Hi zusammen,
ja, ich habe schon länger nicht mehr geschrieben und es wird mal wieder Zeit für ein Update über das Erwähnenswerteste in chronologischer Abfolge. Insgesamt erkennt man schon ein Auf und Ab, aber letzten Endes bleibt es eine Stagnation. Was passiert ist, hätte ich euch so oder ähnlich auch im Februar schreiben können...
Echt gute Ehetherapiesitzung
:- Wir sollten uns gegenüberstellen, uns dann für die gemeinsame Zeit bedanken und uns sinngemäß "Leb wohl!" sagen (der Ehetherapeut hat uns einen Text vorgelegt). An dieser Übung ist meine (Noch-)Frau gescheitert. Sie fing an zu weinen und mir kullerten auch die Tränen, ich hätte das auch nicht gekonnt. Diese Endgültigkeit fühlte sich für uns beide zu schrecklich an.
- Meine Bedingung für einen neuen Ehetherapietermin (der erst im Juni sein wird), war, dass ich ihn nur dann wahrnehmen möchte, wenn wir an unserer Beziehung arbeiten und sie versuchen zu retten. Eine Trennungstherapie ist nicht in meinem Interesse. Sie akzeptierte diese Bedingung!
- Wir verbrachten einen schönen Tag miteinander und umarmten uns sehr lange zum Abschied. Sie wollte nicht mehr länger bleiben, weil sie befürchtete, dass ihr das Weggehen sonst noch schwerer fällt oder sie dann gar nicht mehr geht. (--> Eigenartiger Satz, sie ist eine Meisterin der Doppeldeutigkeit.)
Nichtsbringende Begegnungen
:- Ich hielt die Kontaktsperre aufrecht. Treffen und Telefonate, um etwas zu besprechen, gab es nur von ihrer Initiative.
- Das ist ein Punkt, der so auch hätte ganz am Anfang der Trennung stehen können, ein hin und her: "Wir sind
jetzt getrennt, ich weiß nicht, was in einem Jahr ist..." --> Ihr häufigster Satz in diesem Zusammenhang! Was meine Bedingung in der Ehtherapie anging, war sie wieder unstimmig: Mal möchte sie eine Trennungstherapie, mal einen Neuanfang, das wechselt.
- Sie weint sehr, sehr viel (!), wirklich jedes Mal, wenn wir auf das Thema Beziehung kommen. Die Trennung fällt ihr auch schwer... Aber offensichtlich nicht so schwer, als dass sie einen Kurswechsel einschlagen würde.
Unser letzter Kontakt
:- Nach einem sehr emotionalen Telefonat meldete sie sich nochmal, teilte mir mit, dass wir eher nicht wieder zusammen sein werden, ich soll ohne sie weitermachen, weil jeder für sich alleine durch müsse. Und sie entschuldigte sich für ihre Unklarheit. Es wäre wahrscheinlich am besten, wenn wir einen Cut machen.
- Ich stimmte ihr zu und antwortete, dass ich das auch nicht mehr aushalte und nun einen Cut setze. Ich akzeptierte die Trennung und werde nicht mehr weiter kämpfen. Was unseren Hund betrifft, stellte ich eigene Regeln auf, die für mich ok sind und die sie zu akzeptieren hat.
- Sie konnte das verstehen und nachvollziehen, weinte dabei noch stärker als sonst (dabei ging es ihr aber auch viel um den Hund...). Sie ließ mich wissen, dass ihr das alles auch sehr schwer fällt und das auch schrecklich für sie sei.
- Ich glaube, diese klare Ansage von mir, war die mit Abstand beste Aktion, die ich in letzter Zeit gebracht habe. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber in jedem Fall sind wir nun aus der Stagnation raus. Ich bin aus der Phase des Rumeierns raus und lasse mir nicht mehr alles gefallen.Sie zieht wieder um
:- Sie will ihr Zimmer verlassen und in eine Wohnung ins Grüne ziehen. Ich sehe das zweischneidig:
--> + Sie zieht nicht mit dem Bengel zusammen (sogar etwas weiter von ihm weg), sie lebt wieder mehr ihrem Alter entsprechend bzw. entwickelt sich wieder mehr in ihre "alte" Richtung, als wir noch zusammen waren
--> - Sie denkt folglich nicht daran, in den nächsten Monaten wieder in unsere alte Wohnung zurückzuziehen, sie baut sich also weiter ein Leben ohne mich auf (mit ganz eigenem Haushalt)
So geht's weiter:- Ich werde mich noch viel stärker auf mich fokussieren und mein Leben ohne sie planen, auch wenn sich das Kapitel Ehe (im Inneren) noch nicht ganz abgeschlossen anfühlt. Diese Überinterpretatiererei meinerseits hat nichts gebracht. Die Frage "Wie soll ich dieses Zeichen von ihr verstehen?" soll meinen Kopf nicht mehr vereinnahmen, ich muss mich da abkapseln.
- Zur nächsten (vielleicht letzten) Ehetherapiesitzung sehen uns also in ein paar Wochen wieder. Ich kann nichts verlieren, ich lasse den Termin so stehen, sie kann ihn absagen. Meine Hoffnung ist gering, aber noch nicht begraben, das kann ich nicht kontrollieren. Ich werde aber daran arbeiten, offen zu sein für alles, was passiert...
- Ansonsten geht es mir mal gut, mal schlecht, mit der Zeit nehmen die guten Tage zu. Aber die unsagbar traurigen Stunden und Tage kommen leider weiterhin, in derselben heftigen Intensität wie noch am Anfang...
Naja, etwas chaotisch der Text, aber das wichtigste ist drin...