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Lebensliebe ist nach 9 Jahren weg

th1980

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Ich bin so unsicher was ich möchte. Die letzten Wochen waren anstrengend und spannend, traurig und aushaltbar. Ich fliege durch das Leben und habe das Gefühl, gar nicht geerdet zu sein momentan. Ich werde meine emotionalen Ausbrüche doch Therapeutisch angehen - ich möchte niemals mehr, dass eine Beziehung an so etwas scheitert. Und ich möchte dort auch über das scheitern bzgl Kind sprechen...

Gleichzeitig geht es in allen Bereichen voran - noch ein Bewerbungsgespräch in der nächsten Woche, neue Kontakte, Sport.

Und tief im Innern brennt die Hoffnung. Ich möchte meiner Ex alles erzählen, dass ich das für sie mache und so weiter... Ich kann sie nicht loslassen, obwohl ich es aktiv versuche. Auf gedankenreise gehe, in denen ich sie loslasse, aktiv Orte von uns alleine besuche, aus allen WhatsApp Gruppen ausgetreten bin und mich um mich selbst kümmere - alles für das endgültige Ende mache und gleichzeitig den Gedanken habe, dass das falsch ist...

Ich habe um ein Orga-Gespräch gebeten, sie möchte das erst Mitte September machen. Bis dahin möchte ich mir klarer sein, was ich will.

Ich vermisse sie so sehr gerade. Ich will ihr so gerne schreiben, wie sehr ich sie liebe und wie stark ich sie wieder haben möchte. Dass ich mich Stärke und weiß, worum es geht.
Und dann weiß ich wiederum, dass ich mich lösen muss, dass ich nicht in einem Jahr immer noch ihr hinterher trauern will, dass ich offen sein will für Neues.
Ich bin so durcheinander.
Es wäre ein leichtes gewesen, sie zu halten. Wir passen do gut zusammen und sie hat mich aufrichtig geliebt. Ich hätte einfach zu potte kommen müssen. Ich kann mir gerade nicht verzeihen

26.08.2019 11:35 • x 1 #16


Spreefee

Spreefee


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Hallo @th1980

Ich denke, dass es grundsätzlich eine neue Chance gibt. Doch solange du sie brauchst ist es keine Liebe sondern Abhängigkeit! Das ist eine der schlechtesten Voraussetzungen für eine Beziehung. Und eine Beziehung auf Augenhöhe ist so gar nicht möglich.

Sehnsucht und vermissen ist okay. Alles andere eben nicht.

Und solange du das nicht genau so verstehst macht jedes Gespräch dich unatraktiver.

Nur wenn du bei dir bist und ihr selbstbewusst gegenüber treten kannst, habt ihr eine Chance.

So wie du jetzt noch denkst hast du nicht einmal ansatzweise den Hauch einer Chance.

Ich hoffe, dass du es möglichst bald genau so verstehst.

26.08.2019 15:22 • x 1 #17


th1980

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Vielen Dank liebe Spreefee! Das denke ich auch - mein Selbstbewusstsein ist gerade im Keller. Die ganzen Begegnungen während der Trennungsphase waren von einem krassen Unterschied unseres Selbstbewusstseins geprägt und weitere Begegnungen machen gar keinen sinn zur Zeit. Es ist die dritte Beziehung die mit der selben Begründung beendet wurde: ich (also die jeweilige Freundin) kann nicht mehr. Anscheinend musste auch meine aktuelle Ex sehr viel Energie in die Beziehung geben, so dass sie am Ende nicht mehr konnte. Ganz ehrlich: bis Ende Juni war mir das nicht bewusst... Ich dachte, wir sind relativ gleichberechtigt. Aber am Ende prangerte sie mein fehlendes Selbstbewusstsein an. Meine Schwäche und Unsicherheit und dass sie mich halten musste. Momentan habe ich so wenig Energie das alles anzugehen. Selbstbewusstsein zu erlernen. Unabhängig zu werden. Man erkennnt den Fehler, aber hat die Energie nicht, das zu ändern...

Gerade habe ich wenig Hoffnung, dass das nochmal was wird mit ihr. Sie hat so einen Wechsel der Persönlichkeit gemacht und ist so anders - ich weiß einfach nicht.

Kann man deine Geschichte nachlesen irgendwo?

26.08.2019 18:11 • #18


th1980

th1980


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Jammer jammer jammer - Selbstmitleid. Momentan rinnen die Minuten...

