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Kennenlernphase - Er hat Audhs

Arnika
@hotte In dem Fall sind wir wohl über die Bezeichnung Schwarm oder Love interest noch nicht hinaus gekommen, mein Bekannter oder maximal Freund, aber ich glaube, so weit sind sie noch nicht mal, da von ihrem Freund zu sprechen - oder einfach nur „Mann“.

Deswegen schreibt man ja in der kurzen Zeit auch nur „ich habe vor ein paar Wochen einen Mann kennengelernt“, und nicht, „mein Partner und ich haben Beziehungsprobleme“.

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Arnika
@hotte Ich meine das aber weniger sprachlich spitzfindig, sondern es geht mir um die Wertigkeiten. Bei seinem echten Partner würde man vielleicht an solch inhärenten massiven Problemen noch irgendwie versuchen zu arbeiten, meist eh erfolglos - aber wie gesagt, ein starkes Bündnis.
Bei einem Mann oder neuen Bekannten aber, den ich kaum kenne, pfeif ich besser schon vorher drauf.

x 1 #47


A


Kennenlernphase - Er hat Audhs

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Hansl
Zitat von hotte:
Magst du das mal etwas ausführen? AuDHS ist doch eine (meines Wissens nach) anerkannte Bezeichnung wenn Autismus und ADHS gleichzeitig auftreten


Darum geht's eigentlich?
Warum gehst denn so ab?

Zitat von hotte:
Und gerade wenn man andere Menschen korrigieren möchte, darf man ruhig auch auf den eigenen Satzbau schauen. Frei nach dem Motto "Wer im Glashaus sitzt...."

? 🤔?
Ist dies die Impulsivität?

Zitat von hotte:
Sorry, ich finde es einfach nur sooooo schade wenn hier im Forum post geschrieben werden die nur darauf abzielen anderen "runterzumachen" oder "zurechtzuweisen" ohne wirkliche Tipps zu geben. Wir alle haben unsere Erfahrungen und wenn wir uns Respektvoll zusammentun sollten wir alle gemeinsam wachsen können..... (und ich sehe schon die posts vor meinem inneren Auge.. "ICH muss ja nicht mehr wachsen"... "Ich wachse aber schneller als die anderen" ... "Ich bin schon gewachsen... war doof") (Sarkasmus off)


So, nun aber vielleicht wieder zurück zum Thema 🤗

#48


hotte
Zitat von Arnika:
@hotte Ich meine das aber weniger sprachlich spitzfindig, sondern es geht mir um die Wertigkeiten. Bei seinem echten Partner würde man vielleicht an solch inhärenten massiven Problemen noch irgendwie versuchen zu arbeiten, meist eh erfolglos - aber wie gesagt, ein starkes Bündnis. Bei einem Mann oder neuen ...

Macht sinn... Danke dir Lachendes Gesicht

x 1 #49


alleswirdbesser
@Arnika ich habe da auch Schwierigkeiten, wenn jemand von Ex und Trennung schreibt, nachdem man sich insgesamt ein paar Monate gekannt hatte.

#50


Arnika
Zitat von alleswirdbesser:
@Arnika ich habe da auch Schwierigkeiten, wenn jemand von Ex und Trennung schreibt, nachdem man sich insgesamt ein paar Monate gekannt hatte.

Eh. Ich denke, es kommt auf das „Bekenntnis“ zum „Bündnis“ an. Da ist die Zeit wohl weniger relevant als das gemeinsame „Wir gehören jetzt zusammen.“ Manche haben das nach ein paar Wochen, andere nicht mal nach Jahren.

Aber so oder so: Mit wem man ein starkes Bündnis eingeht, sollte man sich sehr gut überlegen. Und welche Probleme man sich da freiwillig und sehenden Auges einkaufen will.

x 1 #51


S
Wir hatten jetzt vor circa 1 Woche auf meine Bitte hin ein Gespräch (wenn man es so nennen kann).

Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn sehr mag, es für mich nicht reicht. Die Tür, die immer einen Spalt weit offen steht, mehr aber nicht. Ich fühle mich in dieser Konstellation (von Beziehung ist weit und breit keine Rede) weder angenommen, noch abgelehnt. Seine Antwort war: "ok, dann suche ich mir jemand anderes für Aktivität x, Aktivität y und Aktivität z. Oder wir machen Aktivität x nächste Woche zusammen?" Er will oder kann nicht über seine Gefühle/Emotionen sprechen. Alexityhmie steht im Raum.
Das macht es mir alles sensiblem Menschen nicht gerade einfach. Ich fragte dann ob er das wirklich möchte. (Sich jemand anderen suchen.) Irgendwann zog er sich an mich und küsste mich. Ich weiss es nicht. Es ist nichts halbes, nichts ganzes. Ermüdend für mich zu deuten. Sagte ihm auch, dass ich ihn nicht verändern möchte. Er ist wie er ist, ich wie ich. Würde bloß gerne nach 3 Monaten wissen, wo ich stehe und wo wir stehen. Denke das ist nachvollziehbar.

