Zitat von Heliflieger: Die Entfernung über 500km einfach ist einfach für die Kinder zuviel.
Für die Kinder ist es zu viel. Für ein Elternteil imho nicht.
Mein Ex war der Ünerzeugung, in unserer Großstadt keinen Job finden zu können. Aber da Haushalt auch nichts für ihn war und alles andere, was eine Ehe ausmacht, hab ich mich von ihm getrennt als unser Kind noch sehr klein war.
Er ist dann über 600 km entfernt in seine alte Heimat gezogen, weil das angeblich alternativlos war. Er wollte dann, dass ich mit Kind in die Nähe ziehe, um ihm das Vater sein leichter zu machen (er hat es so formuliert: um dem Kind nicht den Vater zu nehmen). Hat mir aber nichts als Gegenleistung angeboten und ich war endgültig fertig damit, ihn auf meinem Rücken in sein Glück zu tragen.
Er war also weg und wollte zunächst das Wechselmodelle. Kam jede zweite Woche angefahren, um das Kleinkind für eine Woche mitzunehmen. Die langen Autofahrten waren für das Kind die Hölle und der ständige Ortswechsel auch. Sich ein WG-Zimmer in der Stadt des Kindes zu nehmen, war ihm zu teuer bzw. darüber hatte er nicht mal nachgedacht. Aus seiner Sicht war ich schuld, dass er sein Kind nur mit langen Autofahrten sah, weil ich mich ja getrennt habe und er hat nicht anders konnte, als wegzuziehen.
Nach wenigen Monaten wurde ihm die Fahrerei zu viel. Wir einigten uns auf eine Woche alle 4-5 Wochen und dass ich das Kind mit dem Zug zu ihm bringe und er es dann sonntags die 600+ km zu mir fährt. Mit 5 Jahren/Vorschulbeginn ingen dann nur noch Ferien und lange Wochenenden.
Als das Kind 6 war, war ich hoch schwanger und könnte nicht mehr 11 Stunden Hin- und Retour im Zug fahren, um ihm das Kind zu bringen. Da hat er darauf bestanden, dass das Kind unbegleitet selbst im ICE fährt. Anders sei es ihm nicht möglich, das Kind zu sehen. Hat er dem Kind auch genau so erzählt und das Kind hat mich angebettelt, allein Zug fahren zu dürfen, damit es seinen Papa nicht verliert. Der hat sich gar nicht mehr ins Auto gesetzt, um sich Auftritte des Kindes an unserem Wohnort anzusehen oder zu seinem Geburtstag zu kommen. Beruflich ist er durch die ganze Republik gefahren. Er ist selbständig und sucht sich seine Kunden selbst. Sich Kunden in der Nähe unseres Wohnorts zu suchen, kündigt er seit 8 Jahren an. Hat aber wohl nicht "geklappt". Was jedes Jahr klappt sind Skiferien mit und ohne Kind, neue Hobbies, alle 3 Jahre neues Auto. Man will ja leben.
Sich einen Camper zu kaufen oder Hotelzimmer zu bezahlen, um seinem Kind nah zu sein, ist ihm noch nicht in den Sinn gekommen.
Wer will, findet Wege.
Wer nicht will, findet Gründe.
Fun fact: Nachdem unser Kind geboren war ist mein (damals noch) Mann jede Woche 1-3 Tage in seine alte Heimat gefahren, um Freunde zu treffen und Kunden. Hat dafür Hotelzimmer bezahlt.
Man sieht die Prioritäten eines Mannes an seinen Taten.
Bis heute erzählt mein Ex immer noch unserem Kind, dass ich mich durch die Schwangerschaft verändert hätte und böse geworden sei. Dass er dann gehen musste und ich ihm Steine in den Weg gelegt und nicht geholfen habe und er deshalb sein Kind "verloren" habe. Obwohl das Kind seit 8 Jahren mehrmals im Jahr zu ihm fährt, um ihm nah sein zu können.
Erwarte von Deiner Ex kein Verständnis.
Du bist der Schmied Deines eigenen Glücks. Und Deine Prioritäten werden auch Deine Kinder an Deinen Taten ablesen können, wenn sie mal alt genug sind, das zu hinterfragen.