Zitat:Du hast dein Leben geändert, weil du dich nicht wohlgefühlt hast und bist jetzt mit dir ins Reine gekommen. Du hast dein Leben so geändert, dass du dich gut und angekommen fühlst. Was du jetzt willst, ist, dass auch er sich verändern soll. Du fragst ihn nicht, ob er mit seinem derzeitigen Leben zufrieden ist, ob er sich wohlfühlt, ob er überhaupt etwas ändern möchte. Du setzt es einfach voraus, du empfindest das als besser für ihn, du glaubst, er muss sich jetzt auch grundlegend ändern weil du dich geändert hast und weil du es jetzt willst.
Hey unbelievable,
also ich musste in meinem Leben nicht viel ändern, das ist noch so wie es war als wir uns kennenlernten und die Dinge, die ich geändert haben, haben vor allem was mit dem Umgang mit mir selbst zu tun. Ich will auch nicht, dass er sich verändert, das hat er ja bereits in den letzten Monaten und das nicht überall zu seinem Besten. Ich habe ihn gefragt, ob er sich mit seinem Leben wohlfühlt bzw. er ist derjenige, dem es seit gut zwei Jahren immer wieder so schlecht geht, weil er selbst mit sich und seiner Situation unzufrieden ist. Er hat Probleme zuhause mit seinen Eltern, wünscht sich, selbstständig zu sein und sein eigenes Lebens zu haben. ER sagte er fühlt sich nicht mehr wohl und weiß nicht, wie er da raus kommen soll. ER sagte, dass er das unbedingt ändern will und das irgendwie nicht schafft. Er bat mich um Rat und meine Meinung. ER erklärte mir, dass er sich nicht zutraut, zu weit von Freunden und Familie wegzuziehen, was ich auch schließlich akzeptiert habe, auch wenn es mir weh tat zu hören, dass ein Umzug in meine Richtung für ihn keine Option sei. Ich habe mich gefreut als er endlich konkrete Anzeigen gesucht hat. Er sagt dann, dass er auch nicht weiß, warum er es nicht schafft, dass alles richtig anzugehen und durchzuziehen.
Ich schaue mir sehr lange schon an wie es ihm schlecht geht. Habe ihm seit zwei Jahren jeden Morgen eine Sprachnachricht geschickt und gefragt wie es ihm geht. In regelmäßigen Abständen sagte er mir dann, dass es ihm nicht gut gehe, alles stapelt sich, er kommt nicht voran, er zockt zuviel, lässt alles liegen, fühlt sich dann frustriert, fängt wieder an zu rauchen, obwohl er das eigentlich nicht will. Er fühle sich schlecht, das ziehe ihn alles runter. Ich habe dann auf der Arbeit mit ihm telefoniert, ihm abends lange zugehört wenn ich bei ihm war, mit ihm telefoniert und versucht, mit ihm gemeinsam Lösungen zu finden. Das geht nun schon fast 1,5 Jahre so, dass er sich so fühlt.
Wenn Du siehst dass es einem Menschen, den Du liebst, so geht, dann willst Du ihm helfen.
Die Schuldgefühle gegenüber seiner Ex hat er mir vor einer Woche noch selbst erklärt.
Und ich bin nicht abgedreht, weil seine Eltern das mit dem Adapter selbst gelöst haben, sondern weil er mich darum gebeten hat das für ihn zu lösen, weil die Reise ein halbes Jahr schon geplant war und er keine 12 Stunden vor Abflug seiner Eltern wollte, dass ich das Teil bei mir suche und vorbei bringe. Als ich das Ding gefunden hatte und ihn angerufen habe um zu fragen, wie wir das Ding nun zu ihm kriegen, war er *beep* nachdem ich sagte, dass ich am Abend nicht mehr vorbei kommen würde weil es mir zuviel war. Daraufhin wurde das Problem von seinen Eltern anders gelöst.
Zitat:Wenn er dir sagt, du bist das Wichtigste in seinem Leben, du glaubst es ihm nicht und er untermauert dies mit den Dingen, die er für dich getan hat, ist das für mich nachvollziehbar und logisch.
Ich habe ihm das früher immer geglaubt, ich hatte immer das Gefühl, für ihn wertvoll und besonders zu sein. Das Gefühl hat sich aber verändert, und es war immer sein Wunsch, dass ich ihm sowas mitteile. Was ich getan habe. Aber wenn ich es getan habe, hat er das als Vorwurf aufgefasst, was ich doch gar nicht wollte.
Zitat:Denn du siehst nur da negative, kommst aus deiner Negativspirale nicht heraus und willst dich darüber ärgern, dass er ist, wie er ist und nicht, wie du ihn gern haben willst. Die schönen Zeiten blendest du völlig aus, du fühlst dich verletzt und unverstanden, weil es nicht nach deinem Willen geht, weil er nicht springt, wie du willst.