Ich weiss nicht, ich deute an seinem meldeverhalten, dass ich nicht von großer Interesse bin. Andererseits kommt er zu 80% auf mich zu und fragt: "Und, wann hast du mal wieder Zeit?" Meist schon bei unserem Abschied. Das ist ja nicht unbedingt dass Verhalten eines Mannes der gar kein Interesse hat. So denke ich. Es ist einfach schwierig.

Edit: Ich möchte mich nicht verrennen.

#52


GarstigeGräte
Vielleicht ist die Frage nicht, ob er Interesse hat oder nicht. Sondern, ob das, was er geben kann und will, dir reicht.
Und die Antwort auf diese Frage hast du dir bereits selbst gegeben.

Daran ist nichts schwierig.
Du machst es dir selbst schwer, weil du Potential siehst und nicht akzeptieren kannst, dass eine Beziehung mit ihm vermutlich niemals so sein wird, wie du sie dir vorstellst.

x 5 #53


S
Zitat von GarstigeGräte:
Du machst es dir selbst schwer, weil du Potential siehst und nicht akzeptieren kannst, dass eine Beziehung mit ihm vermutlich niemals so sein wird, wie du sie dir vorstellst.

Ja, da hast du vermutlich recht.

Plus es sind die vielen Fragen, auf die ich vermutlich niemals eine Antwort finden werde. Das macht mich auch traurig.

x 1 #54


S
Hallo,

Ich wollte hier etwas schreiben, aber mich vorher erkundigen, ob mein Text für Nicht-Mitglieder über die Google Suche sichtbar ist. Kann mir hier jemand Auskunft geben?

#55


FoolishHeart
@Sweetheart987

Ich habe über 18 Jahre lang einen Jungen mit Autismusspektrumsstörung aufgezogen. Sei dir über eines im Klaren: Sowohl seine Art zu Denken als auch seine Art zu Fühlen ist völlig anders als deine und meine.

Zunächst einmal geht er Probleme jeder Art rational an. D.h., wenn du ihm in einem Gespräch darlegst, dass du mit etwas, was er tut oder nicht tut nicht zurecht kommst, wird er geradlinig die logischste Lösung des Problems wählen. Vorausgesetzt, du besprichst das Problem realistisch und nicht in abstrakten Beschreibungen. In dem Moment, wo du emotional wirst, wird er zwar reagieren aber eher verwirrt, weil er nicht versteht, was du meinst.
Zitat von Sweetheart987:
er ist sehr ehrlich.


Zitat von Sweetheart987:
Er versteht teilweise die kleinsten zwischenmenschlichen Dinge nicht. Und ich würde gern verstehen, wie man so ganz komplett anders denken kann.

Seine Denkweise ist völlig anders. Es hat Jahre gedauert, bevor ich gelernt hatte mit ihm umzugehen. Wenn du ihm etwas erklären möchtest, mußt du das Schritt für Schritt tun, ohne emotional zu werden. Sein Denken ist linear und rational.

Ähnliches gilt für sein Gefühlsleben. Erwarte nicht von ihm die große Liebe. Zuneigung, Freundschaft, vielmehr wirst du von ihm nicht bekommen. Seine Gefühlswelt ist eine flache Sinuskurve. Gefühlsorkane, wie wir sie manchmal erleben, sind ihm fremd.

Kommst du damit zurecht? Überlege es dir gut, denn es ist harte Arbeit...

#56


Ameise_78
Ich möchte hier nur kurz etwas anmerken, weil über Autismus leider noch immer ein sehr hartnäckiges Missverständnis verbreitet wird:

Autistische Menschen haben selbstverständlich Gefühle und sind auch zu tiefer Liebe, Zuneigung, Freundschaft und emotionaler Bindung fähig. Autismus bedeutet keineswegs eine „flache Gefühlswelt“.

Was bei manchen Menschen im Autismusspektrum aber (teilweise, je nachdem mehr oder weniger) anders sein kann, sind die Verarbeitung und Kommunikation von Emotionen sowie bestimmte Aspekte der kognitiven Empathie, also beispielsweise aus Mimik, Gestik oder unausgesprochenen sozialen Signalen zuverlässig abzuleiten, was ein anderer Mensch gerade denkt oder fühlt.
Das ist aber etwas völlig anderes als selbst wenig zu fühlen oder nicht mitfühlen zu können.

