KaterCarlo
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ich habe mir lange überlegt, meine Gedanken in einem Forum niederzuschreiben und heute mache ich es. Warum kann ich gar nicht genau sagen - vielleicht tut es mir ja gut.
Kurz zu mir: ich bin verheiratet, habe zwei Kinder im alter um zehn Jahre, bin 40 und habe es vermutlich beruflich sehr weit gebracht. Viele würden sagen, ich bzw wir führen ein schönes Familienleben mit allem was dazu gehört: die Kinder gedeihen, wit haben ein Haus, sind vermögend, fahren regelmäßig in Urlaub, sind im groben und ganzen gesund und haben tolle Berufe und treffen Freunde.
Warum schreibe ich dann hier, obwohl doch alles so toll ist? Na, vielleicht ist es eben doch nicht so perfekt, wie es aussieht. Ich erzähle einfach mal frei drauf los. Unsere beiden Kinder sind sehr fokussiert auf die Mutter. Das heißt, sie vertrauen ihr sehr und brauchen sie sehr oft. Manche würden sagen, sie sind für ihr Alter unsselbstständig und wir würden das nicht verneinen. Unsere Tochter ist sehr speziell und hat schon immer mit ihren Emotionen, Wutausbrüchen, Eifersucht usw. Zu kämpfen. Wir haben dadurch tägliche Kämpfe und zeitlich nimmt das viel Raum ein. Meiner Frau setzt das sehr zu und es gibt oft Tränen.
Durch die Kinder in Kombination mit covid und Arbeit haben sich viele unserer Freundschaften zu Bekanntschaften entwickelt. Teilweise haben sich neue Bekanntschaften und Freundschaften entwickelt aber es sind eher lockere Dinge. Ums an zahlen festzumachen: wir wurden das Jahr über einmal zu jemandem eingeladen. Wir sind, meist die zweite Geige, also wenn jemand nichts vorhat, würde man vielleicht was mit uns machen. Nicht dass der falsche Eindruck entsteht, wir sind sehr gesellig und die Leute signalisieren uns, dass man mit uns Spaß haben kann. Trotzdem sind wir oft zu Hause. Unsere Tochter braucht leider auch viel Zeit zu Hause um in "ihrer" Welt "runter" zu kommen. Rollenspiele und endloses nachspielen von Geschichten ist für sie zwingend.
Ich finde zudem immer weniger den Zugang zu ihr. Keine Ahnung, aber es ist sehr schwer zu ihr durchzudringen. Meine Frau schafft das besser.
Bis vor einem Jahr habe ich mir mit Sport Kompensation verschafft, leider habe ich ein Hüftleiden und darf nur noch wenig machen was mir nicht hilft.
Häufig herrscht bei uns angespannte Stimmung, meine Frau hat auch oft Tränen in den Augen. Ich selbst fühle mich meist unfähig was zu tun, da ich von den Kindern nur eine geringe Akzeptanz erfahte. Wenn ich mich einbringen, ist es oft ein Drahtseilakt, dass sich die kinder auf mich einlassen oder was mit mir ohne die mama machen.
Unsere Eltern leben unweit von uns und brauchen ebenfalls unsere Hilfe. Dazu haben wir unsere eigenen Verpflichtungen für Garten, Haus, Vereine der Kinder usw. Eigene Vreinsaktivität haben wie gar keins.
Meine Frau und ich haben ein Sexleben. Allerdings ist es so, dass ich ein sehr visueller Typ bin und auf bestimmte Kleidung stehe und mir das sexuell sehr hilft. Meine Frau trägt auch manchmal was ich mir wünsche, aber nicht von selbst. Ich muss stets aktiv fragen. Dummerweise sehe ich viele Frauen den Tag über, die sich entsprechend kleiden und das macht mich tatsächlich traurig. Durch den ganzen Stress und die angespannte Dauerlage ist meine Frau mittlerweile die dauernde Jeansträgerin und mag es recht bequem. Nur der Vollständigkeit halber: sie ist schlank und hübsch.
Ich habe mir im letzten Jahr oft Gedanken gemacht, warum ich nicht (mehr) glücklich bin. Es ist eigentlich ganz einfach: das Leben hat seine komplette Leichtigkeit für mich verloren: ich muss alles bewusst machen, nichts passiert einfach mal. Wenn ich jemanden treffen will, muss ich aktiv sein. Niemand fragt uns. Wenn ich mit meinen Kindern was machen will, kommt nur murren und knurren. Meist wird ohnehin abgelehnt. Wenn ich Sexualität nach meiner Vorstellung haben möchte, muss ich aktiv darum bitten. Sport ist nur noch begrenzt möglich, eigene Aktivitäten kollidieren normslerweise mit denen der Kinder. Ich ertappe mich immer öfter, dass ich nach dem Sinn des allem suche oder die Einsamkeit suche, weil ich dann nicht bitten, betteln, hoffen muss.
Vielleicht nehme ich das alles nur falsch wahr. Allerdings sehe ich einfach zu oft um mich herum die Dinge, die ich vermisse.
Warum schreibe ich das alles hier rein? Keine Ahnung. Vielleicht hilft es mir es aufzuschreiben, vielleicht gibt es Leidensgenossen. Vielleicht versteht mich sogar jemand.
Danke