Nein, das tue ich nicht. Ich habe mich immer an all das Gute zwischen uns gehalten. Ich sehe auch, was er für mich tut, ich weiß, welche Dinge für ihn schwer sind und ich war immer dankbar und glücklich, dass er trotzdem da war. Er war immer da wenn es mir schlecht ging, er hat mir bei meinen Problemen zugehört, er hat mit mir gefühlt. Genau deshalb wusste ich auch, dass ich ihm so wichtig bin. Ich liebe ihn und das was wir zusammen haben, all das Besondere und schöne was ich noch nie mit einem Menschen geteilt habe. Ich weiß, dass er ein weiches, großes Herz hat, was er verbirgt und ummauert, ich weiß warum das so ist und ich habe mit ihm die glücklichste Zeit meines Lebens erlebt. Umso mehr trifft es mich zu sehen, wie er mehr und mehr sich selbst verliert, nicht aus seinem Teufelskreis herauskommt. Wie er leidet unter der Situation zuhause und es doch nicht schafft, dort rauszukommen. Es belastet mich, es mach mich krank ihn traurig ihn unglücklich zu sehen. Und irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mich dabei so hilflos gefühlt habe. Er reagierte oft extrem, respektlos, grob, kalt. Und darauf habe ich reagiert.
Zitat: Und wenn er ein Cabrio will, dann will er eines und darf sich auch gern eins kaufen. Sein Leben, sein Geld. Aber anstatt sich mit ihm darüber zu freuen, dass er sich einen wahrscheinlich lang ersehnten Wunsch erfüllt (der rein gar nichts mit dir zu tun hat), gehst du wieder in die Negativspirale und legst es gegen dich aus.
Er kann sich von mir aus kaufen was er will. Der Cabrio Wunsch ist aber erst seit kurzem da. Es macht mich traurig dass er sich lieber erstmal darum kümmert als aus der Situation zuhause raus zu kommen. Ich würde mich gern mit ihm freuen, sehen wie es ihm gut geht, sehe aber auch, dass er sich wieder nur mit einer anderen Sache beschäftigt, um sich mit der großen Veränderung nicht zu beschäftigen.
Zitat:Wenn einer ständig am anderen herumnörgelt, ihn grundlegend verändern will, die schönen Dinge nicht mehr sieht, nur noch Vorschriften macht, dann ist es keine erfüllende Beziehung.
Ich nörgele nicht an ihm herum, ganz im Gegenteil, ich will ihn auch nicht grundlegend verändern, sondern habe einfach einen postiven, kreativen, lebensfrohen Menschen kennengelernt mit dem ich alles teilen konnte und alles zehnmal so schön war. Jemand, der einen eigenen Kopf hatte, der wusste was er wollte, der mit Freunden weggegangen ist, Hobbies hatte, positiv, einfühlsam und witzig war.
Ich habe ihm gesagt, dass ich merke wie er sich verändert und ihn gefragt warum. Ich habe mir seine Antworten angehört und versucht, ihn bei seinen Problemen so gut ich kann zu unterstützen. Wenn ich ihn mal kritisiere, dann tue ich das überlegt und konstruktiv, nicht zickig, respektlos oder eingeschnappt. Ich habe ihm gesagt dass ich mir wünsche, dass er das hinbekommt.
Liebe @Leonie85
Zitat:Dein Text liest sich sehr fordernd, du siehst dich benachteiligt weil er auf DICH nicht eingeht, siehst aber nicht dass sich die Beziehung ausschließlich um DEIN Wohlbefinden dreht (liest sich zumindest so).
Ja, mein Text liest sich sicherlich so weil ich einfach nicht mehr konnte, sauer bin, traurig bin, verzweifelt bin, verletzt bin, all das. Ich bin hier wegen Trennungsschmerz und Liebeskummer und um MIR zu helfen, also ja, ich bin hier egoistisch, das hier tue ich für mich. HIER rege ich mich auf und lasse das raus, was sich in mir anstaut. Ich habe aber in unserer Beziehung nicht so gehandelt.
In unserer Beziehung ging es um mein Wohlbefinden genau wie um seins. Wir hatten früher immer ein Gleichgewicht, Augenhöhe, es war liebevoll, auch wenn wir uns mal gestritten haben. Es war leidenschaftlich, voller Energie. Ich war glücklich mit ihm, wenn er bei mir war brauchte ich nichts mehr. Ich wusste immer, dass ich ihm wichtig war, wir haben viel Mist miteinander durch, der uns aber nur noch mehr zusammengeschweißt hat.
Zitat:Du brauchst in DEINER Welt Struktur und Ordnung, was völlig in Ordnung ist, aber wer sagt, dass er deine Einstellung adaptieren muss? Wer sagt dass deine Vorstellung vom Leben die absolute Wahrheit darstellt und nicht seine?
