Zitat von frechdachs1:Und du hast dann mit dem nicht "Nein" sagen können kein Problem? Lebt ihr in einer offenen Beziehung? Hast du keine Angst sie verlieren zu können?
Nein, kein Problem, mit dem nicht "Nein" sagen können und auch keine Angst sie zu verlieren. Wir wissen geanu, was wir aneinander haben.
"Offene Beziehung", ich weiß nicht so recht ob man das so bezeichnen kann. In der Regel verständigt sich ein Paar auf eine OB um in gemeinsamer Absprache und mit festgelegten Regeln, Sx mit anderen haben zu können. Der Stellenwert dieser Übereinkunft ist enorm hoch und bestrahlt die Partnerschaft auf fast allen Ebenen. Sx mit anderen zu haben, wird dann irgendwie zur Visitenkarte der Beziehung. Und das ist bei uns nicht so.
Wir haben niemals gesagt, so jetzt setzen wir uns mal hin und reden darüber, ob und wie wir unsere Beziehung öffnen. Als wir vor 10 Jahren zusammen kamen, waren wir uns einer ganz, ganz großen Liebe bewusst und erkannten den enormen Wert unserer sich anbahnenden Zweisamkeit. Wir redeten darüber, wie wir unsere Liebe schützen können, denn nichts sollte unsere Beziehung gefährden, oder gar zerstören. Da war das Thema Seitensprung nicht weit.
Wir hielten es für seriös, uns nicht zu versprechen, dass es niemals, unter keinen, keinen Umständen für den Rest unserer Tage, zu einem Seitensprung kommen könnte. Wir sind lebenserfahren genug um zu wissen, welche Szenarien das Leben manchmal bereit halten kann und uns dann Menschen begegnen lässt, die in uns etwas auslösen können.
So kamen wir überein, dass wir Seitensprünge die Macht entziehen, uns wir ihrer wegen zu trennen. Ja mehr noch, wir erkannten Seitensprünge als wohl gegegebene Lebensbegleiterscheinung an. Also besser sie ehrlich zu bejahen, als das Thema zu verdrängen, oder als Monstrum irgendwie durch die Beziehung schleppen zu müssen.
Die Ehrlichkeit dieser Gespräche war sehr wohltuend und extrem verbindend. Wir behielten diese Ehrlichkeit bei und lernten uns in einer Weise kennen, die nicht nur ein tiefes, klares Verständnis für einander entstehen ließ, sondern auch eine nie gekannte gedankliche Intimität. Wenn man sagt, man verschmilzt zu einem Kern, dann trifft es hier sehr genau zu. Dennoch sind wir eigenständige und freie Persönlichkeiten, die aus tiefsten Herzen den anderen unterstützen, stärken und fördern. Den Stellenwert, den wir für einander haben, muss man nicht erfragen, er ist jederzeit klar spürbar.
Und ja, es begeneten uns Menschen, die in uns etwas auslösten, mit denen wir auch Sx hatten und haben. Da ist aber absolut nichts Bedrohliches dabei. Wir können unsere Lust gegenseitig bis ins Detail verstehen und nachvollziehen, eben weil wir grundehrlich zueinander sind. Und so gibt es einfach keine Zweifel, Unsicherheiten oder Gefühle eines Risikos. Ich weiß nicht, ob man das so nachvollziehen kan, aber Sx mit anderen, oder der Wunsch danach ist für uns so normal, wie zur Arbeit gehen, oder einkaufen. Klingt wirklich schräg und von oben herab, ist aber so.
Und da ist glaube ich auch der Unterschied zu einer offenen Beziehung. Der Stellenwert der "außerehlichen Körperlichkeiten" ist da aus unserer Sicht viel zu hoch. Es gibt Regeln, die das Ungetüm irgendwie im Zaum halten sollen. Ist ja auch ok. Wir haben aber absolut keine Regeln. Wir sind frei und dennoch mega eng und stark verbunden. Und es funktioniert seit zehn Jahren wirklich gut.