Und so schnell ist ein Jahr herum. Gestern war ein Jahr nach Tag X. Der Tag an dem meine ganze Welt auseinander gefallen ist und ich habe es überlebt.
Streckenweise habe ich nicht daran geglaubt,dass diese grausamen Gefühle jemals vorbei gehen werden,aber sie sind es.
Ich bin dankbar dafür,dass wir als Eltern so gut zusammen arbeiten und uns gut verstehen. Mein Ziel,dass unsere Kleine so wenig wie möglich unter der Trennung leiden soll,habe ich,denke ich erreicht und darauf bin ich sehr stolz.
Ganz spurlos ist das ganze natürlich nicht vorübergezogen. Die Sommerflirt Geschichte läuft noch immer und es ist eine handfeste Affäre geworden,bei der ich das Gefühl habe auf der Stelle zu treten. Er hat noch immer seine Polybeziehung (sie mit mehreren Männern) Er hält mich vor seinen Freunden,seiner Familie und ihr zwar nicht Geheim, dass da mehr läuft als wöchentliches Freizeitprogramm mit den Kindern,weiß seine Partnerin allerdings nicht. Spüren tut sie es,da sich die beiden schon öfters gestritten haben wegen mir und er das ganze mit ihr fast wöchentlich beenden will.
Jedes Mal wenn er mir davon erzählt und im gleichen Zug versucht über "uns" zu sprechen mache ich zu und leugne manchmal sogar jegliche Gefühle. Obwohl ich am liebsten schreien würde,dann beende das ganze und lass es uns versuchen.
Letzte Woche habe ich versucht etwas Abstand zu schaffen um meinen Kopf wieder klar zu bekommen und mich zu sammeln das ganze zu beenden,weil ich dachte ich bilde mir nur ein dass er auch Gefühle hat.
Als ich dann erst spät abends auf seine Nachrichten geantwortet habe,was ihm gar nicht gefallen hat, bekam ich ein kryptisches"ich bin gerade angetrunken total verwirrt und verloren und geh jetzt besser schlafen"
Auf mein Angebot mit ihm darüber zu reden kam "mach ich,aber nur vielleicht." Somit war der Abstand wieder dahin und ich habe wieder Hoffnungen.
Samstag wieder ein Ausflug mit den Kids und seinen Freunden. Gestern war er bei mir und wir haben den Tag kuschelnd und redend auf dem Sofa verbracht.
Ich weiß es ist unausweichlich mit ihm zu reden,auch auf die Gefahr hin,dass es dann vorbei ist.
Und ich weiß auch gar nicht was ich mir für einen Rat erhoffe. Vielleicht ist es einfach nur die herbstliche Melancholie die mich heute so runterzieht,aber Gedanken aufschreiben hilft mir immer.
Danke fürs lesen und euch allen einen schönen Wochenstart
