Sandy1976
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Die ersten 4 1/2 Jahre war ich sehr glücklich mit ihm. Dann kamen die ersten Probleme zum Vorschein. Mich stört an meinem Partner, dass er sehr aufbrausend ist und gerne mal wegen Kleinigkeiten ausrastet. Das konnte er in den ersten Jahren gut verbergen, aber als wir dann zusammengezogen sind und schon ein Weilchen unter einem Dach gelebt haben, habe ich erst gemerkt, wie gravierend dieses Problem bei ihm ist. Er sieht auch gar nicht, dass er etwas dagegen tun soll und behauptet, dass er manchmal gar nicht anders kann, weil ich ihn mit meinem Verhalten dazu treibe.
Es gefällt mir auch nicht, dass er Probleme hat, andere Meinungen zu akzeptieren. Wenn es nach ihm ginge, müsste ich alle Dinge so sehen, wie er sie sieht und so machen, wie er es macht. Ich bin aber eine unabhängige Frau, die sich eine eigene Meinung bildet und kein angepasstes Hascherl.
Während er in den ersten Jahren noch kompromissbereit war, wurde das im Laufe der Zeit immer weniger. Wenn wir etwas unternehmen, muss es fast immer etwas sein, das seinen Geschmäckern/Bedürfnissen/Vorlieben entspricht. Wenn es eher nach meiner Vorstellung geht, ist er die ganze Zeit schlecht gelaunt, gibt fiese Kommentare von sich und versucht, mir den Spaß an der Sache zu vermiesen. Es verletzt mich auch, dass es ihm einerseits wichtig ist, dass ich mich in seinem Freundeskreis einbringe und ihn zu Treffen mit Freunden begleite und er andererseits aber gar keine Lust hat, meine Freunde kennenzulernen. Mit der Familie ist es ähnlich, vor Besuchen bei meiner Familie ist er tagelang schlecht gelaunt.
Ganz besonders verletzend empfinde ich, dass er meine Eigenheiten aufgrund meiner Neurodiversität nicht akzeptiert und mich deshalb gerne zur Schnecke macht.
Nun habe ich vor 1,5 Monaten per Zufall einen Mann kennengelernt, der ganz anders ist und von dem ich mich so akzeptiert fühle, wie ich bin. Der jetzt schon Bereitschaft zeigt, meine Menschen und Interessen kennenzulernen und mich zu meinen Terminen zu begleiten. Der meine Eigenheiten akzeptiert und mit mir darüber redet. Der mir ein eigenes Leben zugesteht und nicht erwartet, dass ich mich im Alltag an ihn anpasse. Ich fühle mich so gut aufgehoben bei diesem wunderbaren Menschen und möchte ihn unbedingt noch besser kennenlernen.
Gestern hat er mir eine Nachricht geschrieben, dass wir besser Freunde bleiben sollen, weil ich eben gebunden bin und er mit dieser Tatsache nicht klar kommt. Das verstehe ich, denn ich hätte auch keine Lust, die Geliebte eines vergebenen Mannes zu sein (zwischen uns ist noch nichts gelaufen außer Treffen mit Gesprächen und "normalen" Aktivitäten, ich bin nicht der Typ fürs Fremdgehen). Jetzt denke ich zum ersten Mal ernsthaft darüber nach, mich aus meiner langjährigen Beziehung zu befreien und und mit dem anderen Mann einen Neuanfang zu wagen. Andererseits habe ich Angst, was mich erwartet. Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass ich mal in so eine Situation kommen würde.
Gibt es hier evtl. jemanden, der in einer ähnlichen Lage war und aus Erfahrung berichten kann? Ich bin gerade echt hin- und hergerissen.