Hallo sonnenschein07,
dass man sich auch an die rein virtuelle Gegenwart eines anderen sehr gewöhnen und Gefühle für diese Person entwickeln kann, ist nun heutzutage nicht so ungewöhnlich. Auch dass man mit Eifersucht reagiert, wenn diese Person dann ihre Aufmerksamkeit auf Dritte statt auf einen selbst richtet finde ich nachvollziehbar.
Trotzdem halte ich speziell euer Konstrukt, oder vielmehr die Gefühlsintensität, mit der du darin festhängst, für ungesund.
Nein, es gibt keinen wirklich belastbaren Grund dafür, sich jahrelang nicht zu treffen, wenn es beide wollen, auch wenn du allerlei Gründe aufgeführt hast. Wie sagt man? Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. Du solltest einmal ganz ehrlich zu dir selbst in dich hinein horchen, warum du ihn letztendlich
wirklich nicht getroffen hast. Hattest du Angst, du könntest ihm nicht gefallen? Oder er dir nicht? Oder etwas anderes vorfallen, was den Zauber verfliegen lässt, was dann bedeuten würde, dass das Schöne, was du mit ihm hattest, vorbei sein würde?
Du konntest auf der unverbindlich-verbindlichen Ebene eures Miteinanders das Gefühl von Nähe erfahren, ohne aber wirklich echte Nähe leben zu müssen. Ich stelle dir daher einfach mal den Begriff Bindungsangst in den Raum, vielleicht magst du dich mal damit auseinandersetzen, es könnte wertvoll für dich sein.
Zitat von sonnenschein07:Er kann auch absolut keine Kritik ab und deshalb konnten wir manchmal auch schwer über uns reden. Und manchmal hat er auch einfach "silent treatment" betrieben, einfach mal abgetaucht und die Frage ignoriert. Er sagt doch selbst dass er ein "Ar." sein kann.
Du hast dir also nicht nur einen Mann ausgesucht, der für dich "unerreichbar" fern und doch so nah war, sondern auch einen, mit dem man aufgrund seiner Persönlichkeitsdefizite keine erfüllende, schöne Beziehung führen kann. Auch das führt meiner Meinung nach wieder zum Thema Bindungsängste. Menschen, die davon betroffen sind, führen oft schwierige Beziehungen oder ungewöhnliche Beziehungskonstrukte mit ungeeigneten Partnern.
Wusstest du, dass es zum Beispiel Frauen gibt, die sich mit Männern "verpartnern", die im lebenslang im Gefängnis sitzen? Die sich in Brieffreundschaften gezielt in solche Männer verlieben, diese gelegentlich besuchen und eine "Beziehung" führen, das geht hin bis zu Eheschließungen. Das sind oft Frauen, die in Wahrheit große Angst vor zu viel Nähe und vor Kontrollverlust in Beziehungen haben. Der knallhart männliche und im Kern doch ganz weiche Typ hinter Gittern, der auf ihre Zuwendung, ihre Versorgung angewiesen ist, den können sie "gefahrlos" anschmachten, idealisieren und "lieben", ihn verstehen usw... er kann ihnen von da aus ja nicht wirklich gefährlich werden.
Warum fällt mir das gerade ein, hat ja mit dir nichts zu tun? Es soll nur ein Beispiel sein um die Mechanismen hinter der "Fernliebe" zu interpretieren und dir zu helfen zu verstehen, wieso ich meine, dass bei dir vielleicht eine Angst vor echtem Einlassen vorliegen könnte. Du bist noch jung und lohnt sich immer sehr, seine eigenen Muster und Probleme näher anzuschauen, um sich weiter zu entwickeln.
Alles in allem würde ich dir daher dringend raten, anstatt irgendwelche Manöver zu starten ihn zurück zu gewinnen, die Gelegenheit zu nutzen, um von der Bekanntschaft Abstand zu gewinnen und die Energie in dein offline-Leben zu investieren. Vielleicht sogar in das Eingehen einer echter Beziehung zu einem warmen, atmenden, duftenden, sich gut anfühlenden anderen Menschen?
Zitat von Isely:Jeder neue Thread in den letzten Tagen , beinhaltet vom jeweiligen Themensteller , er würde runter gemacht werden.
Bin ebenfalls etwas genervt davon, dass in letzter Zeit gehäuft hier Leute abgewatscht werden, die ihre Zeit und Gedankenkraft in die Fragestellung einer fremden Person stecken. Es ist aber zum Glück nicht wirklich
jeder 