Urlaub. Ich weile nicht in der Heimat sondern bei meinem Bruder. Wir reden viel, auch über dieses depressive in mir.
Dennoch bin ich wie ein kleines Kind, will die Trennung nicht akzeptieren: Nein, nein, nein - ich will das nicht! Mach, dass das nicht wahr ist. Viel lieber ergebe ich mich der Hoffnung. Sie ist immer noch nicht aus meiner Familienwhatsappgruppe ausgetreten, sie will sich erst Ende September treffen, sie fand mich bis zum Ende "n süßen Typen".

Ich habe Angst vor dem Alleinesein. Auch das ist ungesund - ich weiß... Ich hasse Liebeskummer. Ich fühle mich verlassen und einsam. Ich will die Zeit zurückdrehen und mit ihr reden. Ich glaube das alles nicht.

Jammer jammer jammer...

28.08.2019 11:42 • x 1 #19


th1980

th1980


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Weiterhin nur minimalsten Kontakt, der letzte ist 14 Tage her. Ich hatte sie angeschrieben, dass ich mit ihr im September die Orgafragen klären will. Sie möchte das erst in der zweiten Hälfte machen. Momentan ist sie für mich mental erstaunlich weit weg, ich habe Angst, dass wieder die ganzen Wunden aufgerissen werden, wenn wir uns begegnen.

Ich versuche nach vorne zu leben, lenke mich ab mit Reden, Treffen, Erlebnissen - wundere mich über mich selbst, wie spontan ich sein kann, frage mich, warum ich das in der Beziehung zu meiner Ex nicht geschafft habe, warum damals diese Lethargie herrschte. Zwischendurch dann die Tiefs, in denen ich nichts kann und an vielen Abenden will ich nur meine Ruhe. Ich verziehe mich ins Bett und spüre die Wunde. Lese hier im Forum viel. Beschäftige mich mit der Zeit vor der Trennung, mit mir, meiner kleinen (?) Lebenskrise und den Sorgen, die ich vor der Trennung schon hatte. Manchmal kann ich nicht unterscheiden, was Liebeskummer ist und was diese Lebenskrise. Tagsüber nach vorne gucken und funktionieren, Aufbau leisten, abends zurückschauen und Vergangenheit verarbeiten. Ich verstehe, warum die Beziehung gescheitert ist. Akzeptieren tu ich es nicht. Ich muss mir selbst verzeihen lernen.

06.09.2019 09:55 • x 1 #20


SelmasLaughing


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Ola mein Guter.

Liebeskummer ist schwer das wissen hier eigentlich alle. Viele kennen deinen Schmerz also willkommen bei den Verstehern.

Die 4 Phasen der Trennung wirst auch du durchmachen müssen. Und das dauert aber es ist normal und muss sogar durchlebt werden. Danach erwartet dich obwohl du es noch nicht glauben magst ein gestärktes und auch ein wenig neues, verändertes ich. Du gehst Dinge anders an, wirst feinfühliger, hinterfragender werden. Dadurch aber auch mehr du und das ist super. Ich war auch in einer gewissen Abhängigkeit verhaftet in meiner damaligen langen Beziehung auf die eine für mich sehr schlimme Trennung folgte. Nach einiger Zeit habe ich aber begriffen da ich auch ab und an solch Depressiven Phasen hatte, Unglücklich war usw. Das es klar viel mit mir zu tun hat aber auch mit meiner Partnerin. Sprich so richtig haben wir nicht zusammen gepasst aber wollten es unbedingt und das hat uns letztendlich zerstört. Reden konnte mein Exe auch nicht wirklich. Hätte mir auch gewünscht das mir wirklich sagt das sie nichts mehr empfindet und im Begriff ist die Beziehung zu beenden. Das tut schon weh so fallen gelassen und zu wissen da ist wer neues am Start. Zeigt mir aber auch nur das sie nicht allein sein kann. Ich kann das sehr gut und genieße es auch.

Denke mal darüber nach ob ihr wirklich so ein gutes Paar wart.
Denk mal über eure Werte nach über das Thema Treue, vertrauen usw.

Dann ab durch den Schmerz, die Frau vom Thron schubsen und wieder fröhlich und befreit leben.

Und was ganz super toll hilft bei LK ist REISEN. Ab ins Auto und los. Gar nicht großartig buchen sondern direkt vor Ort dann suchen. Lass alles auf dich zukommen. Such dir schöne Orte und genieße die Zeit mit dir allein. Das ist schwer aber du wirst sehen wie schnell sich deine Sicht verändert auf die Dinge.

Alles gute Dir.

