Nachtlicht
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ich finde es schön zu lesen, wie du doch recht klar erkennen kannst was da passiert und wie falsch und schädlich das alles ist. Deine Reaktion auf die Beiträge, die dir die Verantwortung für das total gestörte Verhalten deiner Bekanntschaft zuschustern, ist nämlich recht gesund: du reflektierst das und kommst zu dem sicherlich korrekten Schluss, dass du dir nichts vorzuwerfen hast.
Ich stoß aber mal ins selbe Horn wie die Mehrheit hier und rate: lauf. Sofort.
Falls du das (noch) nicht schaffst oder willst, dann hör wenigstens auf dich zu unterwerfen und gib mal ordentlich Kontra. Dass sie dich behandelt, wie sie es tut, hat ja auch viel damit zu tun dass du überhaupt nicht in der Lage bist, deine eigenen Grenzen angemessen zu setzen und auch zu behaupten.
Denn das hier:
Zitat von Lighty2508:was wäre denn grundsätzlich die Alternative, um ihre Verlustangst nicht zu triggern?
führt doch in die völlig falsche Richtung. Zum einen bist du nicht für ihre psychischen Probleme verantwortlich, es wäre ihr Job, sich darüber klar zu sein und sich um Abhilfe zu bemühen. Je mehr du dich bemühst, es ihr recht zu machen, desto schlimmer wird ihr Problem und ihr Verhalten dir gegenüber. Du merkst es doch längst selbst!
Zitat von Lighty2508:emotionaler Erpressung
Jupp. Du erkennst das klar und zu einem recht frühen Zeitpunkt eures Kennenlernens. Damit hast du den armen Menschen, die in solchen Beziehungen kleben bleiben bis sie daran kaputt gehen, schon einiges voraus. Nur, bleibt die Frage, wieso du daraus keine Konsequenzen ziehst?
Zitat von Lighty2508:Zumindest kann ich ihre Angst aus meiner Sicht nur abschwächen, in dem ich immerzu beteuere, dass ich sie nicht verlasse und sie mir etwas bedeutet.
Ja, du kannst ihr auch deine Eier in einem Glas überreichen und dich um Vergebung für deine ihr gegenüber so lieblose Existenz bittend am Boden wälzen, das hätte den gleichen Effekt, nämlich wenn überhaupt einen temporären, einen Tag später dreht sich das Karussell ihrer Ängste, für die sie dich haftbar macht, wieder weiter. Du weißt längst, willst es nur noch nicht wahr haben: Ihr Verhalten ist nicht rational, sondern gestört, krankhaft. Es ist weder durch dich verursacht, noch durch dich zu kurieren.
Zitat von Lighty2508:Aber ich wollte statt "Trennung" noch andere Optionen in Betracht ziehen.
Lieber Lighty2508, ich sag dir nun was das dir vielleicht nicht gefällt, weil du eben gern eine Beziehung hättest, vor allem gern eine mit Zukunftsperspektive. Aber, genau der Perspektive stehst du im Wege, wenn du an einer ungeeigneten Kandidatin festhältst. Ihr kennt euch erst ein paar Monate. Das ist im Grunde noch nicht mal eine Beziehung (die muss nämlich erstmal wachsen und entstehen), sondern ein Kennenlernen. Kennenlernen bedeutet aber genau das, wörtlich: sich kennen lernen.
Du lernst nun deine Freundin so kennen, wie sie wirklich ist. Sie hat es dir selbst gesagt, dass dieses Verhalten ihr wahres Ich ist. Glaub ihr das ruhig!
Ein Kennenlernen dient bekanntermaßen vor allem dazu, herauszufinden, ob aus der anfänglichen Verliebtheit eine schöne, erfüllende und zukunftsweisende Beziehung erwachsen kann. Du musst nun für dich entscheiden, ob das hier der Fall ist. Als Außenstehende würde ich ganz klar sagen, nein. Schon nach der Hälfte deines Eröffnungsbeitrags hier hätte ich, wäre ich an deiner Stelle, die andere Person aus meinem Leben verbannt. Aber ich habe ja auch schon ein paar Jährchen mehr Erfahrung, auch mit solchen Kalibern, als du. Jemand hier schrieb es schon, du müsstest noch auf Wolke 7 schweben und alles zwischen euch müsste leicht und einfach und wie von selbst fluppen. Tut es aber nicht, du hast Bauchweh, Nöte und schreibst im Liebeskummerforum.
Ich meine zu verstehen, worauf du hoffst und warum du dich so schwer tust, dieses offensichtlich mit Pauken und Trompeten gescheiterte Kennenlernen loszulassen: weil die ersten paar Wochen der Idealisierungsphase so schön waren und du hoffst, dass es wieder so wird.
Wird es aber nicht. Garantiert nicht. Wie denn auch? Wie willst du das, was du mit ihr nun an haarsträubenden Szenen erlebt hast, wieder auf Null reseten? Allein wie sie mit dem armen Tier umgegangen ist. Du könntest dich ja wenigstens wehren, wenn du nicht so weichkeksig (sorry) wärst dir den ganzen Mist gefallen zu lassen. Der arme Hund ist ihr ausgeliefert. Ein Kind wäre es auch, inklusive der durch sowas entstehenden irreparablen Schäden in der Persönlichkeitsentwicklung. Wärst du mit deiner erhofften kleinen Familie gern Klient beim Jugendamt?
Immerhin hast du noch die Chance, frühzeitig selbst auszusteigen und dir damit wenigstens die Abwertungsphase zu ersparen. Die ist noch brutaler als die radikale Unterwerfung unter ihre Spielregeln, die du jetzt gerade miterlebst.
Mach dich vor allem frei von dem Gedanken, ihr in irgendeiner Weise verpflichtet zu sein zu beweisen, dass nicht alle Männer gleich sind oder dass du anders bist als die anderen und dass du es ernst mit deiner Liebe zu ihr meinst und dergleichen falsch verstandener Verantwortung. Du bist nicht ihr weißer Ritter, und das ist auch genau gut und richtig so.
