Hallo Senf,
Freut mich, dass du dich noch zu Wort meldest:-)
Wenn ich es richtig verstanden habe, kannst du gut mit Konflikten umgehen, nur nicht in Beziehungen ... Falls du überhaupt eine Beziehung eingehst. Deine Verlustängste zwingen dich, lieber den Rückzug anzutreten ...
Damit wählst du den bequemsten Weg der Vermeidung. Aber es gibt hoffentlich auch Menschen, die das zu verstehen wissen und dich in Ruhe lassen, wenn dir danach ist.Ich, für meinen Teil, meide oft geradlinige Kommunikation, besonders bei
Menschen die ich mag, auch wenn ich in anderen Situationen stets an meiner Meinung festhalte. Da geht es mir ähnlich wie dir.
Natürlich tue ich das auch aus Angst vor Enttäuschungen.
"Es gehört immer ein bisschen Drama dazu, ein bisschen pkn"
pkn ist Autokorrektur und sollte heißen P,okern. (Warum dieses Wort abgekürzt erscheint, weiß vermutlich noch nicht mal die FL:-)) Mit Drama meine ich, dass Kommunikation oft dann scheitert, wenn man es am wenigsten möchte. So war das bei mir und dem Bekannten. Inzwichen hat es wieder eingerenkt. Da bin ich heilfroh.
Es gibt Menschen, deren Kommunikationsabläufe führen immer problemlos zum Ziel, Diese Leute kennst du und ich und jeder. Es gibt auch jene, die alles versuchen zu verschachteln und zu umgehen, bei denen es anders verläuft, meist im schlechten Sinne - Gescheiterte Kommunikation. Einige suchen nach Lösungen und schaffen dabei Probleme, völlig kontraproduktiv. Diese Leute neigen dazu zu verlieren, obwohl sie eigentlich etwas suchen. Sie finden es nicht. Drama. Ich gehöre zu diesen Leuten. Deswegen war mir das Erstellen des Threads so wichtig.
Was deinen Vorredner betrifft, da wage ich mir kein Urteil zu bilden.
Radikale Akzeptanz kommt mir ein wenig vor wie Resignation, weil man Dinge einfach hinnimmt/ vor der Auseinandersetzung flüchtet. Das ist quasi Konfliktvermeidung. In manchen Situationen vielleicht angemessen, an manchen nicht. Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, schont Kraftreserven. Auf diese Weise kann man den Leidensdruck verringern. Klingt ein bisschen nach Verdrängen.
Du sagst, dass deine Verlustängste bis auf deine Kindheit zurückgehen ... dann schätze ich, ist radikale Akzeptanz der falsche Weg.Wenn dich deine Ängste so stark im Griff haben, dass sie dich im Leben behindern, müssen sie besiegt werden.
Wenn man deshalb Beziehungen meidet oder einfach wegrennt, wenn es brenzlig wird, dann kehrt man die Dinge einfach nur unterm Teppich. Doch es führt zu keiner Lösung. Da erzähl ich dir sicher auch nichts neues.
Zitat:
Ich hatte mal eine Zeit, da hatte ich das Gefühl, ich komme von einem anderen Stern und keiner versteht mich. Bis ich gelernt habe, zu meiner Meinung zu stehen, auch wenn das dann zum Konflikt kam. Das hat sich leider nicht mehr eingerenkt mit einer mir nahestehenden Person.
Du hast diese nahestehende Person verloren, weil du die offene Auseinandersetzung gesucht hast.. Das wird dir in ewiger Erinnerung bleiben. Die Folge davon sind jetzt noch mehr Verlustängste.
Bei mir war das auch so. Nur umgekehrt. Habe mal einen guten Freund verloren, aber nicht, weil ich die Auseinandersetzung mit ihm gesucht habe, sondern weil ich davor weggelaufen bin. Genauer gesagt, vor meinen Gefühlen ... Diese Sache verfolgt mich noch bis heute.
Beide Kommunikationswege, Vermeiden sowohl Auseinandersetzung, können großen Schaden verursachen, das ist aber immer Situationsabhängig.
Hoffe, bald von dir zu hören
LG Ehrlich