06.09.2019 10:47 • x 3 #21


th1980

th1980


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Vielen Dank für diese schönen Denkanstöße!
Zu meinem Denkprozess gehört definitiv, inwieweit die Beziehung noch eine gute war, ob ich glücklich war - ich kann es nicht beantworten. Ich weiß, dass unsere Emotionalität und Liebe gegenseitig sehr stark war - vielleicht abhängig. Gerade die Emotionalität war im letzten halben Jahr meinerseits geringer. Ich habe ihr weniger liebe gezeigt, war Sehr bei mir, halt ein wenig depri... Geliebt habe ich sie dennoch - bis in den Juli hinein. Es gibt zwei krasse Situationen, in denen ich sie alleine ließ. Also: momentan sehe ich noch nicht, wie ich sie vom Thron holen kann... Aber ich arbeite dran - ganz langsam.

Das alleine sein aushalten wird das Thema sein nun - es fällt mir richtig schwer. Übrigens hatte ich auch in der Beziehung diese innere Einsamkeit immer wieder erlebt, sie aber ausgehalten und - jedenfalls meine ich das - auxh nicht an meiner Freundin ausgelassen. Was da unterbewusst passiert ist, weiß ich aber nicht. Denn in den Trennungsgesprächen kamen auch Dinge zur Sprache, mit denen ich nicht rechnete, z.b. genervt sein von Eigenschaften, über die wir nie redeten. Hmmm, dieses nie darüber reden wäre dann wirklich was zum vom Thron holen...

06.09.2019 12:36 • x 1 #22


th1980

th1980


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Auf dem "gemeinsamen" Konto ist eine Abbuchung einer Autovermietung. Nun geht natürlich das Kopfkino los, dass sie sich schonmal eine Transporter gemietet hat, obwohl wir (bzw. sie!) ja erst nächste Woche sprechen wollten... Irgendwie habe ich Angst vor dem letzten Schritt, vor der Endgültigkeit. Neun Jahre Beziehung auf einmal weg. Die Tage fallen immer noch schwer, gestern war ich Fußball schauen, ohne Spaß daran... Gerade habe ich mal wieder Angst, dass ich nie jemanden wieder finden werde. Ich weiß, alles normal. Trotzdem Energieloch stark heute....

07.09.2019 11:48 • x 1 #23


SelmasLaughing


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Es kommt wie es kommt. Hat sie nen neuen bist du raus. Also versuche dich gut zu schützen und rechne mit allem. Bereite dich gut vor. Du selbst blickst irgendwann zurück und wirst darüber Lächeln. Das wird alles. Du musst da jetzt durch so wie wir alle. Empfehlung Buch Doris Wolf - wenn der Partner geht. Ist meines Erachtens das beste was es gibt für deine Situation. Mir hat es damals sehr geholfen mich zu verstehen.

Viele Grüße und bleib bei dir.

07.09.2019 11:57 • x 2 #24


th1980

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Zitat von SelmasLaughing:
Empfehlung Buch Doris Wolf - wenn der Partner geht. Ist meines Erachtens das beste was es gibt für deine Situation. Mir hat es damals sehr geholfen mich zu verstehen.


Danke - das wird ja häufiger hier im Forum empfohlen, daher habe ich es mir schon gekauft. Die klare Sprache im Buch fasziniert mich...

Ja, ich muss bei mir bleiben und mich stärken, um ihr gleichberechtigt zu begegnen. Vielleicht bekommen wir die Abwicklung auch ohne treffen hin...

Momentan schäme ich mich, nicht genug Selbstsicherheit gehabt zu haben. Mein Selbstbewusstsein ist heute besser als vor der Trennung - außer gegenüber ihr. Das ist komisch...

07.09.2019 20:24 • x 1 #25


SelmasLaughing


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Ich denke das ist normal. Sagen wir es so.
Die Dame hat eben etwas mehr Vorlauf als du was die Verarbeitung und den Abschied angeht. Viele machen das in der Beziehung und das gegenüber fällt aus allen Wolken. Das ist ja das Problem mit der Kommunikation im Vorfeld. Dann wird die Trennung ausgesprochen mit Worten ich liebe dich nicht mehr usw. und man(n) will es dann nicht wahrhaben. Das ist auch die schlimmste Zeit wie ich finde, dann kommt Trauer und Wut....irgendwann dann die Akzeptanz und der Blick nach vorn. Ist aber aufgrund der Umstände und ob es lügen gab bzw. Untreue dann auch unterschiedlich in der Zeit der Verarbeitung. Jeder hat sein Timing und das ist auch gut so. Lass dir bloß nicht von irgendwem Druck machen. Deine Schmerz, deine Zeit. Liebe Grüße.

07.09.2019 20:31 • x 1 #26


th1980

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Zitat von SelmasLaughing:
Ich denke das ist normal. Sagen wir es so.
Die Dame hat eben etwas mehr Vorlauf als du was die Verarbeitung und den Abschied angeht. Viele machen das in der Beziehung und das gegenüber fällt aus allen Wolken. Das ist ja das Problem mit der Kommunikation im Vorfeld.


