Hey @Sunnysa
Ich finde es toll, daß Du Deinem Verhalten auf dem Grund gehen willst und auch die Idee mit dem Tagebuch ist gut. Bevor wir über Tipps reden, habe ich aber noch ein paar Fragen.
Trotz mehrfachem Lesens (vielleicht habe ich es ja dennoch überlesen) ist mir nicht klar, warum Du wütend geworden bist. Das meine ich so konkret, wie es nur irgendwie geht. Was war eigentlich der tatsächliche Auslöser?
Daß Dein Freund noch bei seiner Mutter war? Hattet Ihr das anders verabredet? Daß Bild, welches er geschickt hat, was also demonstrierte, daß er noch bei seiner Mutter ist? Die Tatsache, daß Du die Einkäufe im Bus vergessen hast? Oder daß Du aufgrund des Bildes die Einkäufe im Bus vergessen hast?
Meinst Du ohne das Bild, hättest Du diese nicht vergessen? Und hättest Du Dich auch so aufgeregt, wenn Du einfach nur die Einkäufe vergessen hättest?
Warst Du vorher gestresst? Vom Einkaufen oder im Bus? Oder hast Du dich auf auf Deinen Freund gefreut?
Sorry, wenn meine Fragen da sehr spezifisch sind, aber ich habe immer noch nicht ganz verstanden, was da eigentlich für Dich oder in Dir passiert ist.
Die zweite Sache bei der ich nachfragen möchte ist das hier:
Zitat von Sunnysa: Ja, an eine Verhaltenstherapie habe ich bereits gedacht. Ich habe das für selbstverständlich betrachtet, dass ich mich auslassen kann. Das war aber falsch. Ich habe ihn einfach zu wenig gewertschätzt.
Warum hast Du das für selbstverständlich gehalten? Wo kommt das her? Kennst Du Beziehungen, in denen das so gelebt wird? Oder ist das Dein Verständnis von einer Beziehung, daß man dem anderen alles ungefiltert sagen kann, eben auch, wenn man sich besonders geärgert hat?
Nun zu den Tipps: Wenn man sein eigenes Verhalten ändern möchte ist das erst einmal ein großer Schritt. Es ist aber gleichzeitig auch ein langer Weg, weil es bedeutet, daß man etwas neu lernen muß. Es ist wie beim Lesen oder Laufen lernen, die Erkenntnis, daß man Lesen/Laufen können möchte, ist das eine, bis man es kann, fällt man aber ganz oft hin oder müht sich Buchstabe für Buchstabe, Silbe für Silbe mit Worten ab.
Wichtig ist, daß Du Deinen Freund da mit ins Boot holst. Es wäre schon sehr wichtig, daß er Dich in Deinem Bemühen unterstützt. Vielleicht könntet Ihr ein Codewort ausmachen, welches er benutzt und Du in jedem Fall hörst! Wenn er zB Schildkörte sagt oder etwas anderes vielleicht auch lustiges, weißt Du, daß Du Dich erst einmal zurück ziehst oder in jedem Fall Deinen Ton ändern mußt.
Außerdem würde ich es mal mit Meditation probieren. Da gibt es inzwischen ziemlich coole Videos und auch Programme, die echt nett gemacht sind und auch bekenntnisfrei ablaufen. Eins der bekanntesten heißt Headspace aber es gibt viele andere auch. Wenn Du das regelmäßig machst, dann lernst Du Schritt für Schritt, die Zeit zwischen Gefühl wahrnehmen (ich bin verärgert) und darauf zu reagieren (laß ich sofort alles ungefiltert raus) deutlich zu verlängern und allein das wird schon eine Änderung herbeiführen.
Alles Gute für dich!