153

Komplementärnarzissten Austausch

Isolde

Hallo liebe Foris,

folgende Textausschnitte habe ich von der kürzlich im Thread der Angehörigen von Narzissten verlinkten Adresse entnommen:
umgang-mit-narzissten/partner-von-narzissten/

Für mich als ehemalige Partnerin eines Narzissten sehr aufschlussreich und hilfreich!
Ich möchte daher einen Thread eröffnen in dem es mal nur um uns Partner von Narzissten geht. Meistens dreht sich ja alles um die Narzissten selbst aber hier möchte ich uns Angehörigen Raum nur für die Auseinandersetzung mit uns selbst geben.
Ich halte es für ebenso wichtig, so eine Beziehung zu verarbeiten, sich mitzuteilen usw. Dieser Thread soll also eher den anderen Klassiker in diesem Forum ergänzen.
Und ich möchte uns alle damit auch nicht als Komplementärnarzissten stigmatisieren. Ich habe mich in meiner letzten Beziehung wie ein Komplementär...verhalten aber ich glaube an mein Entwicklungspotential...Es muss nichts bleiben wie es ist....
Ich fange einfach einmal an und freue mich über Gedanken, Erfahrungen, Einsprüche...anderer Betroffener und auch aller anderen.

Zitat:
Die typischen Partner von Narzissten sind bescheidene Menschen, die es gewohnt sind, sich anzupassen und ein geringes Selbstwertgefühl haben. Diese Personen sind es meist schon von Kindheit an gewohnt, zurückzustehen und entwertet zu werden. Sie haben gelernt, ihre Wünsche nicht so wichtig zu nehmen und sich auf die Bedürfnisse anderer einzustellen. Auf ihr Recht, ein eigenes Selbst zu haben, lernten sie bereits sehr früh in ihrem Leben, zu verzichten.


Ich habe mich (leider) in diesem Abschnitt wieder erkannt. Ohne es zu hinterfragen, hielt ich es für völlig richtig, so zu sein. Erst nach meiner Beziehungserfahrung mit meinem Narzissten lernte ich mein Selbstbild zu hinterfragen. Ohne diese Erfahrung wäre ich wohl nie dahinter gekommen dass ich etwas grundlegend falsch mache.

Zitat:
Der typische Partner von Narzissten hat die Eigenschaft sich unterzuordnen, die Meinung anderer Menschen wichtiger zu nehmen als die eigene, zurückzustehen und nachzugeben sowie die eigenen Bedürfnisse zu leugnen. Die Durchsetzungs- und Widerstandskräfte sind meist schwächer, weshalb sie leicht in die Abhängigkeit anderer geraten. Es fällt ihnen schwer, sich selbständig und kraftvoll zu behaupten. Auf der anderen Seite sind sie in der Lage, Leiden auf sich zu nehmen und im Dienen und Sich opfern eine göttliche Tugend zu sehen.


Ganz so schlimm war es bei mir nicht aber ich erkenne mich auch hierin wieder. Sind wir Angehörigen nicht schon am Beginn der Beziehung viel zu sehr auf die Bedürfnisse des Partners fokussiert? Und sei es nur dadurch, ihn glücklich machen zu wollen? "Dienen" und "opfern" sind starke Ausdrücke aber ich empfand mich in meiner grenzenlosen Kompromissbereitschaft und Duldsamkeit manchmal wirklich als besonders intensiv Liebende. Heute sehe ich dass das ein absoluter Irrtum war.

