july69
Mitglied
- Beiträge:
- 106
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 190
- Mitglied seit:
leider musste ich mich im Inet auf die Suche nach so einem Forum machen - und bin zuerst einmal froh, dass ich eins gefunden habe und das es so etwas gibt.
Ich bin soeben 50 geworden und nahezu zeitgleich hat sich meine Frau von mir getrennt. Schlechte Idee, wie ich feststellen musste.
Wir waren 16 Jahre zusammen, neun davon verheiratet. Sie war und ist mein Lebensmittelpunkt.
Wie konnte es soweit kommen? Das kann ich mittlerweile gut beantworten und auch für mich reflektieren.
Meiner Frau ist durch den Tod meiner Mutter (der 1. schwere Verlust dieses Jahres im Januar, den ich auch noch nicht verarbeitet habe) bewusst geworden, wie schnell der Tod jemand der zuvor mitten im Leben stand, ereilen kann.
Ab hier wurde alles anders. Ihr reichte das bisherige Leben nicht mehr, weil sie noch soviel "anderes" erleben wollte.
Dazu muss ich sagen, dass wir in gut situierten Verhältnissen leben, beide unabhängig berufstätig sind und gerne gemeinsam gereist sind. Wir waren immer für einander da, konnten uns zu 100% auf einander verlassen. Es gab kein Fremdgehen oder Eifersüchteleien. Wir haben fast alles gemeinsam unternommen. Aber es gab auch lange Zeiten, wo es mir gesundheitlich leider nicht gut ging. Da war ich froh, dass ich meinen Job noch ausübern konnte, aber zu viel mehr war ich nicht zu motivieren. Ständige Müdigkeit, Antriebslos, nicht belastatbar. Sicher für einen Partner nicht einfach. Ich hätte hier besser Hilfe in Anspruch genommen - doch da wusste ich noch nicht, wie belastend das anscheinend war.
Leider hat sie mir das erst 2 Jahre später gesagt - und als ich es erkannt und endlich dagegen ansteuern konnte, waren Ihre Gefühle für mich nicht mehr da. Alles was ich gemacht habe, kam bei ihr nicht mehr an, obwohl sie gesehen hat, dass ich kämpfe. Ich krempelte mein ganzes Leben um, bin wieder aktiv und unternehmungslustig. Aber für uns war es aus Ihrer Sicht zu spät.
Es gab zig Vorschläge - Paartherapie - Unternehmungen und zu letzt auch der Vorschlag, eine Wochenendwohung/Fewo in Ihrer Heimat anzumieten, weil sie auch "heimweh" hatte. Wir haben beide dort auch einen gemeinsamen Freudeskreis.
Die Idee war, dass sie jedes zweite WE von do-so dort ist, und ich von sa-so nachkomme. Gesagt getan - bis 03/20 haben wir jetzt die FeWo fest gemiete - aber kurz darauf meinte sie, dass das doch keinen Sinn machen würde. Die letzten Tage, die sie dort verbracht hat, hätte sie mich gar nicht vermisst.
Jetzt leben wir noch zusammen in der gemeinsamen Wohung. Der nächste Schritt ist, dass sie sich eine eigen Wohung gesucht hat. Zum September wird sie ausziehen. Wir sind bemüht, "normal" und respektvoll mit einander umzugehen. Die letzten Wochenenden hat sie in ihrer Heimat bei Freunden verbracht, damit wir nicht so nah sind.
Da bekam ich die letzten 3 WE also schon einmal einen Vorgeschmack, was es heisst, wenn in der Wohnung Stille einzieht.
Im Moment ist es noch so, dass ich eigentlich trotzdem von Fr nachmittag bis So nur darauf warte, dass sie wieder hier ist.
Aber im September ist auch das dann endgültig vorbei. Ich verzweifel total, wenn ich nur daran denke.
Ich bin sehr traurig, verzweifelt und erlebe gerade eine grausame Einsamkeit. Es tut ihr unendlich leid, mich so zu verletzen, aber sie geht ihren weg konsequent. Sie möchte nicht mehr mit mir zusammen sein. Das tut so weh.
Irgendwie fehlt zur Zeit auch der Sinn.
Für wen komme ich nach der Arbeit nach Hause - da wartet niemand mehr und freut sich auf einen.
Ich habe niemanden mehr, für den ich Sorgen und da sein kann.
Es ist auch im Moment noch sehr kompliziert. Bis auf wenige Ausnahmen wissen unser Freundes-/Bekannten- und Nachbarschaftskreis noch nichts von unserer Trennung. ABER: Dafür ja jetzt Ihr.
Vielleicht liest das hier die/der ein oder andere - kennt das Gefühl auch - und möchte sich eventuell austauschen.
Das wäre lieb.
LG Oli
