Sonne00
Gast
Nachdem ich einige Zeit stiller Leser in den Foren hier war, hatte ich nun das Bedürfnis, einen eigenen Post zu eröffnen.
Kurz zu meiner Geschichte: Vor genau zwei Wochen haben mein Freund (27) und ich (fast 25) beschlossen, uns zu trennen, da wir unterschiedliche Lebensvorstellungen haben - ich will Kinder, er will keine. Wir waren fast 2 Jahre zusammen, hatten auch direkt zu Beginn über Kinder gesprochen: Da meinte er, dass er eigentlich nie Kinder wollte, aber dass er sich das mit den Jahren doch immer mehr vorstellen kann. Wir also zusammengekommen und hatten die schönste Zeit, die ich jemals mit einem Partner erlebt habe. Es hat einfach so viel gepasst, wir waren auf Augenhöhe, konnten gut reden, hatten die gleichen Interessen, ich habe ihn sehr geliebt und er mich auch. Wir haben beide schon sehr schlechte Erfahrungen in Beziehungen gemacht und haben durcheinander zum ersten Mal gespürt, wie sich wahre Liebe anfühlen kann. Es war fast magisch, aber auf so ne gesunde Art und Weise.
Dann der Schock im Dezember: Er hat mir "gebeichtet", dass er wahrscheinlich doch keine Kinder will. Ich fand es sehr fair, dass er mir direkt Bescheid gesagt hat, wir haben dann aber beschlossen, noch etwas abzuwarten, weil es eben kein 100% Nein bei ihm war.
Die Monate darauf waren auch wirklich nochmal sehr schön, aber das Thema schwebte natürlich trotzdem immer über uns. Über ihm noch mehr als über mir, weil er sich ja quasi "verändern" (aka auch einen Kinderwunsch haben) müsste, damit unsere Beziehung eine Chance hat. (Grundsätzlich hätte natürlich auch ich meinen Kinderwunsch zur Seite schieben können, aber ich hatte eben schon 100% Gewissheit, was ich will, er dagegen nicht.)
Ich weiß auch, dass er so gerne gewollt hätte, Kinder zu wollen, weil er mich so gerne wollte, es hat sich aber immer mehr abgezeichnet, dass Kinder ihn sehr wahrscheinlich unglücklich machen würden. Er ist ein wirklich wunderbarer Mann und er hätte mich und Kinder nie im Stich gelassen, hätten wir welche bekommen. Aber er wäre halt unglücklich geworden, und das will ich ja auch auf keinen Fall für ihn. Also folgte vor 2 Wochen eine sehr einvernehmliche, liebevolle Trennung.
Und jetzt? Unfassbarer Schmerz, Leere, Fassungslosigkeit, Wut, Selbstzweifel, gefühlt minütlich im Wechsel, dann kurzzeitig helle Momente und eine Art von Akzeptanz, dann wieder alles einnehmende Trauer. Ich weiß, dass wir die einzig richtige Entscheidung getroffen haben, aber es fühlt sich trotzdem so falsch an. Er fehlt mir so sehr und das Leben, dass ich so gerne mit ihm gehabt hätte.
Mir ist bewusst, dass ich noch sehr jung bin und sehr wahrscheinlich jemand ganz anderes tolles treffen wurde (auch wenn es sich zur Zeit nicht danach anfühlt). Ich versuche auch stark an positiven Glaubenssätzen für meine Zukunft zu arbeiten, aber irgendwie klappt das alles nicht so wirklich gut. Das Einzige, was mir wirklich hilft ist gaaaanz viel reden - und positive Erfahrungsberichte von anderen!
Daher also meine flehende Bitte an das Forum hier: Hat jemand etwas ähnliches erlebt und kann mir erzählen, wie sein Leben danach positiv weiter lief? Also nicht in dem Sinne, dass man mit besagten Partner doch noch ein Happy End hat (weil das schließe ich in meinen Fall schweren Herzens aus), sondern eher so Geschichten, wie man sich in der Zeit danach selber gefunden hat, wie man jemanden anderes kennengelernt hat und jetzt super glücklich ist und dass all der Schmerz am Ende einen Sinn gehabt hat.
Dafür wäre ich wirklich sehr sehr dankbar!
Liebe Grüße
Eure Sonne