Zitat:
Sobald es nur kleinste Unstimmigkeiten gibt, gerät ihr Seelenleben aus dem Gleichgewicht. Meinungsverschiedenheiten, ungeklärte Zustände und Twist können sie nur schwer ertragen. Für ihr Wohlbefinden ist eine Atmosphäre von Frieden und Harmonie wichtig. Im Fall eines Streites bemühen sie sich daher, schnellstmöglich und unter allen Umständen die erlösende Harmonie wiederherzustellen, meist, indem sie nachgeben und ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte außer Acht lassen. Sie leisten meist keinen echten Widerstand, um die Situation nicht noch zu verschärfen.
Der Partner ist ein sehr dankbarer Mensch


Ich fühle mich ertappt Und wenn ich diese Worte nicht gelesen hätte, wäre es mir wohl nie bewusst geworden.
Ich fragte mich, wie es wohl sei, mal Widerstand zu leisten oder Disharmonie auszuhalten oder sich als etwas egoistisch zu erleben. Ich glaube das könnte mir gefallen....

Zitat:
Ein gutes Wort kann sie schon außerordentlich glücklich manchen und erfreuen. Für solche Menschen sind eine freundliche, liebe und verständnisvolle Behandlung die Voraussetzung für ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit.


Auch das kenne ich von mir...

Zitat:
Denn nach den geistigen Gesetzen, denen jeder Mensch unterliegt, ziehen wir das in unser Leben, was wir selbst über uns denken. Die Dinge, die um uns herum passieren, spiegeln unser innerstes und meist unbewusstes Seelenleben. Was uns in Beziehungen widerfährt ist alles andere als ein Zufall, sondern die zwingende Notwendigkeit, uns schonungslos mit den eigenen negative Gedanken zu beschäftigen und unser Entwicklungspotenzial vor Augen zu führen.

Wenn Du also von anderen Menschen benutzt, belogen oder betrogen wirst, dann darfst Du Dir die Frage erlauben, wo benutze, belüge und betrüge ich mich selbst. Der Narzisst wird solange Dein Spiegel sein, bist Du es verstanden hast !

Und es gibt keinen besseren Spiegel für Sie. Keiner kann Ihnen gnadenloser vor Augen führen, was Sie selbst über sich denken, wo Sie selbst keine Rücksicht auf sich nehmen und wo Sie sich selbst schlecht behandeln. Darin liegt die wahre Bestimmung eines Narzissten.

Schieben Sie nicht länger die Verantwortung für Ihre Gefühle auf den anderen. Der Narzisst mag vielleicht Ihre Knöpfe gedrückt haben, für den Liebeskummer entscheiden Sie sich aber selbst. Nehmen Sie ihre Gefühle an und akzeptieren Sie diese als einen wesentlichen Bestandteil Ihrer Persönlichkeit. Erkunden Sie Ihre “eigene Geschichte” hinter den Emotionen und machen Sie dem Narzissten keine Vorwürfe. Er hilft Ihnen nur, Zugang zu ihren tiefsten Gefühlsschichten zu finden.


Okay, das würde bedeuten:
- ich nehme mich nicht ernst (er tat es nicht),
- ich bedeute mir selbst nicht genug (...)
- ich bin noch nicht bereit für eine wirkliche Liebe (...)
- ich bin rücksichtlos mir selbst gegenüber (...)

....Das soll erstmal nur ein Anfang sein...

Ich freue mich über eure Teilnahme!

25.05.2015 22:18 • x 5 #1


Drell


Das Verhalten, welches für die Komplementärnarzissten als typisch dargestellt wird, ist auch in vielen anderen Beziehungen eine typische Verhaltensweise.
Ich halte es für falsch die Leute da in eine Schublade zu stecken, auch wenn es bei Narzissten klappen mag, aber bei K.-Narzissten klappt das nicht.

25.05.2015 22:33 • x 1 #2



Komplementärnarzissten Austausch

x 3


Mauzki


Ich finde es etwas vermessen, wie hier in diesem Forum mit dem Begriff "Narzissmus" umgegangen wird. Hier ist fast jeder Ex ein Narzisst und die Verlassene das Opfer. Das macht es vermutlich auch sehr einfach, da der Verlasser in die Position des Täters gerückt wird, während die eigene Opferrolle vollkommen bekräftigt wird. Dennoch frage ich mich: Wie viele Exen haben denn hier die tatsächliche Diagnose "Narzissmus" bekommen? Ich nehme an, keiner. Und die Diagnose wird von den verletzten Verlassenen gestellt, denn jemand, der einen verlässt und nicht mehr liebt, der muss ja selbstverliebt und gewissenlos gegenüber anderen sein. So simpel ist das nicht.

