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Ist das verliebt sein oder Abhängigkeit?

P
Zitat von Ricinho99:
Sodass mein Zustand im Prinzip nur von diesen Menschen abhängig war.


"Lustiger Weise" lese ich gerade aus eigener Motivation das Buch " Liebe und Abhängigkeit" von Dr. Halpern. Vielleicht wäre das auch was für dich? Ich finde es sehr verständlich und zugänglich geschrieben.

Nach Küchenpsychologie würde ich auch stark darauf tippen, dass du (leider) irgendwelche Sachen aus der Kindheit mit dir herumträgst. Im Grunde musst du selbst irgendwann da hinkommen, dass du eigenständig erkennst, dass es nicht gut ist, das eigene Wohlbefinden von anderen Menschen abhängig zu machen. (Falls du dich für Philosophie interessierst seien dir die Stoiker ans Herz gelegt).

Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass das viel häufiger in unserer Gesellschaft anzutreffen ist, als man glaubt. Vermutlich sind aber die Ausprägungen immer anders gewichtet und bei dir halt ziemlich heftig.
Irgendwoher muss ja der Spruch kommen "Man sucht immer das was einen schadet". Mal so ins Blaue geschossen würde ich vermuten, dass es negative Bindungserfahrungen aus deiner Kindheit sind- aber wie hier schon mehrmals empfohlen würde ich auch zu einer Therapie raten - was du ja schon machst, was ich sehr gut finde! 👍

x 2 #16


M
Zitat von Ricinho99:
Tatsächlich habe ich bereits eine Therapie gestartet. Allerdings erst am Anfang.


Das klingt erstmal gut. Smile Gefällt Dir das, sagt Dir das zu?

Zitat von Ricinho99:
Dennoch hatte ich irgendwie das Bedürfnis, meine Gedanken hier mal zu teilen und ob es andere Menschen gibt, die ähnliche Szenarien erlebt haben und Erfahrungen dazu haben. Dass das nicht ganz normal ist und vermutlich viel mit meiner Kindheit zu tun hat, ist klar. Das habe ich bereits realisiert. Aber ein Erfahrungsaustausch bzw. eure Meinungen würden mich trotzdem interessieren.


Na klar, verständlich!

Zitat von Ricinho99:
Habe das Gefühl, ich brauche und will die Nähe und Aufmerksamkeit - aber wenn sie zu viel wird, geht es auch nicht. Also Verlustangst und gleichzeitig Bindungsangst…


Also praktisch innerlich zerrissen.
Gibt nichts, was man nicht wieder ein bisschen hinkriegen kann! Das wird schon! Smile
Hab' Geduld!

#17


A


Ist das verliebt sein oder Abhängigkeit?

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M
Zitat von paul258:
Falls du dich für Philosophie interessierst seien dir die Stoiker ans Herz gelegt


Die sind nicht schlecht. daumen hoch

Zitat von paul258:
Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass das viel häufiger in unserer Gesellschaft anzutreffen ist, als man glaubt.


Das glaube ich auch.

#18


Ricinho99
Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

Denkt ihr, dass es bei der emotionalen Abhängigkeit (wo ich mir ziemlich sicher bin aus selbstreflektion) eher besser wäre, den Kontakt zu den Menschen abzurechen, um sich davon loszulösen? In diesem Fall hängt auch eine Freundschaft daran. Das macht es etwas schwerer, wo ich nicht so recht weiß, damit umzugehen.

x 1 #19


M
Zitat von Ricinho99:
Denkt ihr, dass es bei der emotionalen Abhängigkeit (wo ich mir ziemlich sicher bin aus selbstreflektion) eher besser wäre, den Kontakt zu den Menschen abzurechen, um sich davon loszulösen? In diesem Fall hängt auch eine Freundschaft daran.


Ich denke nein! NICHT abbrechen.
Aushalten.
Da das bei Dir ja mehr oder weniger ein generelles Problem ist, hätte das dementsprechend langfristig zur Folge, dass Du immer sämtliche Kontakte abbrichst und somit IMMER ALLEIN bist. -Und das wäre doch schrecklich, oder ?

x 4 #20


V
Zitat von Ricinho99:
Erstmal vielen Dank für eure Antworten! Denkt ihr, dass es bei der emotionalen Abhängigkeit (wo ich mir ziemlich sicher bin aus selbstreflektion) eher besser wäre, den Kontakt zu den Menschen abzurechen, um sich davon loszulösen? In diesem Fall hängt auch eine Freundschaft daran. Das macht es etwas schwerer, wo ...

