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Bin ich zu oft verletzt worden?

Che

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Es kam, wie es kommen musste? So fühlt es sich also an, wenn man zwischen der Wahl steht, einen geliebten Menschen gehen zu lassen. Oder soll man kämpfen? Die Frage ist wie und wofür? Der Reihe nach.

Ihr haltet mich für wahnsinnig, das weiß ich, wenn ich diese Geschicht veröffentliche, aber ich muss sie in Gänze und mal neutral loswerden. Meinen Freunden kann ich sie nicht mehr erzählen, denn deren Meinung ist klar. Schieß sie endlich ab, aber will ich das?

Ich bin männlich, 27. Kennengelernt über das Internet. Nicht mal freiwilig, sondern einer meiner älteren Kumpels schnappte sich mein Handy, verkatert am Karfreitag und wollte mal wissen, wie Tinder so funktioniert und wünschte fröhlich hin und her. Ich gestehe, ich hab da nicht oft reingeschaut und erst ein Date dort gehabt, was mitunter sehr schlecht lief.
Ich war nur auf Heimatbesuch, da ich sonst im Ausland lebe (rund 450km) weg und hatte Urlaub.
Dass ich mit der Person (weiblich, 23) dann matchte, hab ich erst festgestellt, als sie mir schrieb.
Wir verstanden uns gut, texteten hin und her und trafen uns schließlich. Ich war erst skeptisch, da ich ja nur kurz in der Heimat war, aber wer weiß, wofür es gut ist, dachte ich mir. Sie erzählte mir, dass ihre Freundinnen, ihr Gerede wegen eines Mannes nicht mehr hören konnten und dass sie einen Sohn (3) habe. Mich störte das erstaunlicherweise nicht. Wohl auch eine Sache, die man feststellt, wenn man selber Scheidungskind ist und in seinem Freundeskreis viele Pärchen Kinder bekommen.
Ich holte sie ab, wir gingen spazieren, verstanden uns gut, waren vertraut und redeten über Gott und die Welt. Auch, dass sie noch mit ihrem Ex die Wohnung teile. Dem Kleinen zu Liebe und aus finanziellen Gründen. Ich verstand das. Wir küssten uns schließlich. Ich fuhr sie nach Hause und musste meine Gedanken mal ordnen. Es war nicht so, dass ich vollends verknallt war, aber ich hatte schon das Gefühl, dass es mehr als ein Knutschen war. Ich war nur noch ein paar Tage da und wir verabredeten uns für einen Trip ans Meer. Mit Übernachtung. Es war wie ein Abenteuer und ich dachte, was hatte ich zu verlieren und es war ein unglaublich schönes Gefühl. Händchenhalten und auch die Übernachtung war schön. Ich hatte nach einer gescheiterten Beziehung lange keinen S. mehr und war deshalb sehr verhalten und wir beließen es beim Vorspiel. Ich war tatsächlich sehr nervös und hatte Zweifel, dass es ihr nicht gefalle. Sie hat mich super aufgefangen und erzählte, dass ihr S. sehr wichtig sei. Natürlich setzte mich das noch ein wenig mehr unter Druck, aber sie konnte mir da die Ängste echt nehmen. Sie beschloss, mich zu besuchen und kam dann einige Tage später auch zu mir. Machte sich auf den weiten Weg und wir verbrachten sehr schöne Tage zusammen. Der Abschied fiel schwer, da wir beide spürten, dass da mehr ist. Sie wollte mich ihrem Sohn vorstellen und ich fuhr dann auch bald zu ihr. (Sorry, wenn ich etwas abkürze, aber das wird sonst ein sehr langer Roman).
Wir verstanden uns gut zu dritt. Sicherlich war das alles ein wenig überstürzt, aber falsch fühlte es sich für keinen von uns an.
Natürlich bedarf es immer einer gewissen Planung, dass nur einer der beiden Eltern die Wohnung hatte, aber wir regelten es gut, denn auch ihr Ex war neu vergeben und es deutete sich an, dass die Wohnung bald gekündigt werden kann.
Wir hatten super Tage zusammen, sie redete über ihre Ausbildung (mit Schichtdienst) und ich verstand, wie komplex ihr Leben ist. Aber ich versuchte zu lernen, sie zu unterstützen. Mein Plan war schon länger wieder nach Deutschland zu kommen und sie half mir, Stellen zu finden, meine Bewerbungen aufzumöbeln und schließlich bannte sich auch eine Stelle an. Wir überlegten tatsächlich, zusammen zuziehen, nach nicht mal vier Wochen. Im Nachinhein völlig wahnsinng. Aber diese Frau und ihr Sohn sind dermaßen in mein Leben geplatzt, dass sich all das richtig anfühlte. Sie erzählte mir auch von ein, zwei Typen, mit denen sie was hatte. Der eine, wohl recht wohlhabend, wollte, dass sie bei ihm einzieht, der andere schreibt ihr heute noch. Sie hat diese Art, Männer völlig um den Finger zu wickeln. Dennoch hatte ich das Gefühl sie meinte all das ernst und wollte, dass es funktioniert. Wieder nahm sie die Strecke auf sich und besuchte mich. Wieder hatten wir schöne Tage, auch S.. Wenngleich ich mir nicht immer sicher war, wie ihr gefallen hat.
Wir fühlten uns vertraut und sie sagte nebenbei den Satz: So eine richtig rosarote Brille haben wir nicht. Ich bin nicht so der Romantiker und empfand das nicht mal als schlecht. Ich will eine ehrliche Beziehung, ohne viel Kitsch, aber sie scheinbar auch, sodas ich den Satz verdrängte. Sie konnte auch nicht sagen, dass sie mich liebt, nur, dass es stetig mehr wird.
Ich war mir selbst unsicher, aber natürlich ist das nicht die beste Grundlage, um zusammen zu ziehen.

