×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

1413

Keine Worte, nur Schmerz

brokenforever
Zitat von Margerite:
Aber Du scheinst ihn auch nicht sehr gut zu kennen.


Okay wow, finde ich krass, deine Behauptung.

Aber naja es gibt ein Update:

Waren heute Spazieren und es ist nach einigen Metern doch von seiner Seite aus ziemlich emotional geworden: zuerst fragte ich ihn, wie es ihm geht. “Ja…gut..eigentlich…ganz ok gut”
ich: “ah okay, schön”
Dann platzte es aus ihm raus, es geht ihm gar nicht gut, er kann überhaupt nicht schlafen max. 1h pro Tag und er hasst das dienstlich herumreisen schon so, er will nicht so leben. Es geht ihm dreckig.
Er hat mir die Gründe für sein Handeln erklärt, alles wurde ihm zu viel, nur noch Baustellen überall und er “musste sich von allem befreien”
Mittlerweile habe er über meine Worte nachgedacht und eingesehen, dass ich auch eine Meinung über unsere Zukunftsperspektiven habe, die nicht weniger zählt als seine.
Das sei ihm jetzt klar. Und er kann meine Seite auch verstehen und annehmen.
Er war so wertschätzend und offen.
“Wir kriegen das wieder hin” meinte er, und war mir so dankbar, ihn nicht gleich aufgegeben zu haben. Ich habe zu ihm gesagt, eine starke Beziehung übersteht auch so eine Krise.

Weiters meinte er (sagte er ziemlich am Anfang) - er wünscht sich mehr gemeinsame Zeit mit mir. Es sei zwar gut, dass wir viel ‘unser eigenes Ding’ machen, aber gemeinsam was Schönes unternehmen etc. oder auch einfach nur gemeinsam mit dem Hund was machen - mehr Paarzeit eben.

Mir ging es bis zum Treffen richtig mies, weil ich gar nicht wusste, was er sagen wird und ich mit dem Allerschlimmsten gerechnet habe.
Daher bin ich ein jetzt ein bisschen beruhigt.
Konnte auch endlich wieder etwas essen. Muss echt wieder was auf die Rippen bekommen.
Bis Mitte Februar ist er jetzt mal fast durchgehend weg.
Ich weiß nicht, ob wir uns dazwischen sehen, muss auch ehrlich gesagt nicht sein. Mich stresst es eher mehr, da er noch in der labilen Phase ist und ich nicht so tun will, als sei alles normal. Ich will nicht einfach so zum Alltag übergehen.
Wenn er wieder da ist, reden wir über all die offenen Themen, die “Missing Links” über unsere Zukunft, die noch nicht besprochen wurden.

Was mir so ein bisschen gefehlt hat, war die Einsicht, wie weh er mir eigentlich getan hat. Ich fragte ihn zwar, ob er sich vorstellen kann, wie es mir dabei geht - er meinte ja, kann er (und bekam Tränen in den Augen) aber so richtig bewusst ist es ihm wohl irgendwie nicht. Oder, noch nicht.

Er schrieb mir danach “Danke🙏🏼

x 4 #601


A
Zitat von brokenforever:
zuerst fragte ich ihn, wie es ihm geht. “Ja…gut..eigentlich…ganz ok gut”

Hat er dich gefragt, wie es dir geht? Ging es in dem Gespräch auch um dich, das kann ich nicht rauslesen.

#602


A


Keine Worte, nur Schmerz

x 3


brokenforever
@Akelei76

Jein. Ich habe von meiner Seite aus (beim Treffen nach dem Langaufen, dann bei der Paartherapeutin) alles KLAR gesagt.
Hatte jetzt nicht das Bedürfnis, mich zu wiederholen.
Es ging schon viel um mich, er war wertschätzend, dankbar und sehr aufrichtig.

Hab ihn einfach reden lassen. Darum ging es mir ja, ich wollte Antworten auf das Ganze.

Ich habe mir keine Entschuldigung von ihm erwartet, denn er steckt ja noch mitten drin.
In ein paar Wochen wird ihm schon bewusst werden, was er da in mir ausgelöst hat und was für Folgen das hat. Er ist ja weder dumm noch unempathisch.

Da kommt schon noch was auf uns zu.

Er meinte ja, er nimmt Hilfe in Anspruch - "wahrscheinlich bräuchte ich sogar 3 Wochen stationär"
Also ja, das ist nicht nur ein kleiner Breakdown, sondern ne echte Lebenskrise. Anscheinend.