Es wäre eher besser aufzuhören deine Bindungsängste auf andere Menschen zu projizieren und an DIR zu arbeiten, statt im Außen zu arbeiten und zu überlegen mit wem Du wie den Kontakt abbrichst. Wenn sich in die etwas ändert, dann erledigt sich das Äußere oft manchmal von alleine. Beziehungen werden entspannter und einfacher. Mach dringend eine Therapie (eher Tiefenpsychologisch anstatt VT, da dort die Beziehungsmuster der Kindheit auch im Vordergrund stehen und in Beziehung zum Therapeuten Platz haben), hol Dir Bücher dazu, das Internet ist voll von Attachment Theory.

x 3 #21


V
Zitat von Ricinho99:
Tatsächlich habe ich bereits eine Therapie gestartet. Allerdings erst am Anfang. Dennoch hatte ich irgendwie das Bedürfnis, meine Gedanken hier mal zu teilen und ob es andere Menschen gibt, die ähnliche Szenarien erlebt haben und Erfahrungen dazu haben. Dass das nicht ganz normal ist und vermutlich viel mit meiner ...

Avoidant Attachment, ängstlich vermeidener Bindungsstil oder desorganisierter Bindungsstil, emotionally unavailable. Kannst Du alles googeln, im Endeffekt musst Du es halt schaffen durch die unangenehmen angstmachenden Gefühle durchzugehen, die Nähe auslösen. Ganz kleine Schritte. Sonst wird Nähe und Verbindung nur ausgehalten, wenn sie nicht bedrohlich ist, dann fühlst Du dich aber wieder alleine, weil Person ja dann weg.

x 1 #22


Ricinho99
Zitat von Verbene_-:
Avoidant Attachment, ängstlich vermeidener Bindungsstil oder desorganisierter Bindungsstil, emotionally unavailable. Kannst Du alles googeln, im ...


Habe mich mit den 4 Bindungsstilen auch bereits beschäftigt!
Dazu habe ich mich jedoch sehr eindeutig im unsicher ängstlichen Stil gesehen (unsicher ambivalent). Da passen fast alle Punkte auf mich. Gerade das starke abhängig machen und Faktoren wie Eifersucht, schlechtes Selbstwertgefühl usw.

Bei kommen dann halt noch zusätzlich Bindungsängste hinzu. Bisher habe ich noch keine „richtige“ Beziehung geführt. Einfach ein Nähe-Distanz Problem. Mich frisst es auf, wenn ich die Nähe und Aufmerksamkeit von dem Menschen, den ich mir unbewusst für diese Abhängigkeit gesucht habe, nicht bekomme. Bekomme ich sie aber zu viel und zu intensiv, wird es mir too much…eine gesunde Beziehung ist so einfach nicht möglich.

x 2 #23


V
Deshalb ja desorganisiert. Das ist ängstlich und vermeidend in einem.
Ach so und es läuft vermutlich ungefähr ganz salopp ausgedrückt so ab: wahrscheinlich hast Du irgendwo in deiner Kindheit erlebt, dass gesunde Nähe nicht gegeben war und sich ein Elternteil distanziert verhalten hat. Du hast Dir die Aufmerksamkeit und Zuwendung gewünscht, aber nicht bekommen. Danach sehnst Du Dich jetzt. Wenn Du sie dann aber bekommst und es zum greifen Nahe ist dann bekommst Du Panik und deine unbewussten Anteile denken "Nein nein das darf nicht sein, dann würde ich ja alles erfüllt bekommen was ich mir schon immer gewünscht habe, das kenne ich nicht, das fühlt sich bedrohlich an" und dann hast Du plötzlich keine Gefühle mehr, es wird Dir zu viel und Du blockst ab. Gefahr gebannt. Nach einiger Zeit hat sich dein Nerven/Emotionales System wieder beruhigt, und Du kannst die Person dann wieder kontaktieren, nur haben die dann halt keinen Bock mehr auf dein Karussell.

