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Ich kann nicht abschließen

Zitat von überland:
123456789 hallo guten Abend, es ist nicht immer sowas wie "schuld" damit verbunden sich zu verlieben. Meine Ansicht wäre dass er ...

Nein, ganz platonisch hat er mich nicht gesehen. Aber es war eben auch noch auf einem "niedrigen Niveau". Ein harmloser Flirt zwischen Bekannten. Das Problem/ Aufällige war der lange Zeitraum, über den es sich zog und der Aufwand, der von ihm immer wieder betrieben wurde, um mich zumindest kurz sehen zu können. Dass er mir gegenüber extrem hilfsbereit war. Und dass er zunehmend auf sein Äußeres geachtet hat, wenn er wusste, wir sehen uns an dem Tag (auch das waren Nuancen, aber sie waren zu bemerken). "Der Pfau spannt sein Rad" hat eine Freundin es mal genannt.

Ich habe es ja schon mal geschrieben: ich bin mir bewusst, dass ich zu dem Zeitpunkt sehr bedürftig war und sicher allem mehr Bedeutung beigemessen habe als er, der aus einer festen Beziehung heraus geflirtet hat. Problematisch wurde für mich irgendwann einfach die Richtung, in die es lief. Gerade weil ich nicht der Typ für eine Affäre bin und anfing, mir Sorgen zu machen, in eine hineinzurutschen.

Ich spiele nicht so arg gerne mit dem Feuer, habe gerne geordnete Verhältnisse. Ich kann grundsätzlich Kennenlernphasen nicht gut aushalten, so dass ich sie in der Vergangenheit entweder gerne als Freundschaften getarnt habe (meine erste große Liebe und ein Mann, in den ich mich später sehr verliebt habe) oder (im Falle meines späteren Mannes) quasi komplett übersprungen habe. Ich fürchte, da hatte er ganz andere Bedürfnisse als ich. Fand gerade den Kitzel, den ich nicht mehr aushalten konnte, gut.

Sich wieder auf mich zu konzentrieren hat nach unserem "Bruch" auch erstmal recht gut geklappt. Zumindest konnte ich gut in meinen neuen Job starten, habe Hobbies wieder entdeckt, bin wieder ein bißchen gereist, habe wieder mehr Freunde getroffen, mehr mit meinen Kindern unternommen.

Aber dann kam der riesen Rückschritt und alles an Gefühlen "brodelte" nur so aus mir heraus als ich den beiden wieder begegnet bin. Ich merke selbst, wie viel Zeit mir das raubt. Ich schaffe es ja nicht mal mehr, in meiner Freizeit ein Buch zu lesen. Aber irgendwas will meine Psyche ja gerade von mir. Aus irgendeinem Grund muss ich dieses Thema immer und immer wieder wälzen. Ich fürchte, ich muss "da durch" bis ich wieder im Reinen mit mir bin.

x 1 #376


Das ist zB etwas, das mich dieses Mal total irritiert: dass ich mich partout nicht aufs Lesen konzentrieren kann, obwohl ich Zeit meines Lebens Vielleserin war und so auch die ersten beiden Trennungen in meinem Leben verarbeitet habe. Was habe ich da ein Buch nach dem anderen verschlungen.

Es geht seit das mit meinem Mann und seiner Neuen losging partout nicht. Auch wenn ich meinen Kindern vorlese, nehme ich nur sehr wenig vom Vorgelesenen auf. Ich hoffe seit 1 1/2 Jahren, dass sich das wieder ändert, versuche aber, mir Zeit zu geben.

x 1 #377


A


Ich kann nicht abschließen

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B
@123456789
Ich konnte nach der Trennung von meinem Mann auch lange keine Bücher mehr lesen, keine Musik hören, keine Filme mehr anschauen, weil ich innerlich viel zu aufgewühlt und unruhig war. Ich habe mich dann auf Naturdokus gestürzt, manchmal ohne Ton, nur um mich abzulenken.

Hast du die Trennung von deinem Mann überhaupt schon verarbeiten
können oder hat dich dieser Flirt davon zu sehr abgelenkt? Denn sonst denke ich, steht jetzt erstmal noch die Verarbeitung des Endes deiner Ehe an.

