@Yonda
genauso ist es. Ich habe den Schritt vor dem Sturz in das Helfersyndrom bei mir analysiert. Offenbar ziehe ich Menschen an, die ihre Sorgen abladen oder meine Hilfsbereitschaft ausnützen. Mir wird dann oft gesagt, dass ich doch alles so super unter Kontrolle hätte und so stark sei. Sie selbst hätten da nicht soviel Glück.
Bis ich das Wort 'Glück haben' geknackt hatte, hat es gedauert. Bis dahin habe ich mich automatisch und natürlich diesen Menschen zugewendet und die Ohren geöffnet. Ich denke, dass soziales Verhalten normal und die Hilfe untereinander normal sein sollte. Irgendwann aber kreiste dieses 'du hast Glück, dass du so stark bist und alles so toll schaffst' über mir und platzte mit einem Knall. Wieso Glück? Das habe ich mir erarbeitet! Durch Lernen und tatsächliche Berufstätigkeit, aber auch durch das Lernen aus Rückschlägen, harten Veränderungen und weil in mir der Wille war und ist, ein ausgeglichener und erfüllter Mensch zu sein.
Ich habe dann mal auf meine Körpersignale geachtet und bemerkt, dass mein Puls schneller schlägt und ich das Gefühl habe, dass das adrenalin durch mich durchschießet und ich total angespannt bin. Das habe ich gelernt zu erkennen, biete jetzt keine Hilfe an die Ausnützen an, sondern jammere mit ihnen mit. 'Da hast du recht, das ist echt total schlimm..' und ignoriere alle Anschubszeichnen 'Ey helfen doch mal, nimm mir das ab...' und bestätige sie einfach in ihrem Jammern weiter. In der Regel sind diese Menschen dann auch schnell wieder aus dem Gesichtsfeld, weil sie von mir die erwünschte Reaktion nicht erhalten.
Echte Freunde, bei denen Geben und Nehmen in Balance sind, habe ich einige. Und nur die sind mir wirklich wichtig.
Also, statt gleich in die Problemlösung für andere einzusteigen: erst mal schön mitsammen und dann sehen was passiert
