Zitat von Sliderman:Glaub doch nicht dieses Märchen von "verschütteter Liebe" oder "überlagerten Gefühlen"
Lieber Sliderman und auch Butterblume:
Dies sind keine Märchen, sondern harte Realität. Sogar wissenschaftlich erforscht. Ich bin durch und durch Wissenschaftler und von der Ausbildung her Naturwissenschaftler, halte aber die Geisteswisschenschaften für ebenbürtig, genauso die Psychologie als ernstzunehmende Disziplin. (NB Selbstverständlich unterliegt auch die Psychologie eine Weiterentwicklung, Just for the Records).
Von daher ja, Brüche können haltbar gekittet werden, wobei ich persönlich dazu neige, es so zu betrachten, dass Neustarts tatsächliche Neustarts sind und die präaffärische Beziehung zuende ist.
Wenn wird uns dem Begriff Liebe zu- (NB hier im Forum läuft gerade ein interessanter Thread dazu).
Ja, es gibt keine allgemeingültige Definition, aber schon große Einigkeit darüber, dass Liebe etwas völlig anderes darstellt als Verliebt Sein. Und weil dem so ist, kann und tut es oft eine Verliebtheit eine Liebe überlagen.
Liebe ist eines nicht: Disneylike.
Es gibt mehr oder weniger gute Definitionen des Zustandes Verliebt sein,- aber ganz sich ist eines- es ist ein körperlicher Zustand, der maximal 6 bis 9 Monate anhält. Danach flaut das ganze ab. Und jetzt kommt es:
Die allermeisten erwarten von dem Partner etwas..
Zitat:
Danach tritt an die Stelle der Liebesgefühle eine Routine, die die meisten Beziehungen mit der Zeit erstickt. Das einstige Liebespaar lebt dann wie auf Eisenbahnschienen nebeneinander her, ohne jemals wieder die Gefühle zu erleben, die es in der Verliebtheitsphase verspürt hat. Mit Ausnahme der Phase der Verliebtheit empfinden wir in aller Regel das Gefühl der Liebe für einen anderen nur, wenn dieser uns das gibt, was wir möchten.
[...]
Wir lieben einen Menschen nicht um seiner selbst willen, sondern immer nur, weil er uns gewisse Bedürfnisse und Wünsche erfüllt. Wenn der Partner unsere Wünsche nicht mehr erfüllt, beispielsweise den Wunsch nach Anerkennung, Sex, Zärtlichkeit, Verständnis, Zuwendung, etc., verwandelt sich unsere Liebe in Enttäuschung, Hass, Gleichgültigkeit. Mit anderen Worten: fast niemand ist zur bedingungslosen Liebe fähig. Wir Normalsterblichen erwarten immer etwas, stellen Bedingungen an unsere Zuneigung zum anderen. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, werden die Erwartungen enttäuscht, gibt uns der andere nicht (mehr), was wir uns von ihm erhofft haben, dann erlischt die Liebe und wir denken über eine Trennung nach.
Ende Zitat
Der Punkt ist- in dieser Phase hat man Verantwortung übernommen und stellt sich auch mehr oder minder gut.
Aber eigentlich geht es idealerweise in diese Richtung:
Zitat:
Bei wahrer Liebe geht es um das Geben und nicht um das Nehmen. Wahre Liebe ist selbstlos. Wahre Liebe fragt nicht, was kann der andere für mich tun, sondern: was kann ich für den anderen tun? Das bedeutet: wir müssen uns regelmäßig um den Partner bemühen und dafür sorgen, dass seine Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Für das Gelingen einer Partnerschaft ist es entscheidend, dass wir und unser Partner uns einig sind in unseren Erwartungen und Vorstellungen. Und natürlich müssen wir bereit sein, die wichtigsten Bedürfnisse des anderen auch zu befriedigen.
Ende Zitat
Deepak Chopra schreibt:Liebe ist in erster Linie die Liebe zu sich selbst.
Zitat:
Damit will Chopra ausdrücken, dass wir nur geben können, was wir besitzen. Wenn wir für uns selbst keine Liebe empfinden, dann können wir diese auch nicht weitergeben. Wer sich selbst nicht liebt, der kann auch keine Liebe geben. Mit der Liebe ist wie mit dem Frieden: Frieden kann nur derjenige stiften, der in seinem Innern friedvoll ist. Jeder erlebt die Liebe anders, jeder versteht unter Liebe etwas anderes und jeder empfindet das Gefühl des Geliebtwerdens bei unterschiedlichen Gelegenheiten. Deshalb müssen wir bei unserem Partner herausfinden, wie wir unsere Zuneigung ausdrücken müssen, damit er sich geliebt fühlt. Schauen wir uns, was wir tun können, damit die Flamme der Liebe nicht erlischt.
Ende Zitat
und noch ein Zitat:
Liebe ist, wenn man den anderen so akzeptiert, wie er ist.
Liebe ist, wenn man dafür sorgt, dass es dem anderen gut geht.
Liebe ist, wenn man dem Partner zuliebe ab und zu auf eigene Wünsche verzichtet.
Liebe ist, wenn man in guten wie in schlechten Zeiten zusammenhält.
Liebe ist, wenn man sich mehr auf die positiven Seiten des Partners konzentriert, als auf die negativen und störenden - so wie am Anfang der Beziehung.
Mit anderen Worten: Liebe ist das, was man daraus macht. Liebe ist ein wichtiger Bestandteil eines erfüllten Lebens, denn
Glauben ohne Liebe macht fanatisch,
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich,
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart,
Ein Leben ohne Liebe macht krank.
Ende Zitat.
Klingt vielleicht ein Stück weit pathetisch, ist aber mMn gut formuliert und vor allem grundsätzlich leistbar.
Und jetzt kommt es:
Unter der Bedingung, dass man bereit ist, aus seiner Komfortzone herauszukommen und bereit ist, dazuzulernen und zu verstehen, was Liebe bedeutet, kann obiges gelingen. Und dann wiederum ist es möglich auch nach einer Affäre in der Stammbeziehung glücklich zu werden. Denn man kann verzeihen und vertrauen und man verzichtet künftig auf den Vertrauensmissbrauch.
Ganz unbestreitbar ist das eher selten- nur wenige sind wirklich bereit, alles einzureißen und zu hinterfragen.
Natürlich gibt es auch relativ schnöde Gründe die einen davon abhalten, sich zu trennen. So realistisch bin ich auch. Aber ich sehe da zwei Seiten und Optionen. Entweder man kann aus dieser Vertrautheit heraus sich dem Prozess des Liebeslernen widmen oder aber man bleibt in dieser Sicherheit und ist eigentlich unglücklich, weil man eben sich nicht zur Liebe bekennen mag.