Eines Abends bekam ich eine Nachricht, dass ihr Ex einen Schwangerschaftstest gefunden hätte, den er für positiv gedeutet habe, der aber negativ sei. Ich wusste bis dato nicht, dass sie überfällig sei. Die beiden stritten sich und sie ließ ihn in dem Glauben. Ich bekam ein Foto einer Grafik (aus dem Internet) des Test, auf dem ein +-Symbol zu sehen war, das hielt ihr Ex angeblich für den Beweis. Sie erklärte mir, dass diese Tests aber anders sein. Sie wollte aber zur Sicherheit noch einen zweiten Test machen am nächsten Morgen.
Dieser war dann positiv, schrieb sie mir. Sie hatte Schule und hätte schon mit ihren Freundinnen geredet. Ich war perplex, aber nicht mal ängstlich. Wir waren uns sicher, dass wir das alles schaffen würde. Eine Abtreibung kam nicht in Frage. Das wussten wir beide.

Ich fuhr abends wieder nach Deutschland, wir redeten, machten uns Mut. Wir besuchten meine Familie, auch mit dem Kleinen. Sie schickte abends Sprachnachrichten von dem Kleinen, wo er sagte, dass er zB sehr viel Spaß bei meinen Eltern hatte und sie schickte diese auch an meine Mama, die natürlich auch ein Tränchen verdrückt hat.

Ein paar Tage später, schrieb sie aus der Schule, dass sie bluten würde. Ich war natürlich traurig, aber auch erleichtert. Geredet hatte ich mit kaum jemanden darüber. Sie verbrachte den Abend mit ihren Freundinnen und ich hatte nicht das Gefühl, dass es sie groß belastete.
Kurze Zeit später waren wir unterwegs und sie stellte mir besagte Freundin vor. Nahm mich aber kurz bei Seite und sagte, dass ich das Thema Schwangerschaft auf keinen Fall ansprechen soll. Mir kam das komisch vor, aber dazu später mehr.

Wir fuhren mit ihrer Oma in den Urlaub. Dort eskalierte es erstmalig. Sie brach zusammen. Der Kleine war tagsüber anstrengend, wollte nicht pennen und setzte dann hinteher das Bad unter Wasser. Sie ist unter Tränen aufs Sofa und ich hab mir den Kleinen geschnappt, wir haben im Bett gelesen und sind dann später vorsichtig zu ihr runter. Sie war sehr froh, dass ich da war und so reagiert habe, aber sie sagte später im Bett, dass sich vieles ändert und sie vieles anders kenne. zB in Sachen Unterstützung bei dem Kleinen. Ich hab ihr versprochen, dass ich gerne für beide da bin, aber auch einiges lernen muss. Ich bin ein anderer Mensch als ihr Ex und nicht die ersten Jahre mit ihm aufgewachsen. Das wurde ihr in dem Moment schlagartig bewusst.
Als ich einen Tag später wieder nach Hause fuhr, war sie abweisend und sagte, dass sie auch gelgentlich Zeit für sich und ihren Sohn brauche. Ich hab das zunächst nicht verstanden und nachgebohrt, was natürlich ein Fehler war. Denn sie fühlte sich dadurch unter Druck gesetzt. Nicht das erste Mal. Ich hab immer versucht, mich loyal zu verhalten. Auch und gerade ihrem Ex gegenüber, der sich immer mehr aus der Verantwortung gestohlen hatte. Kündigte die Wohnung, ohne ihr Wissen, hielt sich nicht an Absprachen.


Zurück bei mir blieb unser Kontakt ein wenig abgekühlt. Ein paar Tage später passierte der Supergau und sie schrieb mir, dass sie nach einem Streit mit ihrem Ex geschlafen habe. Ich war leer.
Sie betonte, dass es nicht zu bedeuten habe und dass sie all das mit mir möchte. Ich brauchte Abstand, war ohnehin auf einem Festival und hab mich richtig abgeschossen. Wir wollten uns das Wochenende für uns nehmen, aber es kamen Fotos von ihr. Sie fehlte mir auch.
Aber wir bekamen die Kurve irgendwie nicht. Auch Tage später nicht.
Sie hätte viel zu tun, könne nicht kommen, da der Kleine Geburtstag habe. Ihr Ex helfe nicht bei der Planung, Auto war in der Werkstatt und ohne sie laufe zu Hause auch nichts richtig. Sie ist ein Mensch, dem man es schwer recht machen kann. Irgendwo Licht anlassen oder den Kühlschrank zu lange aufgelassen, mit kurzer Sporthose einkaufen, das würde alles zu Diskussionen.

