie viel Bindung wir von denen bekommen und erwarten können. Das prägt gabz ganz ganz doll; mitunter für den Rest des Lebens. Dazu muss gar kein 'verhunztes' Elternhaus da gewesen sein. Gar nicht. Mein Bruder zB möchte einfach alles richtig machen, als Vater, tut es aber unwissentlich nicht. Oder mal ein Beispiel meiner Mutter: Sie hat uns abgöttisch geliebt und trotzdem kamen Dinge wie: Sie musste beruflich manchmal einfach eine Woche weg und mein Vater musste auch nachmittags immer zurück auf die Arbeit (arbeitete aud Liebe zu uns extra so viel wie möglich nach Hause). Normal, oder? Nicht vermeidbar, oder? Ja. Allerdings prägen solche Dinge. Ich erinnere mich, jedes Mal als Kind geweint zu haben, Al's Papa wegfuhr. Später hab ich bei der Mama nicht mehr mit der Schulter gezuckt.
- beide Eltern liebten uns. Aber was meinst du habe ich dadurch gelernt? Ih miss alleine klarkommen, mich nicht zu stark binden, sonst tut es weh. So bin ich jetzt in meinen Beziehungen. Allerdings: Evolution! Ich möchte im Grunde wie jede Mensch eine sichere Bindung. Das ist mir jetzt erst bewusst. Daher ping-pong-e ich eben oft zwischen Nähe und Distanz.
--- so wie dein aktueller Mann indeinem Leben.
Sieht er, du ziehst ich zurück, gehen bei ihm Alarmglocken los, da er auch die Bindung will (aber nicht komplett zulassen kann). Dann schreibt er mehr, kümmert sich.
Ich vermute, du hast vielleicht eher einen anxious attachment, eventuell? Jedenfalls, wenn du ihn zu stark zu erkennen first, dass du aber Bindung willst, gehen bei ihm AUCH die Alarmglocken an. Das hat erstmal Null mit dir zu tun, sondern mit seinen früher Erfshrungen mit Nähe und Bindung. Er will eben beides und im Moment bekommt er genau das, mit diesem Schwebezustand zwischen euch. Die Sicherheit, dass du da bist und willst (das weiß er ja 150%), aber auch die Distanz.
Problem ist, dass sein Rückzug abwr standing deine evolutionären Alarmglocken aktivieren (und das fühlt dann zu körperlichen Symptomen und Gedankenspiralen). Immerhin stent laut Evolution nicht weniger auf dem Spiel als deine Sicherheit/dein Überleben! Ohne Bindung sind wir ausgeliefert- denkt unser Gehirn.
Wie du siehst: Da steckt viel viel mehr hinter als nur ne andere oder ich bin nicht gut genug. Vielleicht gibt es ne andere irgendwann aber auch dann: die sucht er sich dann, weil sie seinem Muster irgendwie rein passt. Weil er da die illusion wieder hat, Bindung und sicherheit zu haben, ohne das er sich da wirklich emotional engagiert.
War jetzt doch nicht so kurz

Aber les so viel du kannst über das Thema