Alpträumchen
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Ich hoffe es ist okay, dass ich ein neues Thema geöffnet habe.
ich bin 39 Jahre alt und seit fast 20 Jahren in einer Partnerschaft, seit zehn Jahren verheiratet. Mein kleinstes Kind ist jetzt 8 Wochen alt.
Mein Mann hat sehr starke narzisstische Züge während ich unter Verlustangst und emotionaler Abhängigkeit leide.
Ich habe viele Gewaltarten durch ihn erlebt.
Physisch
Psychisch
finanziell
Sozial und wahrscheinlich noch viele mehr.
Er ist beruflich sehr erfolgreich (Unternehmer) und ich kümmere mich größtenteils zu Hause um die Kinder. Vor der Schwangerschaft habe ich noch in Teilzeit gearbeitet. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung sowie ein Studium und einen sicheren Job.
Unsere Geschichte wäre deutlich zu lang um ins Detail zu gehen, daher erstmal ein kurzer Überblick:
er lehnte mich als aufgeschlossene kontaktfreudige selbstständige junge Frau kennen. Damals war ich 20 Jahre alt, hatte meine eigene kleine Wohnung, mein Selbst finanziertes Auto und einen großen Freundeskreis. was man mir nicht ansah war meine schwere Kindheit (Vernachlässigung usw.)
Genau an dieser schweren Kindheit war er damals interessiert, und ich erzählte im Vertrauen, meine Wunden, was ich bereute getan zu haben etc. Das ist ein wichtiger Punkt, da er mich bis heute mit genau diesen Wunden kränkt, beleidigt und abwertet.
Es war schon immer so, dass ich bei jedem Off die Schuldige war und um Verzeihung bitten musste. nach drei Jahren hatte ich keine Freundinnen mehr, da diese laut ihm nicht gut für mich waren. neue Freundschaften von der Ausbildung oder dem Studium konnte ich nur ziemlich oberflächlich schließen und war nie bei Aktivitäten oder sonstigem dabei.
wir heirateten bekamen Kinder, und ich hielt ihm den Rücken frei. Ich war immer isolierter und es gab nur noch sein Einkommen. es wurde zwischen uns ruhiger und damit besser. Hierbei merkte ich aber nicht, dass ich mich ausschließlich ihm anpasse. er hatte alle Freiheiten und ich keine einzige davon. Ich war halt genauso wie er sich das vorstellte und er brauchte nicht mehr eifersüchtig sein, da ich ja sowieso nur noch zu Hause war und er hatte die Kontrolle über alle Angelegenheiten. Menschen, die ähnliches erlebt haben, können vielleicht folgendes verstehen: ich war total konditioniert. Seine Stimme war stets in meinem Kopf. Er brauchte nichts mehr sagen. Ich verhielt mich instinktiv genau so wie von ihm gewünscht. Ich habe mich selbst fast verloren.
vor drei Jahren hatte er dann eine Affäre, die ich durch eine nicht gelöschte SMS aufdeckte. Seitdem ist ihm alles außer Kontrolle geraten.
Er hat tatsächlich die Befürchtung dass ich ihm nun fremdgehen werde! Ichwurde schließlich bis ins bodenlose abgewertet. Er wollte einen nachträglichen Ehevertrag abschließen, ichsollte hier massiv benachteiligt werden. Seine Eifersucht gingt so weit, dass ich Drohungen erhielt.
Ich bin so oft in dieses toxische Karussell gestiegen. Runde für Runde. Seine Kontakte zu Frauen wurden immer mehr. Seine Passwörter immer besser geschützt. Mein Misstrauen immer größer. Meine Detektivfähigkeiten immer ausgeklügelter. Seine Eifersucht, meine Kälte… ach ich könnte ewig weitermachen.
Damit es so richtig kompliziert wird: Wir haben eine Menge Spaß miteinander. Wir sind beide sehr fürsorglich und unsere Kinder stehen immer an erster Stelle. Er hat zwar sehr wenig Zeit für die Kinder aber es ist ein lieber Vater.
Ich möchte zum Schluss kommen:
Ich habe aufgegeben. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich wollte Frieden und Ruhe zu Hause finden. Ich sagte es ihm. Er nahm es emotionslos hin. Wir einigten uns darauf dass er eine Woche später auszieht. Das ist nun 9 Tage her 🤗
Mit geht es den Umständen entsprechend gut. Nicht so schlimm wie ich dachte. Ich denke manchmal an unsere Kennenlernphase und bin traurig dass er sich fürs Fremdgehen, belügen usw. Entschieden hat.
Ich vermisse ihn nicht und die Kinder auch nicht. Er war damals kaum zu Hause. Nicht nur Arbeit sondern lieber Sport, Freunde….
Ich muss schmunzeln wenn ich das jetzt sage aber das einzige was sich für mich geändert hat ist: ich bringe jetzt täglich den Müll raus. Das hatte er in der Schwangerschaft konsequent übernommen. Ansonsten habe ich alles alleine gemacht.
Er bombardiert mich mit Nachrichten (bist du sicher? Das sind deine Hormone, wenn du dich entschuldigst 😂komme ich zurück)
Oder er beleidigt mich erneut mit meinen Kindheitswunden. Insgesamt glaube ich dass er etwas verwirrt ist. Er weiß gerade nicht wie er die Kontrolle wieder herstellen kann.
Verantwortung und echte Reue inkl. Entschuldigung kommt definitiv nicht. Er ist dazu nicht in Lage. Mir ist mittlerweile (nach vielen, vielen Jahren) klar geworden dass dies nichts mit mir zu tun hat.
Warum schreibe ich das jetzt alles? Vielleicht habt ihr ein paar nette Worte zum durchhalten. Nicht rückfällig werden.
Achso, ein Termin beim Anwalt steht schon.