Manchmal -auch wenn es in Zeiten von ICD-10 modern ist, allem eine Diagnose unterzujubeln- ist ein A*rschloch einfach nur ein A*rschloch. Und viele dieser A*rschlöcher sind nichtmal welche, da ein Beziehungsende millionen Gründe haben kann und "A*rschloch sein" nur einer davon ist.

25.05.2015 22:35 • x 8 #3


cilli54

cilli54


768
2
301
Nun,in meinem Fall war es einfach ein Narzisst. Und um Deine Frage zu beantworten,bei wievielen Ex-Partnern die Diagnose Narzissmus gestellt wurde muss ich lächeln....denn von 100 Narzissten geht höchstens einer mal zu einem Psychologen. Narzissten brauchen keine Therapie aus ihrer Sicht.Sonst wären sie auch keine Narzissten.
Ein gewöhnliches Ar....handelt wie ein Ar....aber nicht mit dieser perfiden Niedertracht,wie es ein Narzisst macht.

25.05.2015 22:50 • x 6 #4


Drell


Zitat von Mauzki:
Ich finde es etwas vermessen, wie hier in diesem Forum mit dem Begriff "Narzissmus" umgegangen wird. Hier ist fast jeder Ex ein Narzisst und die Verlassene das Opfer. Das macht es vermutlich auch sehr einfach, da der Verlasser in die Position des Täters gerückt wird, während die eigene Opferrolle vollkommen bekräftigt wird. Dennoch frage ich mich: Wie viele Exen haben denn hier die tatsächliche Diagnose "Narzissmus" bekommen? Ich nehme an, keiner. Und die Diagnose wird von den verletzten Verlassenen gestellt, denn jemand, der einen verlässt und nicht mehr liebt, der muss ja selbstverliebt und gewissenlos gegenüber anderen sein. So simpel ist das nicht.

Manchmal -auch wenn es in Zeiten von ICD-10 modern ist, allem eine Diagnose unterzujubeln- ist ein A*rschloch einfach nur ein A*rschloch. Und viele dieser A*rschlöcher sind nichtmal welche, da ein Beziehungsende millionen Gründe haben kann und "A*rschloch sein" nur einer davon ist.

25.05.2015 22:54 • #5


Blanca

Blanca


3456
25
4636
Zitat von Mauzki:
Ich finde es etwas vermessen, wie hier in diesem Forum mit dem Begriff "Narzissmus" umgegangen wird. Hier ist fast jeder Ex ein Narzisst und die Verlassene das Opfer. Das macht es vermutlich auch sehr einfach, da der Verlasser in die Position des Täters gerückt wird, während die eigene Opferrolle vollkommen bekräftigt wird.

Hast Du mal selbst mit jemand zu tun gehabt, der extrem narzisstische Züge hatte?

Welche Rolle spielt es, ob demjenigen Narzissmus diagostiziert wurde, wenn er sich doch über weite Strecken der Beziehung genauso verhalten hat, wie es der Symptomatik entspricht?

Wenn Du meinst, hier im Thread werde gelogen bzw. nur übertriebenes Zeug dargestellt, was hindert Dich dann daran, ihm fernzubleiben? Aber in dieser Weise auf die Betroffenen einzudreschen, finde ich wirklich nicht sehr hilfreich.

Was ist Deine Intention dabei, was sollte dieser Beitrag bezwecken?

