Hey @roselin,
ich hab das Topic mal soweit überflogen, gehe aber bewusst nicht auf die laufenden Gespräche ein da ich dazu nicht viel anzumerken habe.
Aber um auf die Frage deines Opening Post einzugehen.
Ja, ich kenne das gut und plage mich selbst aktuell ziemlich herum damit! Das klingt sicherlich verrückt, aber es ist erfrischend zu wissen, dass man nicht der einzige ist dem es so geht.
Meine Situation ist recht ähnlich sogar - meine Trennung ist nun was um die 2 Monate her und meine Ex-Partnerin war irgendwie auch mein Anker-Punkt gewesen. Mir war bis dahin auch kaum bewusst, wie viel meiner Freizeit ich in die Beziehung investiert hatte - der Fluch, wenn der Partner auch gleich der beste Freund wird, schätze ich.
Auch ich habe eher einen kleinen, überschaubaren Freundeskreis - obwohl ich durch meine Hobby und Club Aktivitäten durchaus viel Umgang habe mit allerhand Personen. Ich bin über die Jahre sehr vorsichtig geworden, wem ich vertraue, aufgrund einiger herber Erlebnisse in den Vergangenheit und auch wenn ich nicht gerne drüber spreche - meinen ca 10 Jahren Erfahrung mit Mobbing in der Schule und der Ausbildung.
Von der Neurodermitis kann ich ebenso ein Lied singen - viele haben auch einfach gar keine Vorstellung, wie lästig das sein kann wenn mann einen längeren Schub hat (Mein Letzter ist zum Glück wieder etwas her - *Drei Kreuze mach*).
Ich kann deine Gefühlslage wirklich gut nachvollziehen - nach der Trennung hatte ich auch verstärkt das Gefühl, an nichts wirklich Freude zu haben. Alles kam mir und kommt mir stellenweise immer noch, wie ein Lückenfüller vor. Früher habe ich durchaus einfach mal begeistert eine Serie auf Netflix angesehen z.B. - heute kommt es mir so vor als würde ich damit nur versuchen, krampfhaft Zeit totzuschlagen bis mal wieder etwas passiert.
Mein erster Ansatz waren ebenso Hobbys. Ich hab meine bestehenden intensiver angepackt, hab meinen inneren Schweinehund überwunden und Leute einfach gefragt, ob sie mit mir auf Festivals und Konzerte fahren wollen und habe sogar einen Kampfsport ausprobiert, zusätzlich zu meinem Cardio Programm, welches ich gesteigert habe. Hauptsache jede Minute Freizeit verplanen - Wirklich gebracht hat mir aber nichts davon etwas!
Leider hat dieses extreme steigern meiner Kontaktfreudigkeit eher dazu geführt, dass meine wenigen Freunde mehr auf Distanz gegangen sind - weil es anstregend wurde. Ich bin da ehrlich zu mir - ich war anstregend die ersten Wochen und bin es aktuell sicher stellenweise immer noch!
Aber deshalb versteh ich deinen Wunsch wirklich gut! Mann möchte mehr sozialen Umgang, man möchte was unternehmen und erleben mit anderen, aber zeitgleich fehlt einem der Weg einen Draht zu Anderen aufzubauen. Ich wollte bei bestimmten Gruppen wirklich gerne mit, aber man war meist sehr distanziert zu mir und ich habe das meist nicht wirklich verstanden, da ich immer recht bemüht war offen und aktiv zu sein gegenüber neuen Leuten.
Anfangs sehr und mittlerweile noch sporadisch, hat mich das allein sein an einem Wochenende und vor allem Abends auch kirre gemacht. Antriebslosigkeit pur - nichts war wirklich sinnvoll oder spaßig allein. Ich hatte sogar angefangen meine Wohnung umzubauen, einfach um beschäftigt zu sein.
Die Unglücklichkeit ist mir ebenso nicht fremd. Bis vor wenigen Monaten war ich noch rundum zufrieden und plötzlich... Naja. Aber was will man machen. Ich bin derzeit dabei meinen Frieden mit mir zu machen und lerne grade das Solo sein wieder - so bescheuert das auch klingen mag.
Bei mir ist es genau umgekehrt - ich stürze mich aktuell geradezu in den Haushalt, da mir die Ablenkung recht ist! Beruflich ist alles okay bei mir - mein Job ist nicht übel und ich kann mich da nicht beklagen und der Sport ist auch ein netter Ausgleich - aber irgendwie will man halt doch noch etwas mehr?
In meiner Ex Beziehung war ich die Haushaltsperson - wenn auch eher unfreiwillig. Das ging soweit, dass ich irgendwann ein Whiteboard in der Küche aufhing, um Pflichten zu verteilen für den Haushalt!

Aber ich habs immer gerne gemacht und man liest hier etwas vom Helfersyndrom - kann gut sein, schätze ich

. Ein wenig vermisse ich es auch sogar - aber es ist ehrlich auch schön mal wieder mehr Zeit für sich zu haben, sobald man sich an die Umstellung gewöhnt. Wobei mir das selbst noch oft genug schwer fällt.
Der Tipp mit dem Haustier ist wirklich interessant, den ich hier vorhin gelesen hatte. Ein Hund wäre toll, aber meine Hausverwaltung würde mich lynchen! Aber vielleicht ja ein paar Fische?
Eine Sache die mir schmerzlich bewusst wurde mittlerweile ist, dass ich mir zu selten die Frage gestellt habe was andere für mich tun. Grundsätzlich erwarte ich nichts von einer Person, die ich gut leiden kann - aber ich habe dazu geneigt mich für Leute aufzureiben, die mir diesen Gefallen auf keine Weise vergolten haben! Schlussendlich bin ich jetzt also vorsichtiger geworden, für wenn ich meine Zeit und Energie aufbringe.
Und ja, ich finde auch das meine Ex meine besten Seiten zum Vorschein gebracht hat und dafür vermisse ich sie durchaus sogar - aber mir ist ebenso klar, dass es auch andere Personen gibt die so einen Effekt auf mich haben und letztlich ist es ja nur wichtig, dass man mit sich selbst zufrieden ist - das spornt mich aktuell am meisten an. Ich habe lange ad acta gelegte Ziele wieder aufgegriffen und habe mir einfach kurzer Hand selbst verboten, aufzuhören bevor ich diese erreicht habe.
Kurz gesagt, ich kann dich gut verstehen - aber viele der Ratschläge bisher sind wirklich nicht übel wie ich finde! Ich sag mal, das wird schon.