Nalf
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Zitat von Kampfschnake:Das doch übertrieben, meine Holde
Das ist nicht übertrieben, sondern frei ausgedacht. Für Fenjals Weltbild und Selbstverständnis wäre es richtig gut, wenn es solche Frauen gäbe. Dann könnte sie die Antithese dazu sein und hätte sich über den Umweg, andere zu erniedrigen, selbst aufgewertet. Nur bastelt sie sich dazu aus Versatzstücken und ihrer eigenen Phantasie Strohmänner. Und dann klappt der Mechanismus natürlich nicht und sie muss es wieder und wieder und wieder tun, um kurzfristig Erleichterung zu verspüren.
Zitat von ElGatoRojo:Es ist doch absolut trivial, dass Leute über das Reisen mit Kindern jeweils unterschiedliche Vorstellungen haben
Und schon wieder wechselt der Torpfosten den Standort. Was vor nicht mal 24 Stunden noch "unverantwortlich" und "besonderes Leben" und "das Kind als Objekt" verurteilt wurde, ist nun so selbstverständlich, dass es trivial ist.
Aber schön, dass wir uns nun einig sind, dass Menschen von Reisen mit Kindern unterschiedliche Vorstellungen haben und die mutigen, tatkräftigen, flexiblen besser nicht mit den verzagten, passiven, schematisch denkenden Urlaub oder Kinder machen sollten.
Zitat von Balu85:Aber du meinst mal wieder den Überblick über alles zu haben.
Ich schreibe ausdrücklich von mir. Und da habe ich den Überblick.
Dass Du das dann so persönlich nimmst, dass Du mich und meinen gesamten Freundeskreis für unmöglich abwerten musst, kann ich mir nur so erklären, dass Du in dem (nun ja auch schon ad acta gelegten) Mann Züge wiedererkannt hast, die Dir, sagen wir mal, persönlich sympatisch sind, weshalb der Umstand, dass ich so einen Mann nicht als Beziehungsaspiranten wählen würde und auch der TE nicht empfehlen würde, Dich unglücklich macht.
Und dann unterstellst Du mir, dass ich nicht mutige und nicht tatkräftige Menschen als faul und feige bezeichnet hätte und dann der Verkauf eines Hauses die gleiche Passivität oder Aktivität erfordert wie das Stolpern über ein Grundstück (oder die passende Partnerin) zum Entwickeln eines Hausbauwunschs (oder eben Kinderwunschs).
Und jetzt wird es ganz ärgerlich. Denn traditionell sind wir ja den Mann als Macher gewohnt und die Frau als anpassungsfähiges, anspruchsloses Wesen. Und da fallen Frauen wie die TE, die wissen, was sie wollen, und daher als "Macher" auftreten und an eher unentschieden im schwammigen Niemandsland des "ja schon, vielleicht, irgendwann später, wenn's passt" herumtappenden Männern nicht so interessiert sind, natürlich auf.
Je entschlossener sie ist, desto entschiedener muss dann ja der Mann sein. Und das nimmt Freiheit und Leichtigkeit und bürdet Verantwortung auf und irgendwie hat man(n) dann das Gefühl, dominiert und gehetzt zu werden. Und wer mag das schon. Vor allem, wenn die Gesellschaft einem doch suggeriert, dass man(n) noch ganz lange Zeit für alles hat.
Das moderne Fischerman's Friend Dilemma: Sind sie zu stark, bist Du zu schwach.
Vielleicht daher der Drang, sie zu bremsen oder mich auf "das realistische" Maß zu verweisen.
Dabei ist meine Lebensrealität, wie Gato so richtig bemerkt hat, nur einfach eine andere als Deine.
Mit dem schönen Umstände, dass Deine und Gatos und Fenjals Lebensrealität weiterhin Bestand und Berechtigung haben, auch wenn es jemand anders macht.
Und selbst wenn Fenjal und Du die Äußerungen des besagten Mannes als völlig wünschenswert halten und ihr ihn deshalb als (potentiellen) Partner ausgewählt hättet, ist es noch lange nicht unverschämt, wenn ich das anders sehen und auf mögliche Nachteile bei der Wahl eines solchen Partners hinweise. Das war alles sachbezogen und begründet, so dass die TE meine Gedankengänge nachvollziehen und ihnen zustimmen oder sie ablehnen konnte. Sie nur als "unverschämt", "schwarz-weiß", "trivial" oder "unrealistisch" zu bezeichnen oder aus meiner Vita zu schließen, dass ich keine fundierte Meinung und Stimme zu haben hätte, finde ich spannend. Denn im Gegensatz zu Fenjal hatte ich Mal einen Kinderwunsch und habe ihn umgesetzt. Und im Gegensatz zu Balu sind meine Partner Männer und nicht Frauen. Und im Gegensatz zu Gato waren die Lebensmodelle schon zu meiner Zeit etwas vielfältiger als in den 60ern und 70ern und konnten freier gewählt werden.
Warum also eure Erfahrungswerte zum Thema der TE soviel näher an ihrer Realität sein sollen und eure Meinung ihre Perspektive und Interessen(!) besser abdeckt, erschließt sich mir nicht.
Aber vielleicht ist es ja nur der Ton, der so stört. Wer bin ich schon, dass ich Männer (und Frauen) als passiv bezeichne oder ihnen Mut abspreche, wenn sie sich selbst Limitierungen auferlegen, die andere längst überwunden haben.
Ich bin ja immer noch gespannt, was so unverantwortlich an Flugreisen mit Kleinkindern (laut Wikipedia = 2. bis 3. Lebensjahr, seltener bis 4. oder 6. Lebensjahr) ist.
Aber ein 85jähriger Mann wirkt selbst bei globalen und abwertenden Pauschalaussagen ohne weitere Erläuterung nicht halb so störend wie eine Frau mit begründeten, auf eigene Vorlieben bezogene Kategorien. Das sind eben die alten Sehgewohnheiten, die man immer mal wieder reflektieren und abgleichen (ja, vielleicht sogar gleichstellen) darf.