An alle,
bitte, bitte nicht falsch verstehen, seit Stunden versuche ich die richtigen Worte zu finden um niemanden hier zu verletzen, aber ich finde sie nicht.
Ihr "Verlassenen" seit in der komfortablen Rolle der Opfer. Es ist leichter sich hin zu stellen und Antworten zu verlangen. Ihr benutzt Begriffe wie "reife" Menschen und Beziehungen. Urvertrauen, Anstand, Fairness und, und, und. Ich kann es gar nicht alles wiedergeben.
Und wir Täter stehen "vor Gericht" und sollen uns erklären. Das sind wir euch schuldig.
Aber wenn wir "es" euch nicht sagen können. Wenn wir unsere Gefühle und Gedanken, die uns dazu bewogen haben euch zu verlassen, nicht in Worte fassen können. Was ist dann?
Wenn wir einfach nur wissen "es" ist richtig und gut für UNS, und wir wollen nicht mehr auf den ollen
Kamellen rumreiten. Wann ihr uns blockiert, beleidigt, verletzt, gedemütigt habt. Wir können es nicht mehr auf den Tag, die Stunde und Situation genau sagen, was wann und warum mit uns passiert ist.
Was ist dann? Die Leere im Kopf, im Herzen, in jeder Faser unseres Körpers ist da und schmerzt.
Es schmerzt, dass wir nicht mehr auf euch zugehen können, es schmerzt das wir euch lieben aber nicht so wie es sein sollte, es schmerzt so vieles. Und wenn ihr uns fragt, können wir all die Kinder doch nicht beim Namen nennen.
Wir sind genau so blockiert und verängstig wie ihr. Und wir müssen trotzdem weiter machen, Tag für Tag.
Wir müssen damit leben, gehasst und gleichzeitig geliebt zu werden. Wir müssen genau so jeden Tag aufs neue aufstehen, in den Spiegel schauen, essen, trinken, atmen, funktionieren.
Ich habe verschiedene Foren gefunden, in denen Verlasser ihren Gemütszustand direkt nach der Trennung, nach Wochen, Monaten und Jahren wiedergeben. Alle, absolut alle, die gegangen sind ohne das sie gleich in das nächste warme Bett gehüpft sind (was ich persönlich nebenbei erwähnt für das aller letzte halte) leiden auch. Sie leiden anders, aber nicht weniger.
"Nur" weil wir unseren Plan vom Glück und dem einen Leben, welches wir auch nur haben, nicht mehr mit dem bisherigen Partner gestalten können, weil es zu viele Faktoren gab die uns von dem anderen getrennt haben, müssen wir auch einen steinigen Weg gehen. Wir fallen auf die Nase, immer und immer tut es weh, aber wir müssen auch wieder aufstehen, denn es ist genau der Weg den wir gehen wollten. Ohne euch.
Ich erwarte kein Verständnis, bei Gott nicht. Und ich betone nochmals, es gibt ganz viele Menschen die aufgrund ihres Charakters und Egos andere Menschen behandeln wie den letzten Dreck. Aber ich bin sicher, jeder, der einen anderen mit Füßen tritt bekommt früher oder später seine Strafe, und diese wird nicht zu knapp ausfallen.
Und die Menschen, die von einem Bett ins nächste hüpfen, werden nie glücklich werden. Weil sie unfähig sind sich selbst zu genügen, Zitat: nur wer mit sich selbst glücklich ist, kann es auch mit einem anderen werden.
Diese Menschen gehen entweder immer den einfachen Weg (Finanzen und bloss nicht alleine sein müssen) oder sind zu einer wirklichen Liebe und Zuneigung nicht fähig. Sie benutzen andere immer nur. Bis auch sie benutzt werden.
Und dann gibt es noch so ein paar Exoten wie mich, Viky, und ein paar andere hier im Forum. Welche Strafe haben wir verdient? Wir sind genug gestraft, weil wir einen anderen Menschen, der uns vertraut hat, für den wir alles waren, auf das schlimmste verletzt haben. Wer seinen Kopf auf dem Hals und sein Herz am rechten Fleck hat, steckt diese Tatsache nicht einfach so weg. Er will ja "nur" glücklich sein, aber mit diesem einen bisherigen Lebenspartner kann er es nicht mehr sein. Aber um dieses Glück zu bekommen, irgendwann, muss er hart, unerbitterlich und vielleicht auch gemein sein. Oder sich aufgeben.
Wir sind keine charakterlosen, eiskalte, hundsgemeine Zombies, die kein Gefühl für sich und andere haben.
Mit dem Ende einer Beziehung stirbt bei uns genau so viel wie bei euch. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Wir zerstören Familien, Träume und Vorstellungen. All das war auch das unsrige. Das war auch unser Leben, unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Es ist alles andere als leicht nach vorne zu schauen, wenn man Trümmerfelder hinter sich lässt. Wie gesagt, wer einigermaßen normal in der Birne funktioniert, leidet auch unter dem was er getan hat um sich selbst eine neue Chance zu geben. Wer nie Egoist war, wird es jetzt. Und es ist nicht schön ein Egoist zu sein.
Ich hör jetzt mal auf mit meiner flammenden Rede. Aber seit Stunden hatte ich diese Gedanken, und die mussten raus. Und ich hoffe und glaube aber auch, dass ich mir jetzt nicht für eine kranke Ar...lochkuh haltet.
Alles Liebe und Gute,
Gobby