Zitat von Yoko118:Also ich persönlich will niemanden fertig machen.
Ich würde ihm sagen wollen, dass ich sein Verhalten nicht ok fand usw.
Der müsste mir auch nicht antworten. Aber ich die Augen schauen soll er mir dabei.
Aber zwingen kann ich ihn eh nicht.
Seiner Frau soll und darf er das gerne erzählen. Ist ja deren Deal. Das ist mir schon klar. Und klar ist auch, dass er gerade in ihrer Schuld steht und sie über das bestehen der Beziehung entscheidet.
Und ob ichs wirklich mache: wer weiß. Bis Herbst wird noch einiges passieren...
Puuh, da bin ich ja froh, dass du dir selbst eine Frist gesetzt hast. Meiner Erfahrung nach bringt dieses nachsetzen und sei es nur verbal nämlich rein gar nichts. Er wird dir nicht antworten, jedenfalls nicht wunschgemäß. Und nach jedem weiteren Treffen, jeder weiteren Nachfrage werden Fragen bleiben oder gar erst neue auftauchen. Mein Rat wäre dringend, es auf sich beruhen zu lassen. Nicht ihm zu liebe sondern dir zu liebe. Momentan sind deine Gefühle noch sehr aufgewühlt und du befindest dich nach 5 Monaten wahrscheinlich mitten in der Wutphase. Du kennst ja bestimmt die 5 Phase einer Trennungsverarbeitung? Wenn nicht, setze dich damit mal auseinander.
Ich habe selbst mal etwas ähnliches erlebt wie du. Und auch ich wurde einer anderen Frau zu liebe verlassen. Mann war ich sauer. Jahrelang! Und ich hatte mich überhaupt nicht mehr im Griff und habe nachgetreten. Nichts anderes war es nämlich. Der Mann befand sich parallel zu unserer Geschichte in einer Beziehungsanbahnung mit einer anderen Frau. Davon erfuhr ich erst, als er mit mir Schluss machte. Tja, ich habe also Aussprachen gesucht und habe diese auch bekommen. Aber es war, wie oben geschildert. Jede Aussprache ließ Fragen offen und heizte meine Wut nur noch weiter an. Ich belästigte diesen Mann über Monate und Jahre und ich schaffte es, dass seine Beziehung zu der anderen zerbrach. Darauf bin ich alles andere als stolz.
Na ja, jedenfalls glaube ich, dieser Mann mochte mich zuvor sehr und hat mich wahrscheinlich auch eine Zeit lang geliebt. Ich habe ihm etwas gegeben, was die andere ihm zu dieser Zeit nicht geben konnte oder wollte. Und wahrscheinlich hat er sogar eine Zeit lang ernsthaft darüber nachgedacht, ob er mit ihr oder mir sein Leben fortsetzen wollte. Für sie entschied er sich wahrscheinlich letztlich aus sehr rationalen und nachvollziehbaren Gründen. Damals aber wollte ich das nicht verstehen und erst recht nicht akzeptieren. Also traktierte ich ihn in meiner Wut so lange, bis er sich entnervt zurück zog. Nach heutigen Kriterien entspricht das, was ich damals tat, dem Tatbestand des Stalking. Heute hätte er noch ganz andere Möglichkeiten sich zu wehren. Er wehrte sich aber nur indirekt, indem er untertauchte und irgendwann für mich einfach nicht mehr erreichbar war.
Wie er heute über mich denkt, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht allzu gut. Ich wünschte ich hätte damals einfach die Kraft gehabt, ihn gehen zu lassen. Dann hätte ich zumindest meine Würde und seinen Respekt behalten. Dann würde er heute bestimmt gerne an mich zurück denken. Heute glaube ich, erfüllt ihn die Erinnerung eher mit Schrecken.
Also bitte liebe Yoko! Mach nicht die gleichen Fehler wie ich. Geh mit Anstand und Würde! Deine Wut wird verrauchen irgendwann und das was dann kommt, wird allemal besser sein, als das was du verloren hast. So war es jedenfalls bei mir. Ich lebe heute in einer sehr guten, glücklichen Ehe. Die ganze Aufregung von damals hat sich sowas von gar nicht gelohnt. Ich wünschte ich könnte es rückgängig machen. Aber na ja, aus Fehlern lernt man.... besser spät als nie!