Ich entschied zu ihr zu fahren. Einfach, um sie zu sehen. Ich kam erst, als der Kleine schlief. Sie hatte entschieden, ihn erstmal aus unserer Beziehung rauszuhalten.
Wir redeten, lachten, schliefen miteinander. Es war wie am Anfang. Ich fuhr lächelnd nach Hause. Sie wollte am nächsten Tag zu mir kommen (bzw. zu meinen Eltern). Leider hielt sich ihr Ex wieder nicht an Absprachen. Kam nicht nach Hause, sie kam nicht weg. Ich bot ihr an, vorbeizukommen. Wollte sie nicht. Es endete in einer Diskussion und wieder hieß es: ich mache nur Vorwürfe, habe aber keine Lösungen.
Sie kann ihn nicht rausschmeißen, da er dort noch wohnt und den Großteil der Miete zahle. Seine Schwiegermutter kümmere sich sehr um den Kleinen. Sie hat Angst, dass diese das dann nicht mehr tut. Völlig unbegründet. Ohne die Schwiegermutter könne sie die Ausbildung nicht weitermachen. Es war ein Teufelskreis der Abhängigkeit.
Ich war dann noch sonntags bei ihr und wir haben uns abends beim Schlafengehen gezofft. Sie sagte, wir hätten uns keine gute Grundlage geschaffen. Wir sollten uns jeder mal Zeit nehmen. Ich sei ihr wichtig. Ich war perplex und fuhr unter Tränen nach Hause.
Wir telefonierten einen Tag später und einigten uns darauf, es langsamer angehen zu lassen, was auch immer das hieß. Sie kam nicht damit klar, sich Zeitnehmen zu müssen, wenn ich da bin. Jeder sollte seine Probleme regeln. Sie den Umzug, ich meinen. Und das ohne Verpflichtungen. Sie müsse mir nicht immer sagen, dass sie mich vermisst und dass sie mich lieb hat. Das führe bei ihr zu Druck. Ich gebe zu, dass ich sehr fordernd sein kann. Ich hab viele lange Nachrichten geschickt, auch aus Verlustangst und ich spürte, dass sie das merkt.

Wir schrieben dennoch weiter und versuchten, einen Umgang zu finden. Als ihr Ex wieder nicht nach Hause gekommen war, schickte sie ihm eine Sprachnachricht aus dem Bett, in dem der Kleine sagt, dass er mich vermisse und sie mich jetzt anrufen sollen. Sie endet mit: Schade, x. (Name ihres Ex). und sie schickte ihm und mir diese Nachricht. Ich war stinksauer. Ich sagte, dass sie doch merken müsse, wie sehr ihr Sohn mich vermisst und dass ich mich nicht instrumentalisieren lasse.

Ich war letztlich eine Woche auf Dienstreise. Wir telefonierten sonntags und es war okay für mich. Sie wollte es so. Drei, vier Tage hatten wir dann kaum Kontakt. Eine Wohnung hatte sie zwischenzeitlich gefunden. Sie ziehe in eine Wohnung, die die Oma ihres Ex frei hätte. Es gebe eine Menge zu tun, aber sie war bezahlbar. Ich war natürlich nicht begeistert. Wieder rein in die Abhängigkeit. Aber sie hielt das nach wie vor für nichts Negatives. Zur Erklärung: Sie hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Ex-Schwiegerelten. Sie verbringen dort sehr viel Zeit im Garten. Auch mit der neuen Freundin ihres Ex, mit der sie nicht wirklich klarkommt. Ich hab des öfteren angedeutet, dass das so nicht ewig gehen kann. Zumindest wird die Freundin ihres Ex da auch nicht immer mitspielen. Auch zahlen ihre Ex-Schwiegerelten noch Rechnungen von ihr (Autoversicherungen zB). Zwischenzeitlich hatte ich ihr Anträge rausgesucht: Kinderzuschlag, Wohngeld. All diese Dinge. Sie wollte partout keinen Unterhalt. Eben aufgrund der Beziehung zu ihren Schwiegereltern.

Ich sagte, dass ich nach der Dienstreise in Deutschland sei und wenn sie mag, kann sie sich ja melden. Das tat sie dann betrunken am Freitag. Sie wollte am Samstag die Küche aufbauen in der neuen Wohnung. Ich schrieb ihr, dass ich gerne helfe. Bis auf ein IKEA Bild und ein Foto von der Küche bekam ich später die Info, dass sie und ihre Mama das Projekt jetzt abrechen, da Teile fehlten, wir uns aber später sehen können.
Also holte ich sie ab. Und wieder war sie völlig abweisend. Es war schon spät, sie sei kaputt und wir gingen direkt schlafen. Ich lag lange wach und fragte mich, was ich hier eig. mache. Am nächsten Morgen folgte dann ein völlig komisches Gespräch:
Sie vermisse mich. Will ihr Leben mit mir teilen und nicht nur die guten Momente, aber das geht nicht, wenn ich weit weg bin. Wir sollten warten, bis ich fest angekommen bin. (Wohlgemerkt hatte ich die Zusage für einen neuen Job bei ihr um die Ecke).
Ich sagte, dass ich eine Beziehung will oder eben nicht. Was anderes gebe es nicht für mich. Freundschaft und Pause auf Zeit ebenso nicht. Ich wäre eine Drama-Queen und würde ihr ja nur Vorwürfe machen und sie müsste jetzt ihren Sohn abholen. Ich stand genervt auf und setzte mich aufs Sofa. Ich wollte das zu Ende besprechen. Ich erhielt ein: Genau das ist der Grund. Du willst nicht, dass ich meinen Sohn sehe.

Ich war völlig perplex. Nie hätte ich mich dazwischen gestellt und dem Kleinen was Schlechtes gewünscht oder ihrem Glück im Weg gestanden.
Ich fuhr sie letztlich hin und sie verabschiedete mich mit den Worten: Du kannst dich ja melden, wenn du deine Gedanken sortiert hast.
Das war es bis dato und ich war sauer und wollte Antworten auf die Fragen, die da noch waren. Ich bin nicht stolz drauf aber ich schrieb ihrer Freundin bei Facebook, ob sie tatsächlich etwas von der Schwangerschaft wüßte und siehe da. Das hörte sie zum ersten Mal. Ich hatte dummerweise fast alle Chats gelöscht und keine Beweise mehr, aber sie glaubte mir vorerst. Ich telefonierte recht lange mit ihrer Freundin und schrieb anschließend der Lügnerin(?).
Sie rief mich abends an, sagte, dass ich dazu kein Recht habe, aber klärte mich auch nicht mehr auf. Ich war noch wütender. Fuhr aber erstmal in meinen geplanten dreiwöchigen Urlaub.
Ich war so sauer, dass ich aus Rache einen Screenshot an die neue Freundin ihres Ex geschickt habe, wo sie mir gesteht, dass die beiden miteinander geschlafen haben.
Ich erhielt 8 Anrufe. Nahm keinen an. Sprachnachrichten: Ich hätte kein Recht dazu, Kläger oder Richter zu spielen. Dass ich immer betone würde, wie wichtig mir das Wohl ihres Sohnes sei und nun wieder eine Person aus seinem Umwelt reiße, da die beiden sich wohl trennen würden.
Ich schrieb aus Trotz, dass sie selber dafür verantwortlich sein und zwar alle beide und dass es hier schon lange nicht mehr um das Wohl des Kindes gehe, wenn ihr ihn immer wieder gegeneinander ausspielt.
Ich spürte, wie sauer sie war. Ich hatte sie da, wo ich sie vermutlich haben wollte.