Ich habe am Freitag einen Termin bei einer echt guten Psychotherapeutin - und ich bin so froh darüber, denn ich habe echt keinen Bock, dass ich wegen der Situation jetzt leide und geschädigt werde.
Meine Kindheit war schon genug Trauma, Verrat, Verlustangst. Jetzt weiß ich auch, warum ich als Kind so dünn war und nie etwas essen wollte.

x 3 #603


brokenforever
Die Therapeutin hat den Termin heute abgesagt. Das setzt mir sehr zu. Fühle mich zunehmend "lost" in der Situation - eigentlich völlig überfordert.
Ich weiß nicht, wie ich mit der Verletzung, der Kränkung umgehen soll, dem Verrat (fühle mich verraten)
Fühle mich auch nicht mehr gewollt, nur geduldet... irgendwie. Obwohl ich weiß, dass das so nicht stimmt.
Wie kann das weitergehen?
Ich ertappe mich dabei, mir zu erwarten, dass er (symbolisch) mit riesigen Rosensträußen darum kämpft, die Wunde, die er mir zugefügt hat, irgendwie zu schließen - doch die Realität ist anders. Da ist nichts. Leere. Er ist abwesend. Noch 10 Tage. Was kommt dann? Einsicht? Reue? Schuld?
Oder nichts?
Kann ich verzeihen, will ich verzeihen?

Jetzt, wo Panik & Verlustangst abgeklungen sind, sehe ich die Verletzung deutlicher. Es tut so verdammt weh.

Übertreibe ich? Was kann ich erwarten?

x 1 #604


FrauDrachin
Zitat von brokenforever:
Wie kann das weitergehen?

Oh Mann, das klingt wirklich nach einer anstrengenden Situation.
Hast du jemand lieben, mit dem du telefonieren kannst?
Die Therapeutin hätte ja auch deine Gefühle nicht "wegzaubern" oder dir die ultimative Handlungsanweisung an die Hand geben können.
Vielleicht nochmal Chat GPT? Oder hier?

x 1 #605


FrauDrachin
Zitat von brokenforever:
mir zu erwarten, dass er (symbolisch) mit riesigen Rosensträußen darum kämpft, die Wunde, die er mir zugefügt hat, irgendwie zu schließen

Ich finde das eine sehr gerechtfertigte Erwartung/ Hoffnung.
Ich denke, er kann die Wunde nicht schließen, aber wie du ja schon vorher geschrieben hast, die Verletzung muss gesehen, verstanden, anerkannt und gepflegt werden, damit es weitergehen kann.
Das ist ja genau das paradoxe daran, wenn man ungewollt getrennt wird: Der andere trennt sich, also ist der Reflex und der scheinbar einzige Handlungsweg, dass man um den anderen kämpft, den anderen und dessen Gefühle in den Mittelpunkt stellt, schließlich hat er sich ja getrennt und man will die Trennung nicht. Andererseits wird durch die Trennung ja dir eine so tiefe Wunde zugefügt, dass deine Gefühle und Du im Mittelpunkt stehen müsste, damit es weitergehen kann, was der andere ja logischerweise nicht leisten kann, er hat sich ja schließlich aufgrund seiner eigenen Zweifel/Gefühle/Probleme getrennt.

x 2 #606


brokenforever
@FrauDrachin

Ich glaube, momentan sollte ich versuchen, mich emotional von der ganzen Situation ein bisschen zu distanzieren.
Overthinking now bringt mich keinen Millimeter weiter, ich sollte Handlungen und Taten seinerseits abwarten.
Bis dahin. Ruhig bleiben. Auf mich schauen. Fokus auf mich. Nur auf mich. Durchatmen.

Das ist sooo schwierig. Ich will es aber zumindest versuchen.

Zitat von FrauDrachin:
Ich denke, er kann die Wunde nicht schließen, aber wie du ja schon vorher geschrieben hast, die Verletzung muss gesehen, verstanden, anerkannt und gepflegt werden, damit es weitergehen kann.

Diese Hoffnung habe ich tatsächlich. Ich kenne ihn ja, und weiß, was ich von ihm erwarten kann. Umso enttäuschter wäre ich, wenn er diesbezüglich den Kopf in den Sand steckt.

Naja. Abwarten.
Danke, liebe @FrauDrachin

x 1 #607


FrauDrachin
Zitat von brokenforever:
Das ist sooo schwierig. Ich will es aber zumindest versuchen.

Ja und nein.
Natürlich ist das eine gute Idee.
Andererseits ist das nun mal gerade das wichtigste und ein sehr erschütterndes Ereignis in deinem Leben, das noch dazu in der Schwebe hängt. Wie soll das gehen, das aus deinem Kopf streichen? Ist das realistisch?
Verstehst du bissi, was ich meine?
Also, wie kannst du den Wunsch, den Fokus auf dich zu lenken, umsetzen, ohne dir in die andere Richtung Zwang anzutun? Wie kannst du vielleicht etwas Ruhe und Frieden finden, OBWOHL die Gedanken vermutlich noch eine Weile in deinem Kopf sein werden?

#608


Wirdschon
Zitat von brokenforever:
darum kämpft, die Wunde, die er mir zugefügt hat,

Das kann ich verstehen, geht wahrscheinlich vielen so. Derjenige, der den Schmerz verursacht hat, soll ihn gefälligst wieder heilen.

Wenn der große Schmerz vorbei ist, besinne Dich auf deine eigene Heilung. Macht er sinnigerweise auch. Soll heißen, wenn er seine Krise bewältigt hat, könntest Du soweit sein, genug Vertrauen in DICH zu haben, dein Leben auch ohne ihn zu rocken und ihm dann entweder das nötige Vertrauen zu schenken oder halt nicht, weil Du ihn nicht mehr neben dir haben willst.