25.05.2015 22:58 • x 3 #6


Mauzki


Ich dresche nicht auf Leute ein. Nichts läge mir ferner, also lass bitte die Kirche im Dorf.
Die Intention meiner Aussage ist, dass es nunmal A*rschlöcher gibt, die völlig ohne Grund A*rschlöcher sind. Es bringt einen einfach nicht weiter, wenn man ihnen nach Gutdünken irgendeine Diagnose anheftet und dann in Gut und Böse unterteilt, denn so einfach ist die Welt leider nicht. Wichtig ist doch, wie ihr selber aus dieser Erfahrung lernt und vor allem was in euch selbst passieren muss, damit ihr in Zukunft A*rschlochgene jedweder Art erkennen und meiden könnt. Und dazu muss in euch selbst etwas klicken, nicht in dem Ex. Denn auch ein schlimmer Narzisst kann nur Schaden anrichten, wenn man ihn lässt. Und das wird bei der ganzen "Er ist der Täter und ich das Opfer" völlig unter den Teppich gekehrt.

25.05.2015 23:33 • x 2 #7


Isolde


@Mauzki:

hast du meinen Thread gelesen? Und auch verstanden, worum es mir geht?
Ich habe nicht den Eindruck.

Es ist mühselig aber ich werde einmal auf solche Dinge antworten denn genau um diese Fragen soll es hier nicht gehen.

Zitat:
Ich finde es etwas vermessen, wie hier in diesem Forum mit dem Begriff "Narzissmus" umgegangen wird. Hier ist fast jeder Ex ein Narzisst und die Verlassene das Opfer.


Hier geht es nicht um Narzissten, sondern um Komplementärnarzissten. Ich für meinen Teil weiß, dass ich k-narzisstische Tendenzen habe und in diesem Sinne ist es auch ziemlich gleichgültig, ob mein Partner gesund ist oder Narzisst. Es geht um mein Verhalten.
Im übrigen habe ich mich nie als Opfer gesehen, kann aber verstehen dass manch einer Dinge erlebt, die ihn dazu bringen, sich als Opfer zu betrachten.
Das was ich hier versuche, ist genau das Gegenteil einer Opferhaltung. Ich versuche zu ergründen, wo meine eigenen Defizite, Blindstellen etc. sind.

Zitat:
Das macht es vermutlich auch sehr einfach, da der Verlasser in die Position des Täters gerückt wird, während die eigene Opferrolle vollkommen bekräftigt wird.


Wem antwortest du eigentlich? Mir jedenfalls nicht. Ich habe nicht einmal die Begriffe Opfer und Täter gebraucht.

Zitat:
Dennoch frage ich mich: Wie viele Exen haben denn hier die tatsächliche Diagnose "Narzissmus" bekommen? Ich nehme an, keiner. Und die Diagnose wird von den verletzten Verlassenen gestellt, denn jemand, der einen verlässt und nicht mehr liebt, der muss ja selbstverliebt und gewissenlos gegenüber anderen sein. So simpel ist das nicht.


Mein Ex hat nicht nur eine Diagnose aber wie bereits gesagt: es soll hier nicht um ihn gehen.
Du legst mir einfach Dinge in den Mund und argumetierst dann eifrig gegen deine eigenen Worte gegenan. Übrigens wurde ich nicht verlassen, sondern habe mich getrennt.
Genau, so simpel ist es nicht.

Falls du noch einmal hier schreibst wäre ich dir dankbar wenn du dich auch auf das beziehst, was ich geschrieben habe statt hier einfach nur Dampf abzulassen.

25.05.2015 23:40 • x 1 #8


Isolde


@Drell

Zitat:
Das Verhalten, welches für die Komplementärnarzissten als typisch dargestellt wird, ist auch in vielen anderen Beziehungen eine typische Verhaltensweise.
Ich halte es für falsch die Leute da in eine Schublade zu stecken, auch wenn es bei Narzissten klappen mag, aber bei K.-Narzissten klappt das nicht.


Wer bei sich selbst keine komplementärnarzisstischen Züge erkennt, der braucht hier doch nicht schreiben. Selbstverständlich ist nicht jeder, der einmal einen Narzissten liebte automatisch k-Narzisst aber es gibt genauso komplemetäre Verhaltensstrukturen (unabhängig vom jeweiligen Partner), wie es Narzissten gibt (die sind Narzissten auch wenn sie mal eine Solo-Durststrecke erleben).

