@Schlenz,
vielen Dank für deinen Beitrag
Zitat:Ich kann mich hier in sehr viel wieder erkennen. Die Selbstaufgabe, das Harmoniebedürfnis, die Nachgiebigkeit. Seine Bedürfnisse als Falsch zu empfinden. Sich selbst nicht ernst nehmen, sich einfach nicht viel wert sein. Sie war ja der Wert in meinem Leben.
Ja ich denke, wir haben uns alle viel zu sehr über die Beziehung definiert.
Ich habe in deinem Thread "Ich bin mir egal..." Gelesen und habe anfangs ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Es fühlte sich komisch an, etwas für mich zu tun. Da schien etwas zu fehlen...Es gab mir keine Befriedigung und das schockierte mich.
Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen aber ich vermute mein ganzes Denken ist auf Beziehung ausgerichtet. Natürlich früh gelernt. Ich habe von Kindesbeinen an Familienkonflikte zu lösen versucht. Gab kaum etwas anderes. Und fragte man mich viel später "Was willst
Du?"- schaute ich ratlos aus der Wäsche. Ich wollte endlich Liebe und Frieden. Hat lange gedauert bis ich überhaupt ein richtiges Selbstgefühl entwickelt habe.
@Blanca: danke für deinen Beitrag. Deine Klarsicht macht mich neugierig. Ich habe einiges aus deinen Beiträgen lernen können.
Zitat:Frage,
mal angenommen die beschriebenen Eigenschaften / Verhaltensmuster träfen auf jemanden zu der NICHT aus einer Beziehung mit einem Partner mit NPS, narzisstischen Zügen, BL ect kommt, wie würde man diese "Wesensart", "Störung", "Verhaltensweise" oder wie immer man es nennen kann denn dann bezeichnen?
Also quasi ein Komplementärnarzisst ohne Narzissten, was ist der dann?
Eine ganz individuelle Antwort ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit:
Vielleicht ein "Co", dem der Partner fehlt, in dem er sich verlieren kann
Oder Beziehungssüchtig?
Eigenschaften vielleicht diese: viel zu viel auf den Partner fixiert, zu selbstlos, immer auf der Suche nach Liebe (real oder fantasiert), ein im "Wir" denkender Mensch. Mangelndes Selbstbewusstsein, Beziehung ist wichtiger als alles andere, große Verlustängste, die Sucht über Beziehung oder den Partner, über Probleme (der anderen) nachzudenken...
Ein wichtiger Punkt ist vielleicht mangelnde Verantwortung für sich selbst: ich fühle mich so elend weil er..., ich kann nicht konzentriert arbeiten weil...
Ich kam lange Zeit nicht auf die Idee, dass ich die Möglichkeit habe, mich abzugrenzen.
Keine Ahnung. Ich bin gerade zu wenig in meinem Co-Gefühl drin
Ich habe so eine Beziehung gehabt. Ein sehr guter Typ. Er hat sich gegen mein Co-Verhalten gewehrt aber ich habs nicht geschnallt.
Ich konnte kaum etwas tun ohne ihn im Kopf zu haben. Kam er mit einem etwas genervtem Gesichtsausdruck von der Arbeit, fuhr ich innerlich zusammen und bezog es auf mich. Also mangelnde bis gar keine Abgrenzung meines Befindens vom Partner. Harmonie zwischen uns herzustellen war mir wichtiger als mein eigenes Leben.
Er sagte dauernd "Hör doch bitte auf nachzudenken und mach einfach dein Ding."
Meine Antwort "Aber ich kann mein Ding nicht machen wenn Du..., wenn Wir,..."
Und war einfach mal alles in Ordnung, saß ich etwas hippelig da und wusste nicht was ich mit mir anfangen sollte.
Hallo Solea,
Zitat:Ich "bin" eine Komplementärnarzisstin, habe lange in einer destruktiven Beziehung gelebt, konnte mich befreien, konnte "heilen", habe dann einen neuen Partner kennengelernt, empathisch, fürsorglich, nicht aggressiv.
Heute, nach fast zehn Jahren, erkenne ich, dass diese Beziehung sehr gute Anteile hat, aber im Prinzip auf den gleichen Säulen steht wie die vorherige geschockt
Dann bist du ja den umgekehrten Weg wie ich gegangen
Ich hatte erst eine gute, dann eine destruktive Beziehung.
Inwiefern steht deine derzeitige Beziehung denn auf den gleichen Säulen wie die vorige? Meinst du die Säulen in dir? Oder stimmt etwas in der Beziehung nicht?
Ich freue mich sehr über deinen Beitrag und bin gespannt auf unseren Austausch!
