Klaus123
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Zitat von Ehrlich:Kommunikation fällt mir unglaublich schwer ...
Kennt das jemand von euch? wenn ich etwas Positives erreichen möchte, bewirke ich das Gegenteil. Wenn ich etwas positives sagen möchte, sage ich etwas Negatives. Oder ich sage etwas Positives, aber erreiche etwas Negatives. Zumindest kommt es bei meinem Gegenüber so an. Ich denke eigentlich positiv. Woran liegt das nur, dass ich meist Negatives erreiche? Ich möchte nicht streiten. Ich mag Harmonien.
Echte Kommunikation ist auch schwierig, weil jeder anders gestrickt ist. Positiv und negativ, das sind alles individuelle Bewertungen, sie haben keine Allgemeingültigkeit. Wie eine Aussage von mir aufgefasst wird, hängt viel mehr damit zusammen auf wen ich treffe. Heftiges Streiten bringt es nicht, aber seinen Standpunkt eindeutig zu vertreten, das schon. Harmonie findest du nur mit ganz wenigen, nicht nur weil jeder drunter was anderes versteht, sondern auch schlicht was anderes möchte.
Zitat von Ehrlich:Meistens enden die Dinge aber im Streit.
Vielleicht sehnst du dich zu sehr nach Zuspruch im Gespräch, verlierst die Kontrolle, weil du halt Angst hast @urmel - hat das wunderbar erklärt - dass jenes was du von innen heraus sagen willst, von der anderen Seite nicht angenommen wird, schlimmer, u.U. sogar belächelt werden könnte. Allein so ein Gedanke erzeugt Schmerzen in dir und lenkt die Dinge dorthin, wo du sie niemals haben wolltest. Ich kenne diese Dynamik sehr gut, habe hier selbst schon viel falsch gemacht und verdaddelt. Aus genau den von mir genannten Gründen.
Zitat von Ehrlich:Ständig ecke ich an oder mache mich bei Menschen unbeliebt, obwohl ich das Gegenteil erreichen möchte. Ich kann mir das schlecht erklären, außer damit, dass jeder Mensch anders ist.
Jeder ist anders, das ist die eine Erklärung. Ein gewisser "Karl Michael" sprach einmal viele Facetten an, bezüglich eines "negativen Selbstbildes". Dazu gehörte auch die Sache, es allen recht machen zu wollen. Sinngemäß meinte er, es gibt Leute, die immer jedem alles recht machen wollen, bei jedem beliebt sein wollen. Aber das funktioniert nicht, weil du dann nicht du selbst sein kannst. Das heißt nichts anderes als das du irgendwann immer einmal Menschen wirst verletzen müssen, weil du andere Prioritäten setzt, ihnen eine Bitte wirst ausschlagen müssen, weil du sie jetzt nicht erfüllen kannst, das du andere vor den Kopf stoßen musst, weil du eine Grenze ziehst, die niemand überschreiten darf.
Zitat von Ehrlich:Vielleicht bin ich ein Rebell. Mit meiner Art kann ich jeden vergraulen.
Ja, vielleicht. Was wäre daran so schlimm. Nicht jeder ist ein Herdentier. Wenn ich mir alte Filme ansehe, dann liebe ich auch nur ganz wenige "Charakterdarsteller". Auf ihre Art waren sie auch Rebellen. Aber es sind diejenigen, an die man sich erinnert.
Zitat von Ehrlich:Es hat sich eingebürgert immer locker drauf zu sein, sich nie genau in die Karten gucken zu lassen, einen sarkastischen Unterton zu haben ... Alles, nur eben nicht zur Wahrheit zu stehen, die man empfindet.
Es geht doch nichts über eine coole Pokerrunde. Das hat eben mit den Werten zu tun, die mehr Schein als Sein vermitteln. Ein sarkastischer Unterton kann hin und wieder nützlich sein, für die wirklich "wertvollen" Gesprächspartner und Freunde aber, sollte Wahrheit und Empfindung Vorrang haben. Denn mit diesen Menschen verbindet mich etwas Langfristiges, das ich erhalten und vertiefen möchte.