Zwei Wochen später schickte sie mir dann Bilder von unserem ersten Ausflug ans Meer.
Sie hätte diese in der Schublade gefunden und wollte wissen, was das mit mir mache. Ich antwortete, dass ich nicht damit gerechnet habe, noch etwas von ihr zu hören und dass es mir natürlich weh tut, daran zurück zudenken.
Als ich zurück war hab ich noch geschrieben,dass ich einen schönen Urlaub hatte, natürlich immer mal wieder an sie gedacht habe und dass wir gerne nochmal reden können. Sie schrieb, dass sie den Umzug gemeistert habe und dass es ihr zwischenzeitlich natürlich schlecht ging. Auch wegen meiner Aktionen.

Ich bin nun seit einer Woche zurück und wir haben gestern telefoniert. Wir redeten erst völlig normal. Sie sagte, dass sie sich ständig frage, warum ich das getan habe. Ich sagte aus Wut. Ich wollte, dass ihr beide blutet und es gehe mir damit jetzt überhaupt nicht besser, aber ich fühle mich verarscht. Nicht einmal ist sie nach der Fremdgehaktion auf mich zugekommen und hat sich persönlich entschuldigt. Immer bin ich ihr hinterhergerannt.
Ich hab ihr gesagt, dass ich uns eig. nicht aufgeben will (und selbst das klingt völlig bescheuert). Sie hätte immer gedacht, wenn ich zurückkomme renkt sich das wieder ein, aber ich wäre unberechenbar und sie wüßte nicht, was als nächstes käme.
Anzeichen dafür habe ich keine gesehen, sagte ich und dennoch fällt es mir schwer, einen Cut zu machen, weil ich glaube, dass wir mehr sind als das, was wir uns angetan haben. Sie hielte einen Schnitt für besser, auch wenn es sich komisch anfühle und müsse mir noch sagen, dass sie jemanden kennengelernt habe, der sie in letzter Zeit wahnsinnig unterstützt habe. Sie weiß nicht, wo das hinführt, aber sie wollte es mir noch sagen. Ich war völlig schockiert. Wir hatten uns vor vier Wochen zuletzt gesehen. Ich hab gesagt, dass ich das krass finde und mich an die Worte ihres Ex erinnert und ihr das auch so gesagt. Er sagte mal: Sie kann einfach nicht alleine sein.
Ich wünschte ihr alles Gute, weinte und legte auf.

Ich heulte wie ein Schlosshund. Die ganze Nacht. Nicht eine Sekunde gepennt. Und nun steh ich vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Beziehung, die niemals richtig eine war, voller Lügen und Verrat und vermisse diese Frau. Wie geht das?

Natürlich weiß ich, dass sich diese Geschichte wie hundert Folgen Mitten im Leben ließt und das meine Antwort lauten müsste:
Sieh zu, dass du Land gewinnst. Kümmer dich um dich. Dein Umzug steht an. Dein neuer Job. (Der übrigens nicht nur wegen ihr zustanden gekommen ist. ich wollte schon länger wieder zurück in die Heimat).
Und dennoch ist da dieses Gefühl, dass es sich lohnen würde, um sie zu kämpfen. Ich hab ihr zwei Nachrichten geschickt, dass ich sie eig. nicht gehen lassen will, aber natürlich ihrem neuen Glück auch nicht im Weg stehen will. (Ich hab das extra ein wenig überspitzt formuliert) Und habe mich für die schönen Momente bedankt, die wir wirklich hatten und die hier echt untergehen in dem Text. Sie hat sich echt immer bemüht, dass ich mich zB bei meiner Schwester melde und war auch sehr herzlich zu meiner Familie. Ich glaube auch, dass sie das alles selber überrascht hat, wie schnell alles ging. Aber das entschuldigt ihr Verhalten nicht und letztlich denke ich mir, müsste es jetzt gerade von ihr aus gehen, aber scheinbar tröstet sie sich andersweitig oder ist längst drüber weg.
Heute kam noch eine Sprachnachricht, dass sie nicht weiß, wie sie auf meine Nachrichten reagieren soll, da wir eig. einen Cut machen wollten. Ich hab erstmal nicht geantwortet.

Schreibe ich ihr jetzt einen Text? B,eibe ich erstmal hart?
Schieße ich sie vollends ab, auch wenn es weh tut?

Es gibt diese Menschen, die mit sol viel Kraft in dein Leben treten, alles umwirbeln und dann verschwinden. So eine ist sie evtl. Dafür sprechen die Geschichten, mit den anderen Typen. Ich hab evtl. zu sehr gehofft, sie halten zu können, aber evtl. muss sie sich weiter austoben. Evtl. merkt sie irgendwann, was sie an mir hatte. Ich weiß es nicht.
Ich weiß, dass ich leide, obwohl ich das nicht sollte. Ich weiß, dass ich für mich sorgen sollte und dass eine Beziehung ein Leben bereichern niemals davon abhängig sein sollte. So habe ich mich zwischenzeitlich viel zu sehr verhalten. Ich war unzufrieden mit meinem Job, unzufrieden mit der Entfernung, unzufrieden keinen Alltag mit ihr zu teilen.

