Dieser Thread ist jetzt auf der 18. Seite,
Jetzt möchte ich auch etwas dazu schreiben, denn ich hatte Ähnliches erlebt.
Liebe Elisa69
Du tust dich super schwer damit, deinem EM zu verzeihen und mit ihm neu zu starten.
Warum?
Liegt es an deinem EM?
Liegt es an dir?
Es scheint vielfältige Gründe zu geben.
Zum einen bist du nur ein Mensch (nicht Herkules) und somit nicht unbedingt in der Lage, obwohl es deIn Verstand längst realisiert hat, deine Gefühle damit in Einklang zu bringen.
Warum?
Weil es schwer ist.
Weil du immer noch wütend bist und Groll empfindest.
Weil es dir ungerecht erscheint:
Dein Mann hatte eine schöne Zeit und du hast jetzt eine leidvolle Zeit.
Weißt du, vor knapp 5 Jahren erfuhr ich ebenfalls von dem Betrug meines Mannes.
Erschwerend kam bei mir hinzu, dass seine AF meine langjährige und beste Freundin war.
Vielleicht kannst du dir vorstellen, dass es für mich eine Katastrophe war (doppelter Verrat).
Nun, ich möchte jetzt nicht erneut und hier (wie schon diverse Make beschrieben) unseren darauffolgenden mühseligen Prozess erläutern..., aber trotzdem so viel: Es war schwer, und es hat sich letztendlich gelohnt.
Auch ich war anfangs voller Kummer, Unverständnis, Trauer - aber auch voller Zorn, Groll, Rache und Wut.
Irgendwann erkannte ich, dass diese negativen Gefühle letztendlich auch mir schaden.
Dann versuchte ich in mir zu ergründen, was ich tatsächlich möchte - völlig frei von irgendwelchen Verlustängsten.
Ich stellte mich in meinen eigenen Fokus und blendete die Erwartungen meines Umfelds (so gut es geht) aus. Nun, das klingt leicht - ist es aber nicht.
Da ich finanziell komplett unabhängig bin, war es trotzdem möglich, mich komplett auf mich zu konzentrieren.
Nun, irgendwann, nachdem mein Mann sich wirklich angestrengte und mir seine Liebe wirklich oft mit Worten und Taten gezeigt hatte, erkannte ich für mich, dass auch ich ihn immer noch so liebe, dass eine Trennung viel mehr weh tun würde.
Ich liebte ihn nach wie vor und empfand ihn und alles war er jetzt tat, als aufrichtig.
Ich akzeptierte dann seine Entschuldigung und verzieh ihm - mit allen Konsequenzen, die da sind: keine Vorwürfe und Vorhaltungen in der Zukunft.
"Verzeihen" heißt auch, dass es zukünftig nicht mehr bei Diskussionen und Auseinandersetzungen eine Rolle spielen darf.
Es gibt keine zukünftigen Rollen:
Kläger - Angeklagten
oder
Opfer - Täter
...
Nicht einfach!
Übrigens, das sind Regeln, die ich mir selbst auferlegte.
Denn anderenfalls wäre es für mich unehrlich erschienen.
Und Ehrlichkeit und Offenheit waren die obersten Bedingungen unserer neuen Ehe.
Zitat von Elisa69: Wie Isely schreibt, kann es auch Scham sein, das er nicht mehr darüber sprechen mag. Er sieht, wie ich leide und weiß auch, das er dies ausgelöst hat.
Ja klar, ist es Scham. Das wurde mir von meinem Mann auch so berichtet. Das hieß aber nicht für mich, dass er sich nicht dieser Scham stellen musste. Denn das gehört dazu.
Scham ist ein Gefühl, das schwer zu ertragen ist, aber dennoch wichtig, um die eigene Tragweite des eigenen Handelns zu erkennen.
Nur, irgendwann muss es dann auch gut sein.
Eine Partnerschaft auf Augenhöhe funktioniert nicht, wenn sich einer von beiden ständig schämen muss.
Tatsächlich ist irgendwann der ständige Blick in die Vergangenheit nicht mehr zielführend.
Genau das ist das Ziel!
Wann es so weit ist, entscheidest du - mit Fingerspitzengefühl.
Liebe Elisa69
Versuch für dich herauszufinden, was dir noch fehlt.