Versuche, Gedankenkreisen um diesen Möchtegernflirt und seine vielleicht unglückliche Ehe konsequent zu stoppen.

Stell dich lieber den Gefühlen, die das Ende deiner Ehe ausgelöst hat bei dir...da scheint noch Bedarf zu bestehen nach dem was du schreibst...das scheint mir bei weitem wichtiger.

x 2 #378


Zitat von Bergfichte:
@123456789 Ich konnte nach der Trennung von meinem Mann auch lange keine Bücher mehr lesen, keine Musik hören, keine Filme mehr anschauen, weil ich ...

An meinen Mann kann ich interessanterweise schon wieder mit relativ großer Gelassenheit denken. Das irritiert mich tatsächlich selbst auch. Ab und zu werde ich noch wütend (dann geht es aber meistens eher um seine Prioritätensetzung in Bezug auf die Kinder und seine neue Beziehung), aber ca. ein Jahr nach der Trennung hatten sich die Emotionen ihm gegenüber einigermaßen gelegt. Ich denke mal, das wird immer wieder mal hochkommen, aber diesen Gefühlen habe ich mich schon immer wieder gestellt.
Das andere lief ja parallel und fing definitiv zu einem Zeitpunkt an, zu dem ich noch rein gar nichts verarbeitet hatte. Ich denke auch, dass es mir auf gewisse Weise geholfen hat, überhaupt zu ertragen, was mein Mann mir angetan hat. So traurig das klingt. Ich bin auch nicht stolz drauf, dass es sich so wie es scheint auf eine andere Familie ausgewirkt hat.
Andererseits hat mein Mann mal zu mir gesagt, seine jetzige Freundin habe allenfalls beschleunigt und unsere Trennung wäre sowieso passiert. An so einer These kann ja auch etwas dran sein.
Das ist ja DIE Frage, die ich momentan verarbeite: 'Wie lange hält man an einer Ehe fest, wenn es mal nicht so läuft? Ist Zusammenbleiben immer die einzig wahre Lösung? Oder darf man irgendwann auch sagen, man versucht sein Glück neu?"
Ich bin dem anderen zu dem Zeitpunkt ganz sicher nicht ohne Grund begegnet.

Und ab einem gewissen Alter ist klar, dass keiner mehr ganz ohne Gepäck in eine neue Beziehung startet.

Mir ist auch relativ klar, was der Mann hat, das mir vorher bei meinem Mann gefehlt hat (wonach ich gerade suche) ubd dass er verglichen mit meinem Mann aber auch Schwächen hat. Ob ich auf diese Stärken meines Mannes dauerhaft verzichten kann oder ob mich das Gegenteil nur temporär fasziniert, weiß ich noch nicht.

Aber die Faszination hält schon sehr lange

#379


@Bergfichte
Hast Du den Mann, der seine Familie für Dich verlassen hat auch direkt nach dem Ende Deiner Ehe kennengelernt?

#380


B
@123456789
Also willst du wie eine Spinne im Netz
darauf warten, dass eine andere Familie und Ehe scheitert, damit du
vielleicht glücklich wirst?

Was dir passiert ist in deiner Ehe, ist
schrecklich, das wünscht man niemanden, einfach ersetzt zu werden ...es bleibt abzuwarten, ob auch dein Mann den Preis für sein Verhalten bezahlen muss irgendwann.

Du bist verliebt in deinen Flirt im Moment, es ist verständlich, dass du dir wünscht, dass es dafür eine Zukunft geben könnte.

Aber du kannst dich auch wieder entlieben...wenn du das willst.

x 1 #381


B
@123456789

Diese Geschichte war lange vor meiner Ehe in meinen jungen Jahren, der Mann hatte eine Beziehung und keine Ehe...meinen Ehemann, mit dem ich dann 26 Jahre zusammen war und der mich vor eineinhalb Jahren für andere verlassen hat, habe ich erst danach kennengelernt.

#382


Zitat von Bergfichte:
@123456789 Also willst du wie eine Spinne im Netz darauf warten, dass eine andere Familie und Ehe scheitert, damit du vielleicht glücklich wirst? ...

