july69
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@Milafree und @haudegen: Ganz lieben Dank für Eure Worte.
Ja, man(n) ist, wie man ist. Und ich bin auch stolz darauf, Gefühle zeigen zu können und nicht so ein Pseudo-Macho, den nichts wirklich aus der Bahn wirft. Dass das in genau solchen Situationen zu einem Problem wird, ist leider die Kehrseite der Medaille.
Es soll Menschen geben, die in solchen Situationen sich ausschließlich über das Glück des Anderen erfreuen, ohne ihr eigenes Glück dabei zu verlieren. Da bin ich meilenweit von weg. Das liegt aber eben auch daran, dass ich mein eigens Glück durch einen großen Teil durch meinen Partner definiere - nicht durch mich selbst.
@Punto: Auch Dir einen ganz lieben Dank für den ausführlichen Bericht.
Vor allem finde ich deine "Bilder" sehr zutreffend: Talsohle, Passagier im Flugzeug - nicht Pilot, Narkosemittel
Und auch vielen Dank für deine Tipps. Einige habe ich bereits umgesetzt, andere werde ich eher nicht umsetzen.
Aber in einem hast du zu 100% recht: ich muss dringend anfangen, mich um mich zu kümmern.
Da ich ja bereits vor einiger Zeit (Mai 19) reflektiert habe, dass ich innerhalb der letzten 2 Jahre in eine Depression gerutscht bin, habe ich danach Maßnahmen ergriffen. Als erstes habe ich meinen Hausarzt mit ins Boot geholt. der weiss um die ganzen familiären Schicksalsschläge und auch meine Frau hat mich zu diesem Gespräch begleitet.
Zeitgleich habe ich 3 Notfall-Sitzungen bei einer Therapeutin durchführen in den letzen 6 Wochen durchführen können.
Das war wichtig - Die letzte der 3 Sitzungen war diese Woche Montag. Jetzt stehe ich auf der Warteliste (1/2 Jahr).
Ob ich die Hilfe dann noch brauche, weiss ich nicht - ich bräuchte sie besser jetzt. Eine akute Behandlung in einer Klinik habe ich vorerst abgelehnt, weil ich dazu eine ganz eigene Meinung habe. Vielleicht einmal später mehr dazu. Nur soviel, dass ich in meiner jetzigen Situation zwar schon viel verloren habe, ich aber nicht auch noch meine ganze Existenz aufs Spiel setzen möchte.
Natürlich geht es noch viel schlimmer als jetzt. Noch kann ich meine Arbeit ausüben, noch bin ich nicht finanziell am Ende, so dass ich noch ganz andere Massnahmen treffen müsste, die wirklich böse enden könnten.
Bewegung u. Sport sind seit 05/19 wieder angesagt. Schaffe es, mich aufzuraffen. Im Moment täglich. Tut auch gut
Zu anderen Aktivitäten kann ich mich im Moment weniger motivieren - gelingt nur ab und zu - das kommt hoffentlich noch.
Das mit dem Auszug habe ich ja schon in meinem Beitrag zuvor für mich ausgeschlossen - wäre sicher gut für mich, ist aber gänzlich gegen meine Überzeugung. Da muss ich jetzt durch. Irgendwie.
Zitat von Punto:melde dich in kostenlosen Date-Börsen an und schau ganz unverbindlich, was im Angebot ist. Du bist jetzt nicht im richtigen Mindset um irgendwen kennenzulernen und deine Frau nahtlos auszutauschen. Schreibe deswegen keine Frau an solange du im Trauerkloß-Modus bist, aber du kannst erkennen: es rennen viele andere Frauen herum und wenn du mal irgendwann soweit bist, kannst du deine Angel in den Teich werfen...
Im Moment gar keine Option für mich - ich muss nicht jetzt schauen, was potentiell möglich ist - wie du schon sagst, einen Austausch, eine Ablenkung oder nur ein Abenteuer sind für mich z.Zt. gänzlich ausgeschlossen.
Prinzipiell, also THEORETISCH, wissen wir ja alle, wie es geht - was uns gut tut, was nicht - PRAKTISCH überrascht uns unser ich aber mit den komischten Sachen, die man dann plötzlich nicht mehr kontrollieren und rational abarbeiten kann.
Das sind die Gefühle. Da merkt man dann, dass man noch nicht tot ist.
@Gorch_Fock:
Deine Theorie mag zutreffen, spielt für mich aber im Moment keine Rolle. Wie ich bereits erwähnt habe, ist es für mich zur Zeit nicht von Belang, WESHALB ich meine Frau verloren habe - die Tatsache, DAS ich sie verloren habe, ist das Problem. Dennoch bekäme das Ganze dann noch einmal eine neue Dimension - da gebe ich dir recht und man sollte auch auf so etwas vorbereitet sein.
Wir werden sehen - im Moment glaube ich noch an wenigstens "etwas" Gutes.
An anderer Stelle hast du es richtig erfasst: Eine Depression hat sich eingeschlichen. Viel zu spät erkannt und durch immer wieder neue Schicksalschläge ein guter Nährboden. Die schönen Dinge verblassten immer mehr.
Und das stellt auch der Partner fest und kann erst einmal nichts tun... Ohnmächtig.
eine solche trennung ist grässlich - emotional und auch in bezug auf all das, was zu regeln ist! ich wünsche euch aus tiefstem herzen, dass ihr es schafft, ruhig und fair durchzuziehen, damit jeden dann in frieden seine trauerarbeit leisten kann.

