KBR
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Zitat von Aufbruch:Ich will mich nicht schon wider getäuscht haben. Ich denke ja schon, dass sich die Gegebenheiten für Außenstehende strange anhören, aber der ganze Austausch, der ja teils auch sehr eng war mit ihm, kommt hier vllt. nicht so rüber.
Ich verstehe schon, dass sich auch virtuell oder telefonisch eine enge Bindung aufbauen kann, die erfüllend ist. Aber wenn ich merke, das Gegenüber zieht sich zurück oder achtet nicht (mehr) auf mein Wohlergehen, sondern vorrangig auf sein eigenes, dann versuche ich noch 1x, 2x, 3x unseren Level auf den Stand zu heben, der auch mir zuträglich ist bzw. zu ergründen, warum es diesen nicht mehr gibt. Aber wenn das dann nicht gelingt, bin ich raus. Egal, wie weh es tut. Du machst weiter. Du streust immer noch ein bisschen mehr Salz in Deine Wunde, damit sie ja größer wird und nicht heilt. Du hoffst und es tut weh und er unterbreitet Dir Vorschläge, bei denen jede/r innerlich umdrehen und in eine andere Richtung gehen sollte. Du möchtest Dich nicht getäuscht haben, aber der Schreck darüber wird doch umso größer, je länger du an der Täuschung festhältst. Je mehr Du investierst und je kleiner die Scherben werden, desto schwerer ist es, sie wieder zusammenzusetzen.
Ich möchte Dir noch einen Gedanken mitgeben:
Wer so leichtfertig wie er Verbindlichkeiten schafft, wird sie vielleicht auch genauso schnell wieder wegnehmen. Er scheint da ziemlich sprunghaft zu sein und dann dieser Quatsch mit der "Selbsthilfegruppe!" .... Es ist ja nicht so, dass Partner (siehst Du ihn so?) keine Freunde oder eine wahre Selbsthilfegruppe haben dürfen, aber dieses Verhältnis mit der anderen Frau von einer Datingplattform stört Dich und Du bist dennoch bereit, es zu akzeptieren dafür, dass Du auch ein Stück von dem Witwerkuchen bekommst.
Wir haben doch alle auch vorher ein Leben gehabt. Warum sollten wir mit einem anderen Menschen ein Leben teilen, das mit ihnen eher schlechter als besser ist und uns zudem in eine schlechtere Ausgangslage für ein gutes Leben versetzt als ohne sie?
Du ziehst es ernsthaft in Erwägung, die Kinderfrau für traumatisierte Kinder zu spielen, für ihr Wohlergehen zu sorgen, sie zu pflegen, wenn sie krank sind, sie zu ihren Hobbies zu fahren, für sie einzukaufen und zu kochen, womöglich abgelehnt zu werden, dir einen neuen Bekannten- und Freundeskreis aufbauen zu müssen, Arbeit zu suchen, für einen Mann, den Du dann vielleicht ein paar Mal gesehen hast und der nebenbei mit einer anderen Frau posiert und damit auch noch ganz offen umgeht.
Was bringt er in Euren Kontakt ein, dass Du darauf nicht verzichten willst? Ich schreibe bewusst "willst", denn dass Du es kannst, wissen wir ja schon.
Du konntest es zumindest noch vor .. hilf mir ... wie vielen Monaten? Du wirst es auch hinterher wieder können. 
Er wird Deine Scherben nicht zusammensetzen. Das kannst nur Du allein; vielleicht mit geduldiger professioneller Unterstützung.
Aber weißt Du, was er tun könnte? Er könnte Dich sehen, in all Deinem Schmerz und der von Dir empfundenen Unzulänglichkeit Deiner selbst und Deines Lebens. Er könnte das alles anerkennen und Dich achten und Dich unterstützen auf Deinem (!) Weg, ohne Dich für seinen zu missbrauchen. Anerkennung von Situationen und Zuständen ist das Anerkennen und Sehen von Menschen. Es ist Wertschätzung. Aber was sieht er vorrangig? Wenn ich Deine Beschreibungen lese, sieht er eine Erfüllungsgehilfin. Worin ist er Dein Erfüllungsgehilfe? Was bietet er an Stabilität und Sicherheit, die Du Dir wünscht?
Ohje, ich schreibe mich in Rage und drehe mich im Kreis. Verzeih, aber - wie gesagt - ich möchte Dich schütteln.
Hat er zu tief in die Kristallkugel geblickt? Der hat doch nicht mehr alle Jacken an der Garderobe.