Zitat von regenbogen05:Ich glaube, dass Clair eigentlich gehofft hat, dass sie genau das nicht sieht. Sie ist dann von der Wahrheit erschlagen worden.
Sie glaubt so lange an das Gute in ihm, bis sie die bittere Realität mit eigenen Augen sieht.
Und dann fängt ihr Gedankenkarussell an zu kreiseln: wenn er doch aber vor mir weint; wenn er doch aber mir unser Hochzeitslied schickt; wenn er doch aber. . Damit hält sie sich am Überleben. Die Realität ist noch zu bitter für sie. Deswegen verzichtert Clair auf einen klaren Cut. Sie mag ihn nicht so, wie er jetzt ist. Früher war er anders.
Der Jetzt-Zustand ängstigt und verwirrt sie.
Das ist ja auch normal. Die Situation ist ja derart fragil und keiner von beiden macht einen entweder klaren Cut oder einen ebenso klaren Schritt aufeinander zu, um es noch mal zu versuchen.
Ein ganz klarer Schritt, den ich auch erwarten würde, wäre, dass er jetzt nicht (mehr) diese andere Frau sieht.
Tut er aber nicht. Er säuselt bei Clair und holt sich bei der anderen trotzdem was ab.
Das spricht absolut NULL für einen klaren Wunsch seinerseits, dass es mit ihm und Clair wieder funktioniert.
Klar, die beiden hatten/haben keine klare Absprache.
Aber wenn er wirklich den starken Wunsch hätte, dass es mit ihnen wieder funktioniert und sie sich wieder annähern, hätte er - meine Meinung - gar nicht den Wunsch, die andere überhaupt zu sehen derzeit.
Dann würde er alles vermeiden, was das dünne Eis zwischen ihm und Clair endgültig brechen lassen könnte.
Ob er weiß, dass Clair das mitbekommen hat jetzt, oder nicht. Er würde es einfach nicht tun.
Ich finde übrigens den Begriff "Stalking" hier übertrieben.
Clair ist in einer völlig unsicheren Situation und dass kein wirklicher Verlass darauf ist, was er erzählt, ist ja deutlich.
Da finde ich es absolut legitim, sich Klarheit zu verschaffen. Das hat sie getan. Und die schmerzt.
Aber immerhin ist es eine Klarheit. Sie ist dabei nicht über seine Grenzen gelatscht (das wäre für mich Stalking).
Sie ist an dem Haus vorbeigefahren und hat gesehen, dass er wohl da war.
Damit hat sie sich selber weh getan. Was aber auch hilfreich/heilsam sein kann.
Besser, als wenn sie zuhause säße und sich in einer pinkfarbenenen Traumwolke einhüllen würde, dass alles wieder gut wird zwischen ihnen (denn schließlich hat er dies und hat er das und das Lied etc.) und naiv davon ausgehen würde, dass er diese Frau doch garantiert nicht mehr sieht.