Nein, von wollen kann nicht die Rede sein. Daher habe ich damals ja klare Fronten geschaffen und konzentriere mich so gut es geht auf mein Leben.

Aber das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Ich bin noch nicht durch mit dieser Geschichte. Das finde ich nicht toll, aber bei jeder anderen Behauptung würde ich mir etwas vormachen.

#383


Zitat von Bergfichte:
@123456789 Diese Geschichte war lange vor meiner Ehe in meinen jungen Jahren, der Mann hatte eine Beziehung und keine Ehe...meinen Ehemann, mit dem ...

Hättest Du gerne gehabt, dass Dein Mann aus Vernunft bei Dir bleibt? Ich anfangs schon. Ich habe es ehrlich gesagt sogar zwingend von meinem Mann erwartet. Aber was wäre gewesen, wenn ich gemerkt hätte, er kann die andere emotional nicht loslassen? Will man das wirklich?

#384


Zitat von 123456789:
Nein, von wollen kann nicht die Rede sein. Daher habe ich damals ja klare Fronten geschaffen und konzentriere mich so gut es geht auf mein Leben. ...

Nochmal zur Spinne im Netz:

HIer im Forum bin ich ehrlich: Wie ich die beiden erlebe, bewegt mich. Ich will mich nicht auf ihn stürzen, aber egal ist er mir nicht. Das wäre gelogen.

Ich versuche, Begegnungen zu vermeiden, gerade weil es mich so bewegt. Aber mein Alltag gibt das nicht zu 100 % her. Und dieses krampfhafte Nicht-Miteinander-Reden, wenn wir in der Gruppe aufeinander treffen, trägt nicht unbedingt zur schnelleren Verarbeitung bei

#385


T
Zitat von 123456789:
wenn wir in der Gruppe aufeinander treffen, trägt nicht unbedingt zur schnelleren Verarbeitung bei

Reden aber oft auch nicht, eher im Gegenteil.
Beziehungen kippen eben oft, da ist nichts mehr zu machen. Versuchs mal mit Selfie Grinsen 😅

#386


alleswirdbesser
Zitat von 123456789:
Das ist zB etwas, das mich dieses Mal total irritiert: dass ich mich partout nicht aufs Lesen konzentrieren kann, obwohl ich Zeit meines Lebens ...

Ging mir auch so, ich habe jede Menge Ratgeber gekauft und gelesen, aber die Hälfte blieb gar nicht mal hängen, manchmal las ich eine Seite drei mal, weil die Gedanken dauernd abschweiften. Meine Buchreihe, die ich gerade las, habe ich auf Eis gelegt, zu viel Romantik, Fitzek ging tatsächlich noch. Genauso das Vorlesen für die Kinder, ich fing immer wieder zu weinen an, das ging gar nicht.

#387


alleswirdbesser
Zitat von Bergfichte:
Ich habe mich dann auf Naturdokus gestürzt,

Ich auf Horrorfilme, aber das tat mir eher nicht gut.

x 1 #388


alleswirdbesser
Zitat von 123456789:
Andererseits hat mein Mann mal zu mir gesagt, seine jetzige Freundin habe allenfalls beschleunigt und unsere Trennung wäre sowieso passiert. An so einer These kann ja auch etwas dran sein.

Das sagt er jetzt so leicht, nimmst du ihm das ab? Solcher Schlag Menschen kann vermutlich genau das nicht - zu gehen, ohne dass jemand anders da ist. Sonst gäbe es nicht so viele Warmwechsler.
Zitat von 123456789:
Das ist ja DIE Frage, die ich momentan verarbeite: 'Wie lange hält man an einer Ehe fest, wenn es mal nicht so läuft? Ist Zusammenbleiben immer die einzig wahre Lösung? Oder darf man irgendwann auch sagen, man versucht sein Glück neu?"

