Ein kleines Update an dieser Stelle.
Ich merke, dass ich mich sehr dadurch definiert habe, dass ich mich um meinen Partner kümmern konnte.
Das fällt jetzt besonders auf, da dieser ja nicht mehr da ist.
Es sind die Kleinigkeiten im Alltag, die mich das immer wieder merken lassen. Beim Einkaufen z.B. IHR eine Kleinigkeit mitzubringen, die ihr Freude bereitet. Es ist einfach doof, SICH eine Kleinigkeit mitzubringen. Vielleicht kennt das Gefühl hier jemand.
Das ich den Fokus jetzt verstärkt auf mich und meine Bedürfnisse legen sollte, wurde hier ja bereits mehrfach geschrieben.
Ich merke aber, dass mir das fast gar nicht gelingt.
Was mir gelingt, sind wertvolle Zeiten mit wertvollen Menschen zusammen zu verbringen.
Am letzten WE war ein tolles Stadtfest bei uns. So habe ich mich am Fr Abend z.B. mit einem Bekannten aus B getroffen, der bei seinen Eltern auf Besuch war. Ich hatte ihn länger nicht gesehen und deshalb hatte ich mich sehr darauf gefreut.
Er wusste auch um meine Situation und war immer noch entsetzt, dass das passiert ist.
Wir sind zu viert raus - gutes Wetter, gute Live-Musik, viele gut gelaunte Menschen um uns herum.
"Eigentlich" ein perfekter schöner Abend. Kaum zurück in der Wohnung, natürlich das volle
"Leere/Stille/Vermissen/Programm".
Am Sa dann kam einer meiner besten Freunde aus Bonn zu mir und blieb bis So. Wir haben uns gut unterhalten - auch über die Situation und auch wie es mir geht. Immer noch dieses Unverständnis - aber auch, dass es ja so zu akzeptieren sei.
Auch wir waren später mit den anderen (siehe von Fr) unterwegs und hatten ebenfalls wieder einen tollen Abend. Hier war es aber von der Stimmung her schon ein wenig anders. Unter anderem gab es eine Bühne in der Nähe eines Flusses, schön illuminiert und viele Pärchen saßen direkt am Ufer und lauschten der Musik. Wir setzten uns dazu. Einfach eine wunderschöne Atmosphäre.
Und dann war es soweit: JETZT, wenn doch JETZT nur SIE auch da wäre.

Ich konnte die Schönheit des Moments spüren und merkte auch, wie wichtig es ist, dass es mir in der Situation mit den anderen ja eigentlich gut ging - aber dann doch wieder dieses selbstzerstörerische Wünschen, nach etwas was es gar nicht mehr gibt und vielleicht in diesem Moment hätte auch gar nicht in der Szene fehlen dürfen.
Ich weiß nicht, wie ich es Euch besser beschreiben soll. Es ist verwirrend.
Und selbst am Sonntag hätte ich sehr glücklich sein müssen.
Ihr wisst alle hier, wie schlimm es ist, Sonntags morgens alleine zu frühstücken.
Hatte ich nicht. Mein Freund war ja da und wir haben lange zusammen gefrühstück und geredet. Richtig gute Zeit.
Aber es lag schon wieder dieser Schleier auf der Szene.
Als er dann gegen Nachmittag zurück nach Hause gefahren ist, hätte ich für mich resümieren müssen, dass ich von Fr-So ein super tolles Wochenende gehabt habe, mich glücklich schätzen kann, so tolle Leute um mich rum haben zu können und wir eine tolle wertvolle Zeit mit anderen verbringen durften.
Noch immer kann ich nicht "einfach" diese Momente des Glücks (und das sind sie, denn 1. meine Freunde/Bekannten sind da, verbringen gerne Zeit mir mir und 2. die Atmosphäre und 3. ich trotzdem raus gehe) geniessen - erkennen: ja, sie für MICH nutzen: nein.
Was mache ich falsch?

... und heute ist schon wieder vermissen angesagt ...