Wer wissentlich eine Affäre mit einem verheirateten Partner eingeht, der ist natürlich auch verantwortlich. Denn der Einfluss einer Geliebten, um mal beim Beispiel von Yoko zu bleiben, ist nicht unerheblich.
Sie gibt dem Mann alles, was er in der Ehe nicht (mehr) hat: Liebe, Spaß, tollen Sx usw.
Und sie will ihn für sich gewinnen und damit greift sie wissentich in ein fremdes System ein.
Natürlich kann man sagen: sie kennt die EF doch nicht, was sollte es sie auch interessieren?
Sie kennt sie höchstwahrscheinlich persönlich nicht, aber sie greift ein, beeinflusst, manipuliert, überredet und nimmt letztendlich in Kauf, dass eine eingeschlafene Ehe endgültig auseinander geht, weil sie ihn für sich haben will.
Das ist meiner Ansicht nach hochgradig egoistisch und letztendlich auch kurzsichtig, weil mancher Schuss nach hinten los geht, wie man immer wieder liest und hört. Die kaputte Ehe, um die ist es nicht schade, denn der Mann hat doch ein Recht auf sein Glück, oder nicht? Und bei mir findet er es, denn ich bin die "Bessere". Dass Kinder und der ganze materialle Summs noch dranhängen, sind halt dann Kollateralschäden. Denn wir beide, wir dürfen das!
Ich sowieso, denn ich bin frei und er, weil er doch auch ein Recht auf sein Glück hat! Rechtfertigungen vor sich selbst sind schell bei der Hand.Und sollte manchmal doch so was wie ein leises schlechtes Gewissen aufkommen, so wird das ganz schnell beiseite gewischt. Das Glück ist zu groß für solche Kleinigkeiten!
Ich hatte mal eine gute Bekannte, die in einem Zirkel von Leuten verkehrte, die sich auf Bekanntenebene kannten. Man wusste voneinander. Die Bekannte war verheiratet und hat eine Tochter und war frisch geschieden. Da fällt ihr auf, dass ein Bekannter, der ebenfalls verheiratet war, merkwürdig oft bei ihr im Geschäft aufschlug, bevozugt kurz vor Ladenschluss. Eines Tages fragte er sie: Gehst Du mal mit mir Kaffee trinken?
Juli, die den Braten roch, sagte kühl: Nein, mit einem verheirateten Mann gehe ich keinen Kaffee trinken.
Das war eine klare Ansage an ihn. Bring Du erst mal Dein Privatleben in Ordnung ehe Du bei mir anklopfst.
Er fragte sie dann nicht mehr, aber er ließ sich dann auch scheiden. Das ging natürlich über Monate.
Dann fragte er Juli erneut und sie stimmte zu. Die beiden sind heute seit Jahren zusammen und auch verheiratet.
Diese Geschichte hat mir damals sehr imponiert. Eine Frau, die nicht mal einen Kaffee mit einem verheirateten Mann trinkt, geschweige denn sich mit ihm ins Bett legt.
Sie war konsequent und handelte moralisch gesehen einwandfrei. Egal wie gut ihr der Mann auch gefiel, mit Altlasten hatte er keine Chance bei ihr.
Und da fällt mir das Thema Achtung ein.
Wie steht eine Frau bei einem potentiellen Geliebten da, die klar ihre Grenzen zieht und wie eine Frau, die sich bedenkenlos und blind vor Verliebtheit mit dem Mann ins Bett legt?
Vor wem hat ein Mann mehr Achtung?
Und ich glaube, dass da durchaus unbewusst viel abläuft. Die Geliebte ist nicht nur, was sein Alltagsleben mit Frau, Kindern und Haus angeht, ein Leichtgewicht. Sie verspielt möglicherweise durch ihre Leichtfertigkeit und Bedenkenlosigkeit sogar den Eindruck als selbst bestimmte und entschiedene Frau, die ihre Grenzen für sich klar definiert hat.
Vielleicht hat auch deswegen die Geliebte letztendlich kaum eine Chance gegen die Ehefrau.
Natürlich sagt man heute leicht, ja, wo leben wir denn? Wir sind doch alle modern, aufgeschlossen usw.
Sechsuelle Freiheit allerorten. Aber ist das wirklich so einfach? Erweckt die AF nicht zu sehr beim AM den Eindruck. letztendlich eine leicht zu habende Frau zu sein, die es nicht so genau nimmt?
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie unbewusst beim Mann an Respekt und Achtung verliert. Dem muss das nicht bewusst sein, er profitiert ja von ihrer Offenheit und Bereitwilligkeit, aber wer weiß, was unterschwellig bei ihm abläuft?
Yokio, Du bist da jetzt ganz schön auf die Schnauze gefallen. Die Realität hat Dich eingeholt. Das ist schmerzhaft, aber irgendwo ist das, was eine andere Frau Dir angetan hat, indem sie Deinen Mann nahm, jetzt auf Dich zurück gefallen.
Das ist die Schule des Lebens. Das Leben erteilt so manche Lehrstunde, auf die wir lieber verzichten würden.
Das ist jetzt nicht schadenfroh gemeint, aber die Parallelität von Yokos Ehe und der jetzigen Affäre ist doch bedenkenswert.