Empathie besteht zudem aus verschiedenen Komponenten. Untersuchungen finden bei Autisten teilweise Unterschiede in der kognitiven Empathie, während affektive Empathie = das emotionale Mitfühlen, durchaus intakt sein kann.
Manche autistische Menschen erleben Emotionen und das Leid anderer sogar ausgesprochen intensiv.

Auch Alexithymie sollte man nicht mit Autismus gleichsetzen. Schwierigkeiten, Gefühle zu erkennen oder in Worte zu fassen, kommen bei einem Teil autistischer Menschen zusätzlich vor, sind aber nicht dasselbe wie Autismus.

Interessant ist außerdem das inzwischen untersuchte „Double Empathy Problem“. Verständigungsprobleme zwischen autistischen und nicht-autistischen Menschen funktionieren teilweise in beide Richtungen. Auch neurotypische Menschen haben Schwierigkeiten, die Gefühlszustände autistischer Menschen korrekt zu lesen.

Und schließlich heißt es nicht ohne Grund Autismusspektrum. Zwei Menschen mit derselben Diagnose können sich hinsichtlich Emotionalität, Empathie, Kommunikationsstil und Bindungsverhalten erheblich unterscheiden.

Deshalb halte ich Aussagen wie „erwarte von einem Autisten keine große Liebe, Zuneigung oder Freundschaft“ nicht nur für wissenschaftlich unhaltbar, sondern auch für ziemlich unfair gegenüber autistischen Menschen.

Wer nachlesen möchte, habe mir mal die Mühe gemacht, hier gibt es Forschungsergebnisse zu dem Thema:
- Song et al. (2019), Meta-Analyse zu verschiedenen Empathiekomponenten bei Autismus
- Mul et al. (2020), Individuals with Autism Share Others' Emotions
- Cook et al. (2013), Alexithymia, not autism, predicts poor recognition of emotional facial expressions
- Cheang et al. (2024), Do you feel me? Autism, empathic accuracy and the double empathy problem

Vielleicht hilfreich, um ein paar Vorurteile abzubauen. Lachendes Gesicht

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FoolishHeart
Zitat von Ameise_78:
Autistische Menschen haben selbstverständlich Gefühle und sind auch zu tiefer Liebe, Zuneigung, Freundschaft und emotionaler Bindung fähig. Autismus bedeutet keineswegs eine „flache Gefühlswelt“.

Nicht böse sein, aber meine praktische Erfahrung sieht anders aus...

#58


Ameise_78
@FoolishHeart
Das möchte ich dir auch überaupt nicht absprechen.🙏 Nur kannst du deine Erfahrung nicht einfach nicht auf alle übertragen und unterstellen, Autisten würden oder könnten nicht lieben. Meine Erfahrung sieht anders aus. Und die vieler anderer...

Der Grund ist simpel:
Neurotypisch zu sein ist kein Gütesiegel für emotionale Tiefe. Nicht Autisten sind nicht automatisch empathisch, bindungsfähigkeit und romantisch und können sich selbst reflektieren - umgekehrt macht Autismus niemanden automatisch besonders empathisch oder besonders tief liebend.
Es gibt liebevolle Autisten und rücksichtslose Autisten. Emotional sehr zugängliche und emotional schwer erreichbare - genau wie bei Nichtautisten.

Autismus kann beeinflussen, wie zwischenmenschliche und emotionale Prozesse ablaufen und sichtbar werden.
Er legt aber nicht einfach fest, wie viel ein Mensch fühlt oder liebt.

Autisten sind diesbezüglich so heterogen wie nicht-Autisten. Der Eine so, der Andere so.

#59


T
Es ist ein Spektrum. Es ist kein „kennste einen, kennste alle!“

AuDHS hat genau so viele Facetten, wie Nicht-Neurodivergente Menschen sie haben.

Einige können sehr wohl lieben. Manche eben auf ihre eigene Art und Weise. Manche verstehen zwischenmenschliches Verhalten einfach nicht, einige schon, obwohl sie es nicht selbst fühlen. Auch zu Empathie ist man fähig. Nur manchmal eben nicht so, wie es Menschen ohne Spektrum haben.

Also Ratschläge für eine Beziehung mit einem Menschen in diesem Spektrum sind ebenso spekulativ, wie bei einem Menschen außerhalb dieses Spektrums.

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A


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