Wie gehe ich vor?
Ihr merkt, wie zerissen ich bin und das obwohl jeder der das liest zu 99% sagen würde: Lass es sein!
Es gibt genügend Anzeichen, dass das alles auch ein Spielchen ihrerseits war, aber wozu? Weder finanziell, bis auf einen Urlaub und eine kleine Autoreparatur, hatte sie Vorteile. Ist ja auch selber die Strecke gefahren. Geht es ihr darum, mich komplett zu brechen. Das hätte sie auch ohne Besuch bei meinen Eltern haben können.
Ich glaube ganz oft, dass sie ein einsames Wesen ist, das seinen Platz noch finden muss. Gerne hätte ich ihr dabei geholfen.

Irgendwie war sie anders.

31.08.2018 02:02 • x 1 #1


Che


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Ich kann leider nicht mehr editieren:
Bei unserem ersten Streit fiel mal der Satz von ihr: Es war unfair, dich bei all den Turbulenzen in mein Leben zu lassen.
Dieser Satz hallt so unglaublich nach, dass er wie eine Ohrfeige klingt.
Und dennoch renne ich dieser Person hinterher? Was stimmt nicht mit mir?

31.08.2018 02:28 • x 1 #2



Bin ich zu oft verletzt worden?

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Rinah

Rinah


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Hi Che,

erstmal tut es mir sehr leid, dass es Dir so geht wie es Dir geht. Das ist ein riesiger Scherbenhaufen vor dem Du da jetzt stehst.

Ich denke, Du hast da anfangs eine Menge Signale ausgeblendet, die hätten Warnzeichen sein können, dass eine Beziehung zu dieser Frau aktuelle keine Chance hat.

Da ist die Wohnung mit dem Ex-Freund, das war anfangs noch gar nicht geklärt. Dann die Abhängigkeiten von Schwiegereltern, Großeltern auf Ihrer Seite. Die zwei Typen, mit denen sie zwischenzeitlich auch noch was hatte, die Schwangerschaft und das komische Verhalten wegen Ihrer Freundinnen. Du hast ziemlich oft Dein Bauchgefühl ignoriert, z.B. als Du das Gefühl hattest, dass sie über die Blutung nicht bestürzt war, dass sie so geheimnistuerisch wirkte, dass sie sagte die rosarote Brille war gar nicht so richtig da.

Schau mal hier:
Zitat von Che:
Ich war mir selbst unsicher


Irgendwie wusstest Du, dass das alles nicht gut war, hast es aber ausgeblendet. Das ist jetzt nicht vorwurfsvoll gemeint.

Zitat von Che:
Dennoch hatte ich das Gefühl sie meinte all das ernst und wollte, dass es funktioniert. Wieder nahm sie die Strecke auf sich und besuchte mich. Wieder hatten wir schöne Tage, auch S..

Sie wollte bestimmt, dass es funktionierte, sie steckte ja auch ganz schön im Chaos und suchte einen Ausweg daraus.

Zitat von Che:
Ich war perplex, aber nicht mal ängstlich.

Vielleicht hast Du schon gespürt, dass die Schwangerschaft gelogen war. Sie wollte nur Aufmerksamkeit.

Zitat von Che:
Der Kleine war tagsüber anstrengend, wollte nicht pennen und setzte dann hinteher das Bad unter Wasser.

Zitat von Che:
Denn sie fühlte sich dadurch unter Druck gesetzt.

Ihre Belastungsgrenze ist anscheinend sehr niedrig. Das wird sicher Gründe haben, die vermutlich in ihrem Leben vor Dir liegen. Ich bin alleinerziehend und weiß, wie Kinder einen manchmal schlauchen können. Dass sie in solch einer einfachen Situation zusammenbricht zeigt, dass sie große Probleme hat.

Zitat von Che:
Ein paar Tage später passierte der Supergau und sie schrieb mir, dass sie nach einem Streit mit ihrem Ex geschlafen habe.

Zitat von Che:
Sie betonte, dass es nicht zu bedeuten habe und dass sie all das mit mir möchte.

Zitat von Che:
Leider hielt sich ihr Ex wieder nicht an Absprachen. Kam nicht nach Hause, sie kam nicht weg. Ich bot ihr an, vorbeizukommen. Wollte sie nicht. Es endete in einer Diskussion und wieder hieß es: ich mache nur Vorwürfe, habe aber keine Lösungen.

Zitat von Che:
Sie kann ihn nicht rausschmeißen, da er dort noch wohnt und den Großteil der Miete zahle. Seine Schwiegermutter kümmere sich sehr um den Kleinen. Sie hat Angst, dass diese das dann nicht mehr tut.

Zitat von Che:
Als ihr Ex wieder nicht nach Hause gekommen war, schickte sie ihm eine Sprachnachricht aus dem Bett, in dem der Kleine sagt, dass er mich vermisse und sie mich jetzt anrufen sollen. Sie endet mit: Schade, x. (Name ihres Ex). und sie schickte ihm und mir diese Nachricht.


Was war denn der Grund für die Trennung zwischen ihr und ihrem Ex? Ich habe das Gefühl, dass sie die Trennung noch nicht verarbeitet hat. Diese seltsame Schwangerschaftsgeschichte, dann schläft sie noch mit ihm (angeblich - würde das nichtmal unbedingt glauben), verletzt ihn mit dieser Sprachnachricht von dem Kleinen. Sie ist noch nicht fertig mit dem Ex. Und solange das so ist, gibt es gar keine Grundlage für eine neue Beziehung. Nicht ihr habt diese Grundlage nicht geschaffen, sondern sie. Sie ist noch nicht so getrennt, dass sie sich auf etwas neues einlassen kann.