Ist schwer, wenn man noch so sehr an diesem einem Menschen hängt. Sich vollkommen leer fühlt, zudem auch verraten und verkauft.

Bleibt Dir jedoch was anderes übrig? Falls Du nicht auf lange warten und leiden willst, entscheide Dich für Dich. Du brauchst der Schlange, die dich gebissen hat ,nicht hinterherzulaufen, um zu erfahren, warum sie es tat. In dem Fall würdest Du Dich doch auch zuerst verarzten und schauen, dass Du den Biss überlebst. So auch jetzt.

Mach dein Leben unabhängig von ihm, seiner Liebe etc.
Was dann kommt, kommt…

x 4 #609


E
Ich finde, du schreibst sehr deutlich wie viel er und die Beziehung dir etwas bedeuten. Und du versuchst alles in der Macht stehende um diese Krise auszuhalten und ihm möglichst viel Raum zu geben.

Der Preis dafür ist aber, dass deine eigene Verletzungen kaum Raum bekommen. Und gleichzeitig kannst/willst du diese ihm auch nicht konfrontativ zeigen, da du Verständnis hast für seine Krise und die angespannte Situation nicht schwieriger machen willst.

Und ich finde das auch total nachvollziehbar und menschlich.

Aber damit kommst du auch immer wieder in die Situation, dass dein Schmerz und deine Verletzung nicht die Anerkennung und den Raum finden die sie verdienen. Dass du darüber grübelst ob deine Wünsche übertrieben sind zeigt sehr klar wie viel du zurück steckst und wie viel du bereit bist zurück zu stecken um die Beziehung nicht zu gefährden.

Aber weißt du, deine Wünsche sind real und haben ihre Berechtigung. Sie sind nicht übertrieben oder Hollywood. Genauso wie deine Verletzung real ist und ihren Raum braucht.

Wenn man nichts falsch machen will ist man oft bereit mehr zu (er)tragen als gut für einen ist. Vielleicht kannst du dir selbst ein wenig mehr Raum zugestehen während du dich in dieser schwierigen Situation befindest.
Es würde dir auch wieder ein bisschen mehr Kontrolle über die (deine) Situation verschaffen.

x 3 #610


DieSeherin
Zitat von brokenforever:
Umso enttäuschter wäre ich, wenn er diesbezüglich den Kopf in den Sand steckt.


hmmm... momentan scheint er das zu müssen, weil er wohl um sich selber kreist. und so, wie du ihn beschrieben hast, scheint er ein innerlich zerrissener kerl zu sein - nicht nur in bezug auf eure beziehung!

x 1 #611


Scheol
@brokenforever
Zitat:
Noch 10 Tage. Was kommt dann? Einsicht? Reue? Schuld?
Oder nichts?

Was ist wenn er kommt und ganz normal weiter machen will…….

Zitat:
Kann ich verzeihen, will ich verzeihen?

Kannst du verstehen warum er so gehandelt hat und dich einfach zur Seite gestellt hat ?

Kannst du verzeihen ?

Was ist wenn er in 6 Monaten , wieder sagt mir klemmt das Hemd und ich brauche Abstand um das zu beheben.

Der traumatisierte will zurück zu seiner Vertrauensperson. Deshalb diese starke Sehnsucht damit diese Person die co reguliert. Nur ist er hier auch der Täter vom Verhalten der diese Verletzung in dir ausgelöst hat.

Zitat:
Jetzt, wo Panik & Verlustangst abgeklungen sind, sehe ich die Verletzung deutlicher. Es tut so verdammt weh.


Zitat:
Übertreibe ich?

Es ist dein empfinden.

Zitat:
Was kann ich erwarten?

Das Risiko das er wieder weg rennt ……. Weil er hat ja gezeigt das er es umsetzen kann .

x 1 #612


brokenforever
@EineMitleserin
danke für deine Zeilen. Ich fühle mich so verstanden. 🙏 Dein Beitrag geht mir sehr nahe.

Nur, was genau meinst du mit mir selbst mehr Raum zugestehen? Wie mach ich das?

x 1 #613


brokenforever
Zitat von Wirdschon:
Du brauchst der Schlange, die dich gebissen hat ,nicht hinterherzulaufen, um zu erfahren, warum sie es tat. In dem Fall würdest Du Dich doch auch zuerst verarzten und schauen, dass Du den Biss überlebst. So auch jetzt.

Das 'warum' ist gar nicht mein Anliegen. Ich kann seine Beweggründe zur Trennung, die (Selbst-)Zweifel, Zukunftsängste etc. nachvollziehen und verstehen.

Ich möchte, dass er die Verletzung sieht und dafür Verantwortung übernimmt.
Das ist alles.

Und ich weiß, es klingt banal - ist es aber nicht. Ganz und gar nicht. Sein weiteres Handeln, seine Entwicklung aus dieser Krise, das sind die entscheidenden Faktoren: ist er es wert - oder eben nicht!?

Ich habe Angst vor dem, was kommt.

x 1 #614


FrauDrachin
Zitat von brokenforever:
ist er es wert - oder eben nicht

Ist er was wert?

#615


A


x 4