Niemand sagt das, und auch ich erwarte das nicht von ihm. Ich wünsche mir ja genau das, nämlich dass er mal macht was er will. Das er etwas für sich tut, Kraft sammelt, auf die Beine kommt, Dinge tut die ihm gefallen. Die letzten Monate waren für mich teilweise beengend, weil er mir auf der einen Seite sagte, er möchte am liebsten Zeit mit mir verbringen und dann, an einem Tag an dem es ihm wieder schlecht ging, mir sagte, dass er wegen mir nichts geschafft hätte und sich mies fühlen würde. Ich habe ihm gesagt, dass doch auch beides geht, dass er doch was mit seinem Kumpel machen kann und Zuhause Dinge erledigen, dann könnten wir uns doch auch abends sehen.
Wenn ich ihn dann fragte ob er nochmal nach Wohnungen geschaut hat sagte er dann: "Nee wie denn, ich war ja bei Dir."
Er erklärte mir auch, dass er nicht alleine sein könne, dass es ihm unangenehm sei, sich mit sich selbst auseinander zusetzen, er würde das nicht mögen und lieber was anderes machen. Am liebsten mit mir. Ich sagte ihm, dass es aber doch vielleicht gut sein könnte, ich selbst konnte das früher auch nicht und habs irgendwann gelernt und es hilft einem, sein Zeug zu ordnen. Ja, das möchte er ja auch gern. Wenn ich ihm dann den Freiraum gelassen habe, nicht gefragt habe ob er kommt, dann hat er das als Desinteresse an seiner Person gewertet. Ich sagte ihm dann, dass das Quatsch ist, das hat er mir aber nie geglaubt.
Hey @verwickelt :
Zitat:Nur weil es Deiner Erwartungshaltung entspricht, heißt es noch lange nicht, dass etwas "selbstverständlich" ist. Diese Sichtweise, dass "Selbstverständliches" keine Würdigung verdient, finde ich sehr problematisch.
Ja, ich mache oft den Fehler, dass ich von mir auf andere schließe.
Die "Selbstverständlichkeiten", die ich meine, sind Dinge, die er bei mir selbstverständlich findet aber die er umgekehrt immer als "Schau was ich alles für Dich tue" darstellt. Und das aber auch nur dann, wenn es mal Ärger im Paradies gibt. Ansonsten ist das nie der Rede wert.
Und es ist ja auch nicht so, dass ich nichts zurück gebe und nur nehme, ich weiß von den Dingen die ihm schwerfallen, die er nicht gerne macht und ich war da immer dankbar für.
Zitat:Wenn er in Problemgesprächen auf diese Zuwendungen Dir gegenüber hingewiesen hat, dann wird auch er Rechtfertigungsdruck empfunden haben, weil Du ihm vermutlich den Eindruck vermittelt hast, sein Beitrag sei nicht groß genug.
Ja, so wird es gewesen sein, nur verstehe ich nicht warum. Wenn ich zu jemandem gehe und ihm sage: "Baby, Du veränderst Dich immer mehr zum negativen, was ist los? Du fehlst mir, ich vermisse meinen fröhlichen Freund.", dann ist das doch nichts, wofür er sich rechtfertigen muss?
Wenn ich zu ihm gehe und sage: "Seitdem wir diese schlimmen Streits hatten habe ich oft dass Gefühl, dass Du mich nicht mehr so liebst." will ich ihm das doch nur mitteilen. Er zählt dann auf an wie vielen Wochenenden er doch bei mir war, dass er mich gepflegt hat als ich krank war etc. Ich sagte dann "Das weiß ich aber das meinte ich nicht. Im Streit wirst Du so respektlos und herablassend und laut und fährst aus der Haut. Das vermittelt mir diese Gefühle."
Ich mache ihm Komplimente, versuche ihn aufzubauen und sage ihm was er alles gut kann wenn er an sich zweifelt. Wenn ich aufstehe schicke ich eine Sprachnachricht, wenn ich ins Bett gehe ein Gute Nacht. Wenn er mich kritisiert nehme ich mir das zu Herzen, denke darüber nach und versuche die Dinge zukünftig anders anzugehen.
Da gab es doch nie Probleme. Ich wünsche mir doch einfach nur, dass es ihm wieder gut geht, weil ich so lange schon mitansehe, dass es nur schlimmer als besser wird. Ich wollte ihm nur helfen, für ihn da sein, zur Seite stehen.
Ich würde jetzt noch alles stehen und liegen lassen um ihm irgendwie zu helfen. Aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass er wegen mir alles vernachlässigt und ich ihn davon abhalte, Dinge für sich zu tun. Und das hat bei mir nicht das Gefühl von Liebe hinterlassen, sondern von Abhängigkeit. Das war lange Zeit nicht so. Ich will keinen Mann der sich für mich aufgibt. In schwierigen Momenten habe ich immer wieder gehört wie sehr das alles meine Schuld ist, das ist ja alles nur, weil er seine Zeit mit mir verbringen will. Das wisse ich nicht zu schätzen. Ich wollte meine Zeit nicht weniger mit ihm, nie und immer noch! Und ich weiß auch, dass ich vieles hätte anders machen müssen. Ach.. ich schreibe schon wieder zuviel. Ich bin einfach nur verzweifelt.