Zitat von Che:
Auch mit der neuen Freundin ihres Ex, mit der sie nicht wirklich klarkommt.

Es ist natürlich nie einfach, die Neue im Leben zu haben. Ich hab kurz den Gedanken gehabt, dass sie auch einen Neuen haben wollte, weil Ihr Ex jemanden hatte. Sie nimmt ja auch jeden Strohhalm in seiner Nähe an. Die Wohnung bei der Oma, die Autoversicherung durch die Schwiegereltern..

Ich glaube, dass Du all das eigentlich schon weißt, aber es nicht wahrhaben möchtest. Ich denke, mit Dir stimmt alles, mit ihr aber leider nicht. Und solange sie nicht in ihrem Leben für klare Verhältnisse sorgt und sich emotional von ihrem ex löst, wird eine neue Beziehung nicht möglich sein. Das ist sicherlich schwer für Dich, aber ich denke in diesem Konstrukt weiter Teil zu sein wird Dich auch fertig machen.

LG
Rinah

31.08.2018 10:30 • x 4 #3


Femira

Femira


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Zitat von Rinah:
Nicht ihr habt diese Grundlage nicht geschaffen, sondern sie.

Ich kann mich dem nur anschließen. Ich denke auch, dass du bei einem weiteren Kampf um sie einfach nur verlierst und du dir das nicht antun solltest.

Ich hatte auch mal eine 3monatige Beziehung zu einem Mann, der mein Leben durcheinanderwirbelte, wie du so schön sagst. Mir ist nach und nach klar geworden, dass diese Mann bislang unbewusste Wünsche bei mir getriggert hat und ich mich nach denen sehnte und nicht nach ihm, denn er war unbeständig und konnte die Träume nicht wahr mache
Das war mein Weg weg von ihm . Vielleicht wünscht du dir mehr Kinder, als du vorher dachtest?

31.08.2018 11:24 • x 3 #4


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Das Schlimme vorweg: Ich weiß, dass ihr richtig liegt.
Ich hätte mir sehr gewünscht, dass ich es geschafft hätte, die Beziehung an einigen Stellen zu bremsen. Das habe ich ihr gegenüber auch gesagt. Natürlich fühlt man sich hinterher so, als sei man der Notnagel gewesen.
Dass sie sich jetzt direkt jemand Neues gesucht hat, sollte mir eig. zeigen, dass sie defintiv alles andere ist, als das, was ich suche. Ich glaube, sie braucht einfach immer jemanden um sich.

Sicherlich hat sie in mir Vieles ausgelöst, was ich länger vermisst habe. Da hast du völlig recht, Femira.
Aber auch an diesem Punkt muss ich sagen, dass sie nicht hauptverantwortlich für mein Glück sein kann. Das bin immer noch ich selber. Ich habe ein bisschen gebraucht, um das zu verstehen. Auch darüber haben wir diskutiert. Dass es mit ihrem Ex ähnlich war.
Ich hab ihr zu verstehen gegeben, dass ich sie natürlich gerne sehen will, wenn ich in Deutschland bin und dass sie der Hauptgrund ist, warum ich komme. Das führte wohl schnell bei Druck zu ihr. Da sehe ich auch bei mir eine Schuld in der Kommunikation.

Ich drehe mich immer noch im Kreis, liege hier mit Magenkrämpfen und könnte tatsächlich losheulen. So kenne ich mich nicht und das kann kein Dauerzustand sein und das wird er auch nicht.
Ich bin echt am Überlegen, ihr eine letzte Nachricht zu schreiben. Evtl einen Brief oder E-Mail. Ich will ihr sagen, dass ich gerne gekämpft hätte, aber dass das einseitig nicht funktioniert. Dass ich gerne das Chaos mit ihr überwunden hätte, aber das schaffe ich nicht, ohne die Lügen (?) der Vergangenheit aufzuarbeiten. Mir tut es echt weh, dass ich wohl nie die ganze Warheit erfahren werde.
Oder soll ich es einfach gut sein lassen und sie ziehen lassen?
Mich erinnert Vieles an sie, auch wenn ich ihre Sachen und die Erinnerung längst entsorgt habe. Ich bin ein sehr visueller Mensch. Angefangen bei: Den Pullover hatte ich an als . bis hinzu: Schon wieder lese ich den Namen deines Wohnortes oder deines Sohnes irgendwo.
Ich hab ihr mal sehr offen gesagt, dass ich noch nie so schnell so viel für einen Menschen empfunde habe und dass ich versuche, meinen Kreis an Menschen, die ich gern habe, sehr klein zu halten. Dazu zähle ich die beiden.


Das mit dem Fremdgehen scheint jedenfalls passiert zu sein, so viel weiß ich.

Wie man sich so sehr verletzen kann, verstehe ich nicht. Ich schließe mich da voll mit ein. So viel Wut habe ich selten in mir getragen.
Und ja, meine Aktionen waren grenzwertig und nicht rational, das weiß ich selber.

Oft hat sie betont, dass sie ihren Ex nicht zurück will. Auch hinterher. Aber sie war natürlich immer sehr darauf aus, ein gutes Verhältnis zu ihm zu haben, ohne zu merken, dass er das gar nicht so wollte. Darauf hat sie sehr viel Energie verwendet. Mit Sicherheit hat er auch gemerkt, dass er am längeren Hebel sitzt. Dazu konnte ich nie was sagen, ohne, dass es zu Diskussionen führte, da ich ihre Situation nicht verstehen würde.