Ja, die hätte ich mir auch gewünscht: warum konnte sie ihre Bedürfnisse nicht formulieren? Sie hat mir "in den Trennungsgesprächen" gesagt, dass sie unter Druck stand, wenn wir an den WE mal was machen wollten, dass sie dann nicht ausschlafen könne. Warum schaffte sie es nicht, zu sagen: "Morgen will ich aber ausschlafen!" und man führt dann eine Diskussion? Habe ich subtil Druck aufgebaut? Da würde ich gerne mit ihr nochmal schnacken.

Zitat von SelmasLaughing:
Jeder hat sein Timing und das ist auch gut so. Lass dir bloß nicht von irgendwem Druck machen. Deine Schmerz, deine Zeit.


Danke.
Da stehe ich ehrlicherweise ein wenig unter Druck - langsam erst komme ich da bei mir an, dass ich meine Zeit haben darf. Fällt halt schwer, wenn die Ex ins Juhuu-Nirvana entschwindet und man kotzen könnte, dass man selbst traurig, einsam, verstört und verletzt zurückbeibt. Aber auch in diesem Fall bin ich hier ja nicht der einzige

08.09.2019 11:51 • x 1 #27


Spreefee

Spreefee


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Also nicht einsam

08.09.2019 12:00 • x 1 #28


th1980

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Zitat von Spreefee:
Also nicht einsam


Das stimmt

08.09.2019 12:28 • x 1 #29


th1980

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Das Energieloch

Mir hilft es immer, wenn ich meine Bilder, die ich in lustigen, gedankenkreisverseuchten Liebeskummerwachphasen in den Nächten entwickle, aufschreiben kann. Das möchte ich auch gerne hier mal tun.

Liebeskummer ist für mich der energiezehrenste Zustand den ich kenne. Es tut sich ein Loch auf, in dem so viel Energie verloren geht, dass man zu anderen Handlungen gar nicht fähig ist. Sogar die Grundbedürfnisse sind ja minimiert, bei mir z.B. Hunger und Appetit. Das kennen ja viele.

Bei diesem Liebskummer versuche ich dennoch, mein Leben aktiv umzukrempeln. Die Trennungsgespräche lieferten von meiner Ex ja Anhaltspunkte, die nicht zu negieren sind und die ich angehen mag. Wie es mir gelingt, einen Teil der Energie umzuleiten, damit nicht alles im Loch verschwindet, weiß ich nicht. Vielleicht die Hoffnung auf ein Ex-Zurück? Vielleicht mag ich diesmal auch einfach nicht Spielball der Ereignisse sein. Irgendwie ist es mir gelungen, einen kleinen Staudamm zu bauen, mit dem ich einen Teil des Energieflusses aufstaue und umleiten kann, so dass ich mein neues Leben aufbaue. Habe ich auch nur einen minimalen Erfolg nehme ich diese "Erfolgsmasse" und vergrößere den Damm, so dass ich mehr Energie zur Verfügung habe. Manchmal kommt es aber auch durch z.B. Erinnerungen an die Ex oder durch Ängste zu einer Minimierung des Damms, so dass weniger Energie zur Verfügung steht. Wie gesagt: große Energiemengen sind das nicht. Und viel der Erfolgsmasse zur Staudammerweiterung geht verloren, weil ich den Erfolg minimiere ("Hat ja eh alles keinen Sinn!" - "Hätte ich das mal vor einem Jahr gemacht!") - depri halt

Die dankenswerte Aufgabe ist nun, den Energiefluss möglichst weiträumig und möglichst viel davon am Loch vorbei zu leiten, so dass das Loch austrocknet. Vielleicht geht bei der Größe des Lochs (Neun Jahre Beziehung! Lebensliebe! Kinderthema! Nicht ernst genommene Depriphase!) auch immer ein Teil des Ernergieflusses dort hinein und wird ewig ein melancholischer Anteil am Leben sein
Diese Umleitung wird nur durch eine kontinuierliche Vergrößerung des Staudamms durch kleine Erfolgsmassen gelingen. Und ich denke, dass jeden Tag von sich aus eine kleine Bonusmasse den Staudamm auch vergrößert, so dass die Zeit automatisch das Loch mit trocken legt. Ich hoffe es jedenfalls - nicht dass durch Unachtsamkeit der Damm zusammenbricht, ich keine Energie für ein neues Leben abzweigen kann und alles zusammenbricht...

09.09.2019 11:43 • x 1 #30