Der Weg da raus:

1. Gesundes Selbstwertgefühl aufbauen, emotionale Regulation üben, damit Du das selbst machen kannst und nicht im Außen suchst (hilft für Angst und Eifersucht, Person muss sofort antworten), Dich fragen ob dein Leben erfüllt ist (Hobbies, Beruf, Familie)
2. Welche Art von Bindung will ich? Dir klar werden nach was dein erwachsenes Ich sucht.
3. In kleinen Schritten jemanden kennenlernen und Nähe einschleichen, so dass Du der Person vertrauen kannst und es nach deinem Tempo geht--> Die person wirklich kennenlernen. Wenn Sie verheiratet ist/Du nur Affaire etc bist dann weg damit, Du willst ja echte Beziehung oder?
4. Klar kommunizieren wo deine Grenzen sind, welche Schwierigkeiten Du hast mit Bindungen und selbstverantwortlich handeln.

x 6 #24


D
Zitat von Ricinho99:
Mich frisst es auf, wenn ich die Nähe und Aufmerksamkeit von dem Menschen, den ich mir unbewusst für diese Abhängigkeit gesucht habe, nicht bekomme

Du suchst Dir unbewusst Menschen die abhängig sind ?! Das bezweifle ich , dass Du es unbewusst tust , weil Du dieses benennen kannst . Smile

#25


Ricinho99
Zitat von Debby3:
Du suchst Dir unbewusst Menschen die abhängig sind ?! Das bezweifle ich , dass Du es unbewusst tust , weil Du dieses benennen kannst . Smile

Ich mache mich abhängig von den Menschen - nicht die Menschen von mir. Es sind auch immer charakterlich sehr ähnliche Typen. Eher kalt, distanzierte Menschen und wenig empathisch und Gefühle können sie weniger zulassen. Also im Prinzip können sie mir genau das nicht geben, was ich zunächst suche.

Ich würde behaupten, mein Unterbewusstsein sucht sich aufgrund der Vergangenheit diese Menschen aus, um das gleiche nochmal zu empfinden und versuchen möchte, diese dann aber umzudrehen und das zu bekommen, was ich damals nicht bekommen habe. Macht das Sinn? 😄

x 5 #26


Ricinho99
Zitat von Verbene_-:
Deshalb ja desorganisiert. Das ist ängstlich und vermeidend in einem. Ach so und es läuft vermutlich ungefähr ganz salopp ausgedrückt so ab: ...


Das ergibt tatsächlich absolut Sinn…fange an das ganze besser zu verstehen. In der Therapie versuchen wir an diese Ereignisse aus der Kindheit heran zu kommen, um diese dann aufzulösen. Und somit auch die Verhaltensmuster nach und nach sich auflösen.

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Milly85
Zitat von Ricinho99:
Hallo liebe Leute, ich gerate immer wieder in gleiche Situationen. Es entsteht etwas zu emotional unerreichbaren Menschen. Die teilweise viel älter ...

Klingt ein wenig toxisch… was kannst du uns über deine Familienverhältnisse erzählen?

#28


Ricinho99
Zitat von Milly85:
Klingt ein wenig toxisch… was kannst du uns über deine Familienverhältnisse erzählen?


Eigentlich habe ich tolle Eltern, die heute auch vieles immer noch für mich tun. Es gibt ein paar Situationen in meinem Bewusstsein, die emotional einiges in mir auslösen. Allerdings eher im jugendlichen Alter. An meine frühe Kindheit (0-6 Jahre), wo ja die Prägungsjahre auch sind, komme ich selbst nicht ran. Eine Situation habe ich Kopf, die wohl mit Todesangst zu tun hatte.

Und ansonsten weiß ich noch, dass ich wohl ein Kind war, welches sehr viel geschrien hat und sehr anstrengend war. Auch immer Probleme mit Nahrung gehabt bzw. Verdauung. Zudem bis 10-11 Jahren (schätzungsweise) häufig noch bei meinen Eltern geschlafen bzw. nachts rüber gegangen. Solche Dinge könnten vermutlich schon auf einiges hindeuten?!

#29


M
Zitat von Ricinho99:
Ich würde behaupten, mein Unterbewusstsein sucht sich aufgrund der Vergangenheit diese Menschen aus, um das gleiche nochmal zu empfinden und versuchen möchte, diese dann aber umzudrehen und das zu bekommen, was ich damals nicht bekommen habe. Macht das Sinn?


Das macht total Sinn! Du kämpfst um die Liebe der "Eismenschen", und wenn Du sie dann hast, macht es Dir Angst, weil es zum einen völlig ungewohnt ist und zum anderen ungewiss, wie lange deren Liebe und Zuneigung für Dich von Dauer ist. -Also Angst vor Neuem und Angst vor möglichem Verlust.

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