@Cilli: ja, genau, kaum ein Narzisst begibt sich in Therapie- daher auch oft keine Diagnose.

25.05.2015 23:48 • #9


Drell


Es war eine allg. Aussage von ihm und auch nicjt persönlich gemeint ! Wir können hier doch ruhig reden Er

Natürlich sind hier bestimmt Einige an Narzissten geraten, aber im Forum stellen viele diese Diagnose ihrem Ex und ich war auch der Meinung an Eine geraten zu sein. Aber das war sie nicht. Er wollte nur allgemein auf den inflationären Gebrauch hinweisen. Hätte er netter tun können, okay lässt sich drüber reden, aber ihr hättet ihn genauso netter auf das Rüberkommen seiner Aussage hinweisen können

Und ich habe mich bereits dazu geäußert. Ich weiß hier geht es um die Komple.-Narzissten, aber ich halte es für Falsch sich selber da in eine Schublade zu stecken. Es sind Defizite ja, aber seien wir ehrlich: es gibt so viele die dieses Verhalten bei einer Beziehung gezeigt haben (siehe diverse Beiträge hier), dass ich es nicht als typisch für Komple.-Narzissten sehe. Macht euch nicht schlechter als ihr es seid ! Arbeitet an euren Defiziten ja, aber schiebt euch nicht in die eine Schublade, dass ist niemand von uns wert und niemand von uns hat das verdient

26.05.2015 00:00 • #10


Schlenz


177
5
69
Ich kann mich hier in sehr viel wieder erkennen. Die Selbstaufgabe, das Harmoniebedürfnis, die Nachgiebigkeit. Seine Bedürfnisse als Falsch zu empfinden. Sich selbst nicht ernst nehmen, sich einfach nicht viel wert sein. Sie war ja der Wert in meinem Leben. Aber wir wahren uns da in manchen Dingen nicht ganz unähnlich. Sie hatte auch kein gutes Selbstwert Gefühl, versuchte es ständig aufzupolieren durch Klamotten etc. war auch sehr unsicher oder vermittelte das zumindest. Trotzdem verwundert es mich, schließlich war ich ja ihrer aussage der Narzisst "du bist ein ziemlich sadistisches und narzisstisches Schwein". War das nur eine Spiegelung? Ich kann mich in dieser Aussage zumindest nicht wirklich wiederfinden. Bin aber so unsicher mit mir selbst, das ich ihrer Meinung über mich irgendwie mehr raum einräume als meiner eigene. Für mich währe sogar die Diagnose Narisstische PS irgendwie erlösend, weil dann könnte ich ja was dagegen tun, das ich so schlecht und falsch zu sein scheine. Dann hab ichs schwarz auf Weiß und weis wie ich mich ändern kann um wieder gut genug zu sein oder zumindest unschädlich. Irgendwie strange. Diese Angst für ihre Probleme Verantwortlich zu sein. Das es für sie besser ist ohne mich zu sein, weil ich so schlecht für sie war und sie Jahrelang mein Opfer. Das passt irgendwie nicht so recht.

26.05.2015 00:08 • #11


Blanca

Blanca


3456
25
4636
Zitat von Drell:
Ich weiß hier geht es um die Komple.-Narzissten, aber ich halte es für Falsch sich selber da in eine Schublade zu stecken. Es sind Defizite ja, aber seien wir ehrlich: es gibt so viele die dieses Verhalten bei einer Beziehung gezeigt haben (siehe diverse Beiträge hier), dass ich es nicht als typisch für Komple.-Narzissten sehe. Macht euch nicht schlechter als ihr es seid !