Mir hilft es tatsächlich, die Dinge, die passiert sind, hier aufzuschreiben und eine externe Meinung zu zulassen.
Sorry, dass ich hier und da etwas wild schreibe und nicht ganz stringent bin. Meine Gedankensprünge sind echt groß grade.

In mir bleibt die Frage: Warum erzählt sie mir das mit ihrer neuen Bekanntschaft noch? Warum schickt sie mir die Bilder, während ich im Urlaub bin und dachte, dass wir es jetzt gut sein lassen.

Ich komme immer zu dem Punkt, dass ich schwanke zwischen: Da ist noch irgendwas zwischen uns. Und andererseits: Die Frau hat nichts anderes vor, als dich kaputt zu machen.
Und wenn man solche Gedanken hat, dann sollte einem doch eig. klar sein, dass keine Zukunft haben kann?

Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mit allem abgeschlossen hat, aber scheinbar braucht sie wirklich Bestätigung oder sucht sich das nächste Opfer? Die Worte ihres Ex, dass sie nicht allein sein kann, rauschen mir sehr oft durch den Kopf.

Getrennt haben sich die beiden übrigens aus dem klassichen Grund: Man spürt, dass es nicht mehr passt, sagte sie. Und man nur noch zusammen ist, weil es bequem ist. Sie erzählte mir auch mal, dass er sie wohl betrogen hätte, da sie eine recht eindeutige Nachricht auf seinem Handy gesehen hatte. Geklärt hat sie das mit ihm nie. Es hätte sie sehr verletzt und das sei das Schlimmste, das man einem Partner antun kann. Und was macht sie? Er offenbarte ihr irgendwann mal später, dass er Depressionen gehabt hätte und deshalb so wenig Verantwortung übernehmen könne. Ich behaupte, dass er sich null geändert hat und dass das nichts mit Depressionen zu tun gehabt hat. Man kann es ihr einfach schwer in allem recht machen und das weiß sie selber. Fehler einzugestehen, halte ich für eine große Stärke. Gespürt davon, habe ich nichts.

Diese ganze Trennung ist nie ganz geklärt gewesen und ist es in vielen Dingen immer noch nicht, was zB Unterhalt etc. angeht.

Ich behaupte von mir, dass ich ein Mensch bin, der immer versucht, sich zu reflektieren. Bei ihr viel mir das schwer, weil ich gefühlsmäßig abhängig war. Es viel mir schwer, sie mit meinen Sorgen zu konfrontieren, weil ich sie nicht belasten wollte. Ich hab ihr mal gesagt, dass ich finde, dass sie in Parallelwelten lebe. Sie versucht, allem und jedem gerecht zu werden und nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands. Sie möchte das aber alles gerade so und das hätte ich zu akzptieren. Ich weiß, dass das schnell wie Vorwürfe klingen mag und du, liebe Rinah, kannst das vermutlich noch viel besser einschätzen, was alles auf einen einprasselt, wenn man alleinerziehend ist. Aber so richtig alleine ist ja nicht. Aber sich einzugestehen, dass ihre Schwiegermutter immer da sein wird, konnte sie nicht. Sie hatte zu sehr Angst, dass ihr der Kleine ganz genommen wird. Und da konnte ich ihr nicht raushelfen.

Und zu guterletzt fange ich langsam an, sie nicht mehr zu glorifizieren.
Ich bin ein Mensch, der unglaublich viele Interessen hat. Ich interessiere mich für Politik, Musik, Filme, Fotografie und habe eine sehr offene Meinung zu allem. Poltisch eher links und mag es, mich über das Weltgeschehen zu unterhalten.
Ihre Welt dreht sich im ihren Job und den Kleinen. Das ist okay, aber sie benutzt das für Alles, was sie nicht leisten kann. Sie sagte mal zu mir: Schön, dass du so viel verreist bist, aber ich habe ja ein Kind bekommen.
Wenn ich Radionachrichten hören wollte oder Tagesschau gucken wollte, verdrehte sie die Augen.
Ich bin noch gefühlsmäßig bei ihr, aber versuche das grade alles einzuordnen. Ich weiß, dass Gefühle nicht rational sind und ich sie nicht über diese Schiene erreichen werde.
Entweder ich mache mir jetzt klar, dass ich sehr viel zurückgesteckt habe oder ich gehe vermutlich dran kaputt.

Und abschließend merke ich, dass es wohl wirklich ist, dass ihre kleine Welt ein großes Verlangen nach Familie ausgelöst haben mag. Jedenfalls fühle ich mich diesem Lebensziel näher und gewappneter als vorher. Wenn es das ist, was ich gelernt habe, dann sollte ich das Positive daraus mitnehmen. Igendwann kommt dann evtl. Mrs. Right und dann werde ich draus gelernt haben, Dinge langsam aufzubauen, auch mal auf mich zu schauen und auch mal in mich reinzuhören.

Gerne würde ich allen Beteiligten viel Glück wünschen. Zur Zeit wäre das unehrlich. Evtl. mache ich das eines Tages.

Und ob ich den Brief schreibe. Ich weiß es nicht.


Danke, dass ihr euch meine Zeilen durchgelesen habt, mir ein wenig Mut gemacht habt, den richtigen und vermutlich härteren Weg zu gehen.
Ich bin kein großer Schreiber, aber es hilft mir und es ist umso schöner, dass es Menschen gibt, die helfen und sich diese wirren Zeilen durchlesen. Danke dafür.

31.08.2018 17:29 • x 2 #5


Femira

Femira


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6
6651
Gern
Schön mitzubekommen, wie du von den ersten Absätzen bis zu den letzten immer klarer wirst.Deine Gefühle sind normal, wie du hoffentlich weißt.

