Zitat von Soloperme: um Exklusivität betteln, die von der anderen Seite nicht gewünscht ist, verletzt noch mehr.
Ich weiß nicht, aber kann es nicht sein, dass das der "Fehler" ist?
In einer Freundschaft Exklusivität zu erwarten ist doch ziemlich einengend, oder? Und wird es ja sowieso niemals geben - Gott sei Dank! Weil das wäre ja irgendwie ziemlich toxisch.
Ich glaube, dass die Themen Freundschaften und Beziehung dort einen großen Schnittpunkt haben: man muss ganz rational erkennen wann es richtig ist zu gehen. Wer es "wert ist" in meinem Leben zu sein. Eine Freundschaft, wie auch eine Partnerschaft, darf niemals den Status haben, dass mit ihr alles steht und fällt im Leben. Im Grunde darf es nicht sein, dass das eigene Wohlergehen abhängig gemacht wird von einem Menschen der nicht Ich bin.
Das heißt natürlich nicht das Gegenteil! Das man ein verbitterter Einsiedler werden sollte. Nein.
Aber ich denke, wenn man es schafft ein gutes Leben mit sich selbst zu führen, ist das verdammt viel wert und wirkt auf Menschen am Ende sogar anziehend (in welcher Form auch immer).
Ich hatte in meinen 20er solche Phasen. Einerseits buddelt ich mich zu Hause ein und habe unzählige Bücher gelesen was echt schön war. Zeitgleich wollte ich Freunde haben und landete genau deshalb bei schlechten Menschen.
Heute meine ich zu erahnen: man muss den Menschen oft einfach nur freundlich zu gewandt sein. Und man muss aktzeptieren, dass ein Großteil der Menschen nichts für einen ist. Zeitgleich hilft es natürlich Gelegenheiten zu schaffen. Sei es auf Arbeit, sei es im Verein. Sei es via Apps usw. (Wie beim Dating halt). Den negativen Ausgang aber immer mitbedacht - man passt einfach nicht zusammen.
Auch bedeutet Freundschaft nicht gleich Freundschaft. Menschen verändern sich. Die Welt verändert sich.
Und am Ende bleibt wie immer: das Handeln ist die Botschaft.
Wenn also jemand mir drei Mal absagt ohne ein Gegenvorschlag zu machen - sehe es nicht als Verletzung! Sehe es als enormen Zeitgewinn. Natürlich tut Ablehnung weh! Wir sind Menschen (und am Ende sind es chemischer Prozesse im Kopf, genau wie das Weinen wenn wir traurig sind oder das Lachen wenn wir glücklich sind - mehr aber auch nicht. Es ändert rational gesehen NICHTS an unserem Leben).
Ich würde dann auch einfach den Kontakt einstellen.
Auch habe ich in den Jahren eine tolle Sache gelernt: die falschen Menschen im Leben sortieren sich IMMER selber aus, wenn man einfach zu sich selber steht. Es bleiben einige, vielleicht nicht viele, vielleicht gerade gar keiner - aber die falschen gehen und suchen sich halt andere - und werden am Ende des Tages niemals diese Glückseligkeit erleben in einer Freundschaft, wie man sie selber sucht - was gut ist (!), weil vielleicht wollen sie das auch gar nicht, was ihr gutes Recht ist.