Die TE hatte im Eröffnungsbeitrag Passagen aus einer Webseite zitiert, die detailliert beschreiben, was speziell Komplementärnarzissten ausmacht. Natürlich ist jemand, der Selbstaufgabe mit Liebe verwechselt und nie gelernt hat, sich zu behaupten, auch ein relativ leichtes Ziel für Psychopathen, Histrioniker oder Borderliner. Jedoch ist die Symptomatik dieser Störungen eine andere und daher erscheint es sinnvoll, den Komplementärnarzissten einen eigenen Raum zu lassen, in dem sie sich gezielt dem widmen können, was speziell "ihr" Narzisst in ihnen getriggert hat. Denn sie waren eben nicht mit irgendeinem Ar... zusammen, sondern mit jemand, dessen Verhaltensmuster genau diese und keine andere Symptomatik zeigte. Also können sie aufgrund ihrer eigenen Erfahrung auch nur an dieser ansetzen, den eigenen Umgang damit retrospektive zu beleuchten.

Daß man sich so auch generell gegen weitere destruktive Beziehungen wappnet, liegt auf der Hand - Garantie ausgeschlossen. Fehlende Empathie, innere Leere, etc. sind auch symptomatisch für die Träger anderer Persönlichkeitsstörungen und wer gelernt hat, sie an Narzissten wahrzunehmen, dessen Antennen werden womöglich auch bei Histrionikern, Psychopathen oder Borderlinern künftig deutlich früher ausgefahren als es vor der Beziehung zum Narzissten der Fall war.

Nochmal: Dieser Thread ist für Leute gedacht, die aus einer destruktiven Beziehungen mit jemand kommen, der (auffallend) narzisstische Züge an den Tag gelegt hat und gedacht für Teilnehmer, die beleuchten wollen, wie es für sie ganz speziell so weit kommen konnte. Die Diagnostik des Ex zu hinterfragen ist da wenig hilfreich, denn für sein ganz konkretes Verhalten spielt es keine Rolle, ob dessen Ursache ärztlich bestätigt war oder nicht. Er legt es unabhängig davon an den Tag, zudem soll es eben um seine Person hier nicht gehen, sondern die Betroffenen möchten sich hier darüber austauschen, wie sie anders hätten reagieren können, um nicht in so eine destruktive Geschichte reinzurutschen. Der Narzisst dient in diesem Thread hier lediglich dazu, einzelne Aspekte seines Verhaltens unter die Lupe zu nehmen, um die eigene Reaktion darauf retrospektive zu analysieren. Er ist hier Versuchskaninchen bzw. Sparringspartner, mehr nicht.

Um Rückfragen diesbezüglich vorzubeugen, abschließend noch ein allgemeiner Hinweis: Ich schreibe in der "er"-Forum von von "dem" Narzissten. Dies dient der Einfachheit und nicht der Diskriminierung. Narzissmus betrifft bekanntlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen und deren Beziehungen verlaufen nicht minder destruktiv.

26.05.2015 07:45 • x 1 #12


freisein


1294
1
448
Zitat von Mauzki:
Ich finde es etwas vermessen, wie hier in diesem Forum mit dem Begriff "Narzissmus" umgegangen wird. Hier ist fast jeder Ex ein Narzisst und die Verlassene das Opfer. Das macht es vermutlich auch sehr einfach, da der Verlasser in die Position des Täters gerückt wird, während die eigene Opferrolle vollkommen bekräftigt wird. Dennoch frage ich mich: Wie viele Exen haben denn hier die tatsächliche Diagnose "Narzissmus" bekommen? Ich nehme an, keiner. Und die Diagnose wird von den verletzten Verlassenen gestellt, denn jemand, der einen verlässt und nicht mehr liebt, der muss ja selbstverliebt und gewissenlos gegenüber anderen sein. So simpel ist das nicht.

Manchmal -auch wenn es in Zeiten von ICD-10 modern ist, allem eine Diagnose unterzujubeln- ist ein A*rschloch einfach nur ein A*rschloch. Und viele dieser A*rschlöcher sind nichtmal welche, da ein Beziehungsende millionen Gründe haben kann und "A*rschloch sein" nur einer davon ist.


