Isolde
Gast
folgende Textausschnitte habe ich von der kürzlich im Thread der Angehörigen von Narzissten verlinkten Adresse entnommen:
umgang-mit-narzissten/partner-von-narzissten/
Für mich als ehemalige Partnerin eines Narzissten sehr aufschlussreich und hilfreich!
Ich möchte daher einen Thread eröffnen in dem es mal nur um uns Partner von Narzissten geht. Meistens dreht sich ja alles um die Narzissten selbst aber hier möchte ich uns Angehörigen Raum nur für die Auseinandersetzung mit uns selbst geben.
Ich halte es für ebenso wichtig, so eine Beziehung zu verarbeiten, sich mitzuteilen usw. Dieser Thread soll also eher den anderen Klassiker in diesem Forum ergänzen.
Und ich möchte uns alle damit auch nicht als Komplementärnarzissten stigmatisieren. Ich habe mich in meiner letzten Beziehung wie ein Komplementär...verhalten aber ich glaube an mein Entwicklungspotential...Es muss nichts bleiben wie es ist....
Ich fange einfach einmal an und freue mich über Gedanken, Erfahrungen, Einsprüche...anderer Betroffener und auch aller anderen.
Zitat:Die typischen Partner von Narzissten sind bescheidene Menschen, die es gewohnt sind, sich anzupassen und ein geringes Selbstwertgefühl haben. Diese Personen sind es meist schon von Kindheit an gewohnt, zurückzustehen und entwertet zu werden. Sie haben gelernt, ihre Wünsche nicht so wichtig zu nehmen und sich auf die Bedürfnisse anderer einzustellen. Auf ihr Recht, ein eigenes Selbst zu haben, lernten sie bereits sehr früh in ihrem Leben, zu verzichten.
Ich habe mich (leider) in diesem Abschnitt wieder erkannt. Ohne es zu hinterfragen, hielt ich es für völlig richtig, so zu sein. Erst nach meiner Beziehungserfahrung mit meinem Narzissten lernte ich mein Selbstbild zu hinterfragen. Ohne diese Erfahrung wäre ich wohl nie dahinter gekommen dass ich etwas grundlegend falsch mache.
Zitat:Der typische Partner von Narzissten hat die Eigenschaft sich unterzuordnen, die Meinung anderer Menschen wichtiger zu nehmen als die eigene, zurückzustehen und nachzugeben sowie die eigenen Bedürfnisse zu leugnen. Die Durchsetzungs- und Widerstandskräfte sind meist schwächer, weshalb sie leicht in die Abhängigkeit anderer geraten. Es fällt ihnen schwer, sich selbständig und kraftvoll zu behaupten. Auf der anderen Seite sind sie in der Lage, Leiden auf sich zu nehmen und im Dienen und Sich opfern eine göttliche Tugend zu sehen.
Ganz so schlimm war es bei mir nicht aber ich erkenne mich auch hierin wieder. Sind wir Angehörigen nicht schon am Beginn der Beziehung viel zu sehr auf die Bedürfnisse des Partners fokussiert? Und sei es nur dadurch, ihn glücklich machen zu wollen? "Dienen" und "opfern" sind starke Ausdrücke aber ich empfand mich in meiner grenzenlosen Kompromissbereitschaft und Duldsamkeit manchmal wirklich als besonders intensiv Liebende. Heute sehe ich dass das ein absoluter Irrtum war.
Zitat:Sobald es nur kleinste Unstimmigkeiten gibt, gerät ihr Seelenleben aus dem Gleichgewicht. Meinungsverschiedenheiten, ungeklärte Zustände und Twist können sie nur schwer ertragen. Für ihr Wohlbefinden ist eine Atmosphäre von Frieden und Harmonie wichtig. Im Fall eines Streites bemühen sie sich daher, schnellstmöglich und unter allen Umständen die erlösende Harmonie wiederherzustellen, meist, indem sie nachgeben und ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte außer Acht lassen. Sie leisten meist keinen echten Widerstand, um die Situation nicht noch zu verschärfen.
Der Partner ist ein sehr dankbarer Mensch
Ich fühle mich ertappt
Ich fragte mich, wie es wohl sei, mal Widerstand zu leisten oder Disharmonie auszuhalten oder sich als etwas egoistisch zu erleben. Ich glaube das könnte mir gefallen....
Zitat:Ein gutes Wort kann sie schon außerordentlich glücklich manchen und erfreuen. Für solche Menschen sind eine freundliche, liebe und verständnisvolle Behandlung die Voraussetzung für ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Auch das kenne ich von mir...
Zitat:Denn nach den geistigen Gesetzen, denen jeder Mensch unterliegt, ziehen wir das in unser Leben, was wir selbst über uns denken. Die Dinge, die um uns herum passieren, spiegeln unser innerstes und meist unbewusstes Seelenleben. Was uns in Beziehungen widerfährt ist alles andere als ein Zufall, sondern die zwingende Notwendigkeit, uns schonungslos mit den eigenen negative Gedanken zu beschäftigen und unser Entwicklungspotenzial vor Augen zu führen.
Wenn Du also von anderen Menschen benutzt, belogen oder betrogen wirst, dann darfst Du Dir die Frage erlauben, wo benutze, belüge und betrüge ich mich selbst. Der Narzisst wird solange Dein Spiegel sein, bist Du es verstanden hast !
Und es gibt keinen besseren Spiegel für Sie. Keiner kann Ihnen gnadenloser vor Augen führen, was Sie selbst über sich denken, wo Sie selbst keine Rücksicht auf sich nehmen und wo Sie sich selbst schlecht behandeln. Darin liegt die wahre Bestimmung eines Narzissten.
Schieben Sie nicht länger die Verantwortung für Ihre Gefühle auf den anderen. Der Narzisst mag vielleicht Ihre Knöpfe gedrückt haben, für den Liebeskummer entscheiden Sie sich aber selbst. Nehmen Sie ihre Gefühle an und akzeptieren Sie diese als einen wesentlichen Bestandteil Ihrer Persönlichkeit. Erkunden Sie Ihre “eigene Geschichte” hinter den Emotionen und machen Sie dem Narzissten keine Vorwürfe. Er hilft Ihnen nur, Zugang zu ihren tiefsten Gefühlsschichten zu finden.
Okay, das würde bedeuten:
- ich nehme mich nicht ernst (er tat es nicht),
- ich bedeute mir selbst nicht genug (...)
- ich bin noch nicht bereit für eine wirkliche Liebe (...)
- ich bin rücksichtlos mir selbst gegenüber (...)
....Das soll erstmal nur ein Anfang sein...
Ich freue mich über eure Teilnahme!