Natürlich darf man sich trennen und einen neuen Start wagen. Aber im Idealfall wissen beide, dass es nicht gut läuft, führten davor zahlreiche Gespräche und haben zusammen versucht etwas zu ändern. Und wenn alles nicht funktioniert, trennt man sich einvernehmlich, denn beide wissen dann zu gut, dass mindestens einer nicht mehr glücklich ist. Erfahrungsgemäß wird das aber selten so ablaufen. Meistens macht sich einer Gedanken, quält sich eventuell Jahrelang, sagt nichts dem anderen und eines Tages steht seine Entscheidung fest. Die, die nicht allein sein können oder wollen, haben bereits für einen Ersatz gesorgt, zufällig oder gezielt.

Ich schleppte meinen ersten Mann sogar zur Eheberatung, er ging nur einmal mit. Für die Beraterin war die Lage auch eindeutig, es funktionierte so nicht. Ich traf mich mit anderen, älteren und erfahrenen Frauen, sprach mit ihnen. Ich wusste, dass ich gehen werde, ich wusste nicht wann. Und dann eines Tages hat er etwas gemacht, was im Grunde nur noch der letzte Tropfen war und ich floh samt Kind zu meinen Eltern. Einerseits habe ich ihm oft gewarnt, andererseits passierte es ganz plötzlich. Er nahm das anfangs nicht ernst, bis irgendwann der Groschen gefallen ist. Und ja, da war tatsächlich ein Mann, der mir sein Interesse zeigte, er war auch wirklich nicht der Grund für meine Trennung, aber ich habe die Zuversicht gewonnen, dass ich doch nicht das Letze bin und total unattraktiv, wie der Gatte es mir immer einredete. Das war natürlich nicht alles, was nicht stimmte, es gab häusliche Gewalt und vieles mehr.

Mein zweiter Mann schwieg (18 Jahre zusammen), ich wusste keine Sekunde, dass er ausbrechen möchte. Er meinte mal, dass er die letzten Jahre schon daran dachte. Vermutlich suchte er in der Zeit nach einer Fluchthilfe und ging als er sie in der Tasche hatte. Ich durfte nicht mal davon erfahren. Aktuell ist er bei Next Nr. 3.

x 1 #389


B
Zitat von 123456789:
Hättest Du gerne gehabt, dass Dein Mann aus Vernunft bei Dir bleibt? Ich

Nein.

Wir hatten eine Beziehung, in der wir immer viel mieinander geredet haben, viele Krisen miteinander gemeistert hatten und ich einfach nicht verstehen konnte, wie er das alles hinwerfen konnte. Er war zutiefst unglücklich zum Schluss neben mir und hat gedacht, er kann dem allen entkommen durch einen radikalen Neuanfang. Ich konnte das sehen und ihm sogar sagen, dass es halt so sein soll ,wenn es ihm neben der neuen Frau echt besser geht.

Es ging ihm übrigens nicht besser dort, alle seine Probleme haben ihn wieder eingeholt.

Eine Beziehung muss für mich gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen, Respekt und Ehrlichkeit beinhalten, sonst würde ich sie nicht fortführen wollen.

Ich glaube aber auch, dass zuviele ihr Heil im nächsten Partnet suchen und vorschnell aufgeben, vor allem wenn Kinder betroffen sind. Wieso hat dein Mann eine Familie mit dir gegründet, wenn er doch eine Trennung für unausweichlich hielt? Darüber darfst du zu Recht wütend sein, dass er so schnell aufgegeben hat.

Zu deinem Flirt will ich noch sagen-
wieso bist du dir so sicher, wenn er komisch ist im Umgang mit dir, dass es nur daran liegen kann, dass er eigentlich unglücklich ist und am liebsten zu Dir wollen würde?

Ist es nicht möglich, dass er deswegen komisch ist, weil er befürchtet, dass du jedes freundliche Wort, jede freundliche Geste sofort wieder als Annäherunsversuch auslegen könntest?

Und woher nimmst du diese Gewissheit, dass er sofort vor deiner Tür stehen würde, sollte er sich wirklich trennen?

Für mich klingt das so, dass du dir da ein ziemliches Wolkenschloss aus Hoffnungen und Spekulationen zusammengebaut hast...

Verständlich - aber doch ziemlich weit entfernt von der Realität, die du beschreibst.

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A


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