pejot
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vielleicht kann mir jemand seine Ansichten zu meiner Lage mitteilen. Ich muss es etwas ausführen. Letzten Herbst habe ich jemanden kennengelernt. Wir sind uns öfter schon über den Weg gelaufen, beim Einkaufen, Spazieren gehen und haben festgestellt, wir wohnen in der gleichen Gegend.
Wir haben uns dann irgendwann verabredet, waren öfter mal draußen, während der Feiertage verlor sich durch die Ausgangssperre leider unser Kontakt etwas.
Ich stand bereits längere Zeit auf einer Liste für mögliche Expats. Da ich hier 2 gescheiterte Beziehungen und kaum Freunde habe, hab ich das bereits vorletztes Jahr jedenfalls nicht ausgeschlossen.
Kurz vor Weihnachten kündigte mir mein Vermieter wegen Eigenbedarf die Wohnung, zeitgleich erhielt ich die Möglichkeit, nach Frankreich zu gehen und dachte mir, das passt perfekt, also sagte ich zu.
Im Januar begegnete ich meinem Bekannten wieder. Wir verabredeten uns wieder und waren wieder viel unterwegs zusammen, irgendwann half er mir dann Möbel abzubauen, ich sagte ihm zunächst nicht konkret, was ich vorhabe, nur dass ich ausziehe. Dann ging es recht schnell, er verliebte sich in mich, ich mich in ihn und irgendwann dann erzählte ich ihm auch, dass ich allerdings nicht mehr lange hier sein werde. Für ihn war das ein Schock, trotz dem er kein Typ war, der mit gehen würde und ich das auch klar wusste, und er auch sagte, er kann hier nicht weg, er ist im Handwerk hier tätig und macht gerade seinen Techniker, hat hier gute Aufstiegschancen, wollten wir es probieren.
Durch den Lockdown verzögerte sich alles mit meinem Weggang, und es kam so, dass ich meine Wohnung bereits vorzeitig verlassen musste, jedoch die neue Wohnung noch garnicht bezugsfertig war.
Für mich war es klar, dass ich für diese Zeit bei ihm wohnen werde, etwa vier Wochen. Er war nicht begeistert, es gehe ihm alles zu schnell, aber irgendwie arrangierten wir uns sehr gut, hatten auch eine schöne Zeit, jedenfalls dachte ich das.
Natürlich habe ich einiges an seinem Haushalt verändert und bemängelt, er ist eben ein Mann, wäscht nicht so wie ich das mache, kocht auch nicht so mit jenen Zutaten usw, ich habe glaub ich im Nachinein in den Wochen recht viel kritisiert.
Irgendwie fühlte ich mich allerdings super wohl und mir kam auch irgendwie wieder ein längst verdrängter Gedanke der Familienplanung und ständig sprach ich das Thema an, auch das Thema, er solle sich ein Haus kaufen, da man in seiner kleinen Wohnung einfach selbst zu zweit kaum zusammen sein kann. Ich habe zwischendurch immer mal gemerkt, dass ihn das direkt sauer werden lässt, auch wenn es mehr oder weniger ja nur Spaß war, allenfalls ein Gedankenspiel.
Als ich im März ging, bat ich ihn, mir zu helfen, er nahm Urlaub, half mir mit meinem Umzug und war durch seine Meisterschule ziemlich im Stress, ich glaub ich hab das nicht so sehr beachtet, weil ich selbst auch stark unter Spannung stand.
Also ich angekommen war, gab es für mich natürlich viel zu organisieren, somit konnte ich mich nicht so oft melden, nachdem ich einige Wochen später angekommen und eingerichtet war, wollte ich wieder zu ihm reisen und 1-2 Wochen bleiben, was dank Heimarbeit kein Problem war.
Er lehnte das strikt ab und meinte, dass ihn das alles überladen und überfordert habe. Er habe nichts gesagt, weil er die Stimmung nicht ruinieren wolle, aber er sei der Meinung, ich habe ihm viel Chaos eingebracht und er müsse sich auf seinen Meister konzentrieren, er habe die gesamte Wohnung erst einmal aufräumen müssen und auch halte er die Aussagen von mir "er solle sich ein Haus kaufen" und "Familienplanung" für unverschämt uns absurd, auch habe es ihn genervt, dass ich so viel Durcheinander gemacht hätte und insgesamt versteht er unter "sich kennenlernen" nicht so etwas, dass ich sofort bei ihm einziehe und sein Leben auf den Kopf stelle.
Ich war ziemlich vor den Kopf gestoßen und war auch irritiert. Anfangs war ich sauer, aber das ist jetzt einige Zeit her und mich überkommt Traurigkeit, da ich das Gefühl habe, das wars jetzt.
Er meinte, er habe keine Zeit, dadurch dass er am Wochenende lernen müsse, mich ständig zu besuchen und die paar Mal - er war zwei mal bei mir - wo er da gewesen sei, sei er irgendwie nur handwerklich vor Ort tätig gewesen, hatte er das Gefühl und wir haben weder gemeinsam eine schöne Zeit verbracht noch habe er das Gefühl gehabt, dass ich ihn als Freund habe sehen wollen, sondern ich hätte lediglich die Fragen gestellt, ob er sein Werkzeug mitnehmen könne und Sachen, die schmutzig werden können. Das verstehe er nicht darunter, eine Fernbeziehung zu führen.
Ich habe ihm gesagt, dass das alles nur anfänglicher Stress sei und sich auch legt, daran glaubt er inzwischen nicht mehr.
Ich habe ihn spontan besucht, er war überhaupt nicht begeistert, da er an dem Wochenende ein Online Seminar hatte. Er war auch ziemlich genervt und meinte zu mir in ziemlich klaren Worten, dass das so nicht funktioniert.
Seither ist Funkstille, ich hab ihm Bedenkzeit gegeben, seit Juni aber nur noch sporadisch etwas von ihm gehört und weiß nicht, was ich tun soll.
Hätte ich gewusst, wie sich das alles entwickelt bei uns, wäre ich nie weg, aber ich dachte, er entwickelt mehr Flexiblität. Auch hat er ein großes Problem, wenn ich bei ihm bin und er lernen muss, da ich eben auch jemand bin, der gern viel redet. All das stört ihn plötzlich, auch dass wir die wenige Zeit, die wir hatten, nie so genutzt hätten, wie er sich es vorgestellt hätte.
Jedesmal, wenn wir uns gesehen haben, haben wir eben viel organisiert und viel Kram erledigt, nichts unternommen.
Manchmal frage ich mich, ob ich ihn wirklich überladen habe oder ob er nichts aushält.