Wie kann man den Geschädigten nur einen eigenen Raum bieten ? (Ironie OFF)

Weißt du, du erinnerst mich gerade an diese Menschen, die seit Jahrzehnten versuchen, den Frauen die Gleichberechtigung abzusprechen.
Junge, du hast dich gerade selbst disqualifiziert & ja, komm mal in der heutigen Zeit an - ich kann dieses Thema, was gestörte Menschen mit ihren ehem. Partnern versauen (wohlgemerkt in einer Partnerschaft, vielleicht sogar jahrzehntelange Ehen mit Kindern) nicht einfach bagatellisieren oder sogar totschweigen.
Wenn DU selbst NICHT aus einer destruktiven Beziehung kommst oder bist, dann mit Verlaub, halt einfach deine Klappe & lerne.

DANKE!

26.05.2015 08:59 • x 2 #13


Urmel_


Zitat:
Weißt du, du erinnerst mich gerade an diese Menschen, die seit Jahrzehnten versuchen, den Frauen die Gleichberechtigung abzusprechen.


Das sind dann aber nicht die Frauen, die den Männern seit Jahrzehnten die "Buckel Dich kaputt, trag die Frau auf Händen und am Ende kriegst Du als Quittung den rassigen Rebell vor die Nase gesetzt"-Doktrin so geschickt umsetzen, dass wir Männer selbst daran glauben?

Zitat:
Junge, du hast dich gerade selbst disqualifiziert & ja, komm mal in der heutigen Zeit an - ich kann dieses Thema, was gestörte Menschen mit ihren ehem. Partnern versauen (wohlgemerkt in einer Partnerschaft, vielleicht sogar jahrzehntelange Ehen mit Kindern) nicht einfach bagatellisieren oder sogar totschweigen.


Ich hab echt lange überlegen müssen, warum mir der Thread so ein Grummeln im Magen bereitet. Vor allem der scharfe Ton Richtung Mauzki und Drell ist interessant. Grundsätzlich haben die beiden ja Recht. Ob es zum Thread passt, steht ja auf einem anderen Blatt.

Der springende Punkt ist, ich habe (vermutlich) selbst eine Cluster-B-Beziehung hinter mir. Allerdings mit dem Ausgang, dass am Ende die ganze Verantwortung für die Misere an mir hängen geblieben ist. An sich kein Problem, immerhin habe ich das Spielchen mitgespielt und trage meinen Teil der Verantwortung dafür.

In Kontext mit den Beiträgen hier gehen bei mir allerdings sofort alle Warnlampen an, da einige der Cluster-B-Exemplare es exzellent verstehen, sich als Opfer zu präsentieren. Und daher ist es meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt, Dinge zu hinterfragen. Wie einige Vorposter schon festgestellt haben, Cluster-B-Betroffenen glauben sich mitunter in der Opferrolle, obwohl sie eigentlich ebenfalls Täter sind.

Deswegen dreht sich mir, als Betroffener, etwas der Magen um, wenn ich so etwas lese:

Zitat:
Wenn DU selbst NICHT aus einer destruktiven Beziehung kommst oder bist, dann mit Verlaub, halt einfach deine Klappe & lerne.


Statt die Motivation zu hinterfragen, wird geurteilt. In welchem System wird Kritik verboten? Richtig, in der Diktatur.

26.05.2015 12:31 • x 2 #14


Failed

Failed


594
2
512
Frage,


mal angenommen die beschriebenen Eigenschaften / Verhaltensmuster träfen auf jemanden zu der NICHT aus einer Beziehung mit einem Partner mit NPS, narzisstischen Zügen, BL ect kommt, wie würde man diese "Wesensart", "Störung", "Verhaltensweise" oder wie immer man es nennen kann denn dann bezeichnen?

Also quasi ein Komplementärnarzisst ohne Narzissten, was ist der dann?

26.05.2015 13:04 • #15



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag