Schönen guten Abend @Lisawayne, auch wenn es sich für dich nicht so anfühlt.
Du schreibst gut und reflektiert. Der Text ist ausführlich und natürlich emotional.
Rationell erklärt, mag vielleicht ein Perspektivenwechsel helfen. Also wieso hat er gehandelt wie er es tat und wieso es am Ende besser ist, jetzt neu zu starten. Warum ich dieser Meinung bin? Steht am Schluss meines Beitrags - ja ist wie eine schlechte Reportage ich weiß

2,5 Jahre habt ihr euch Zeit gegeben, es versucht und sicher auch tolle Zeiten gehabt. Corona hat das vorhersehbare Ende wohl nur noch beschleunigt. Ich empfinde dich als empathischer als ihn, was natürlich subjektiv ist. Dennoch geht er mit Krisen anders um als du.
Das Geld dass dich irgendwann störte, war sein Weg dir zu zeigen dass du ihm nicht egal bist, dass er für euch sorgen kann und dich nicht hängen lässt. Du fühltest dich plötzlich zu was verpflichtet. Da ihr das nie besprochen habt, wusstest du nicht zu was und er stopfte immer mehr nach.
Das Ernst nehmen, das was dir fehlte, waren wohl Antworten auf Fragen die er nicht kannte. Ich lese das so raus, als wäre eure Kommunikation recht rudimentär gewesen. Das nötigste, das banale, aber nicht das Tiefe. Daher sollte man ihm keinen Vorwurf machen. Er hat dich einfach nicht verstanden und am Ende auch so reagiert wie er reagierte - er verschwand ohne ein klärendes Gespräch. Man fängt nicht ein was über 2 Jahre nie richtig ans Licht kam. Entschuldige den Vergleich; aber es ist wie beim Sex. Wenn man anfangs nicht sagt und zeigt was man mag oder gerne macht, oder erleben möchte, dann fährt jeder sein Programm, man findet eine Schnittmenge und kommt Jahre nicht drauf dass die eigene Partnerin vielleicht mal .... erleben möchte.
Die Witze die er machte können sein dass er dich nicht ernst nimmt, ich vermute eher es ist sein Weg mit den Konflikten umzugehen. Das erscheint dir unreif, er kann nicht anders. Natürlich findet ihr da nicht zusammen.
Warum ich also final glaube dass es besser ist? Menschen bleiben in schlechten Beziehungen, genauso wie sie oft in schlechten Berufen bleiben bei denen man sich auf Freitag freut und Montage hasst; Sie haben Angst.
Angst davor dass es ja noch schlechter werden könnte.
Doch die Wahrheit ist stets eine andere. Wenn man sich das von außen wie einen Graphen vorstellt bei dem 10 Top ist und man auf einer 3 ist, dann haben alle Angst auf 1 oder 2 zu rutschen und verpassen total 4-10. Menschen haben Angst vor Veränderung. Das steckt in uns. Angst vermeintliche Geborgenheit aufzugeben.
Ein letztes Beispiel aus meiner Branche; Menschen lassen ihr Geld auf einem Sparbuch zu 0,01% liegen. Die Inflation frisst den Ertrag auf. Sie legen keine 5000 Euro in z. B. einem ETF an, ja man könnte da Geld verlieren. Aber wieviel wenn man die Bremse zieht 100, 500 Euro? Würde sich das Leben deswegen elementar verschlechtern? Nein. Würde es sich verbessern wenn man aus den 5000 Euro dann 15000 Euro machen würde? Vermutlich ja.
Zugegeben ein plastischer Vergleich, aber einer der helfen möchte. Derzeit spielen sich in deinem Kopf ganz viele chemische Reaktionen ab und die geben dir dieses miese Gefühl. Die Zeit wird es richten und es ist gut dass du hier bist um das für dich zu verarbeiten.