In Dich war er verliebt, aber seine Liebe gehört der Frau, den Kindern und dem etablierten Leben.
Sieh es mal als Waagschale. Auf der einen Seite die Familie, das Haus, das gewohnte soziale Umfeld, der Garten, das Auto, Kinderkrankheiten, Probleme mit Kindern, Probleme mit der Ehe, vielleicht noch ein Haustier. Auch gemeinsame Probleme verbinden zwei Menschen. Das zieht die eine Seite der Waagschale nach unten, denn es wiegt schwer.
Und auf der anderen Waagschale Du, die Andere, die Abwechslung, die Frau fürs Verliebtseit, für Emotionen und Sensationen. Und das wiegt eben viel weniger. Und das ist genau das was Affärenfrauen immer vergessen, weil sie im Hormonnebel keine klare Sicht auf ihre Situation haben. Da wird dann gesäuselt, von gemeinsamer Zukunft geträumt, die nicht kommen wird, da werden Liebesgeständnisse und sonstige Geständnisse geäußert. Ich bin total verliebt in Dich, Du bist die Frau meiner Träume, Du verstehst mich, bei Dir fühle ich mich angenommen und zu Hause ...
Und dann fährt er wieder in SEIN Zuhause und er sieht das Haus, die Kinder, die Garage, sein Leben, das er sich aufgebaut hat. Und dann fühlt er, dass er das nicht aufgeben kann und wird. Es hängt einfach zu viel dran.
Und so kommt das Hin und Her des Affärenlebens in Gang. Bis es eines Tages zerplatzt, weil Affären selten ewig halten und noch seltener ein Sprungbrett in ein anderes Leben sind.
Stell Dir mal vor, er käme zu Dir. Er steht mit dem Köfferchen vor Dir, denn jetzt weiß sie es und er hat sein Zuhause verloren. Ihr fallt Euch in die Arme und alles ist gut.
Aber dann nach einigen Wochen oder Monaten blättert der Lack der gegenseitigen Glorifizierung ab. Der Mann ist auch nur ein Mann mit Fehlern und Angewohnheiten, die man nicht kannte. Und ihm geht es genauso.
Und dann kommen so Sehnsuchtsanfälle. Daheim, sein Zuhaus, das er verloren hat. Kommunikationsprobleme mit der Ehefrau, Sehnsucht nach den Kindern, RA-Besuche und Briefe, Unterhaltszahlungen, Gütertrennung usw. Was ist mit dem Auto, wie oft sieht er die Kinder? Der Mann verträgt keinen Stress, so wie Du ihn schilderst. Der schüttelt sich nicht ab wie ein nasser Hund. Und Du kriegst es alles hautnah mit und es nimmt über Monate kein Ende. Und auch nach einer Scheidung ist es nicht zu Ende, denn da sind die Kinder, die verbinden.
Erst willst Du ihm beistehen, ihn unterstützen, aber irgendwann nervt es Dich, denn er ist nicht richtig bei Dir. Sein Jammern, sein Klagen, sein Rückzug in sich selbst, die Kinder-WE. Wie lange gefällt Dir das ohne dass es Dich nervt, weil Du einfach kein eigenes Leben mit ihm hast. Weil er mit einem Fuß immer noch in seiner Vergangenheit hängt.
Ich wundere mich, dass Du das anscheinend nicht verstehst.
Bzgl. einer Nachricht an ihn: Lass es sein, Du machst damti nichts besser, aber Du machst Dich damit klein, egal was immer Du schreibst. Er will es lieber nicht wissen oder er heuchelt Interesse und Mitleid oder sieht es als Möglichkeit, doch wieder anzudocken. Also gewinnst Du nichts, außer einer momentanen Befriedigung, die schnell umschlagen kann in Scham.
Warum lässt Du ihn nicht einfach in Ruhe?
Liebst Du ihn? Wahrscheinlich sagst Du ja, ja, ja!
Wer liebt, kann den anderen gehen lassen, auch wenn es schwer ist und respektiert und achtet die Entscheidung des Anderen.
Also zeige innere Größe und lasse es sein. Später wirst Du froh darüber sein, dass Du nicht geschrieben hast.
Lass ihn in seinem Leben und kümmere Dich lieber um Deines, denn da kannst Du was bewirken. Finde Dein Zuhause in Dir wieder, denn er hat sein Zuhause.