Du bist sehr stark und auch sehr reflektiert!
Und wie sagte hier mal die gut @Helli Reflexion ist die beste Möglichkeit, aus der gefühlt endlosen Achterbahn des Liebeskummers auszusteigen!

31.08.2018 20:09 • x 2 #6


Helli


75659
Zitat von Femira:
gefühlt endlosen Achterbahn des Liebeskummers


Geisterbahn
My sweetness

Egal, welche Fahrkarte man gelöst hat: Irgendwann ist es vorbei. Und meistens ist man dann ein aufgeräumterer Mensch als vorher.
Mag manchmal ein schwacher Trost sein. Aber es lässt einen die Fahne hochhalten.

31.08.2018 20:29 • x 4 #7


Femira

Femira


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Zitat von Helli:
Geisterbahn

Beim dritten Mal zitieren, klappt es bestimmt...

31.08.2018 21:19 • x 2 #8


Helli


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Zitat von Femira:
Beim dritten Mal zitieren, klappt es bestimmt...


Alles gut!
Ich bin übrigens zuletzt Autoscooter gefahren. War auch gut

31.08.2018 21:23 • x 1 #9


Che


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Seit drei Tagen haben wir nun keinen Kontakt mehr bzw. hab ich mich nicht mehr gemeldet. Deine letzte Sprachnachricht habe ich ignoriert. Ich weiß nicht, wie und ob ich dir antworten soll., wenn sie es nicht weiß, dann soll es entweder so tief in ihr bohren oder sie soll es einfach lassen.
Ich will ihr nicht mehr hinterherlaufen, aber das Gefühl der Hilflosigkeit ist ziemlich bitter. Ich ärgere mich, dass ich mich so angreifbar und verwundbar habe machen lassen.
Was ich aber merke und daran seid auch ihr schuld, ist, dass sie und der Kleine vermutlich viele andere Sehnsüchte in mir ausgelöst haben. Natürlich ist es in diesem Fall auch so, dass man zwei Menschen verliert oder loslassen muss, aber die Lösung kann nicht sein, alles mit mir machen zu lassen. Ich merke, dass wir schon lange nicht mehr auf Augenhöhe kommuniziert haben. Ich ärgere mich, dass ich so unheimlich schlecht in Diskussionen bin. Ich bin zu emotional und verdränge rationale Argumente.
Viel früher hätte ich ihr aufzeigen müssen, dass sie auf mich zukommen muss, um mir zu zeigen, dass ich ihr wieder vertrauen kann.
Ich hab immer gedacht, ich bin der Ältere und habe mehr Lebenserfahrung, aber ihre Situation war auch für mich neu. Ich hab mich in eine Rolle verliebt, der ich selber und ihr nie gerecht werden konnte. Ich erkenne kein klares Muster bei ihr:
Ich mache zu viel Druck.
Sie will mich nicht verlieren.
Ich bin ihr wichtig.
Sie will keine Beziehung, solange die Entfernung zwischen uns ist.
Wir haben uns keine gute Grundlage geschaffen.

Was denn nun? Rückwirkend komme ich mir so unendlich dumm vor. Dass ich mir diese tausende Kilometer noch angetan habe.
Ich würde ihr gerne nochmal mitteilen, dass ich so Vieles bereit war, zu opfern. Aber wozu? Um ihr zuzeigen, dass ich an ihr hänge? Das hat sie nicht zu interessieren. Mich stört viel mehr, dass wir so viele Dinge erlebt haben, die mich an unsere kurze Zeit erinnern.
Ich brauche meine Energie jetzt aber für mich. Für meinen Umzug. Für meinen neuen Job.

Ich schreibe jetzt hier alles auf. Entweder ich schick ihr den Link irgendwann oder sie krieg einen Brief aus all dem Wust in meinem Kopf.
Ich schreibe einfach solange, bis ich über dich weg bin und dann wird der Brief verbrannt.

Zitat von Helli:

Egal, welche Fahrkarte man gelöst hat: Irgendwann ist es vorbei. Und meistens ist man dann ein aufgeräumterer Mensch als vorher.
Mag manchmal ein schwacher Trost sein. Aber es lässt einen die Fahne hochhalten.


Diese Geisterbahn ist hart, weil man nicht weiß, in welchen Lebensmomenten man eigeholt oder erschreckt wird. Wichtig ist wiklich, dass man eigenständig aussteigt und sich ggf. bewusst macht, dass man die Fahrkarte selber gekauft hat.

Ich hab immer noch das drigende Bedürfnis, ihr mitzuteilen, dass ich leide und mich frage, wie sie uns so einfach aufgibt und wie austauschbar ich offensichtlich bin. Das kratzt ziemlich an mir.
Aber ich mache es nicht besser, wenn ich ihr zeige, wie bedürftig ich bin und wie sehr sie mich in der Hand hat. Ich hoffe natürlich noch in mir, dass sie irgendwann merkt, was sie an mir hatte.
Und letztlich klammere ich mich auch sehr an den Gedanken, sie zurückzugewinnen, weil ich davor lange keine Partnerschaft mehr hatte. Ich hab mich viel in die Arbeit gestürzt und auch mich vernachlässigt. Schluss damit. Auch ein guter Punkt, neue Motivation zu generieren.

Momentan sehen meine Tage so aus, dass ich mich völlig zurückziehe. Meinen Biorhythmus erwähne ich besser nicht... Ich weine von der einen auf die anere Sekunde. Mir schießen Bilder durch den Kopf. Sie steht bildlich vor mir... Zum Kotzen.


Ab morgen/heute gehts wieder zum Sport. Sonntag wird sich verabredet und dann wird nach vorne geschaut. Zumindest hoffe ich es, dass ich es hinbekomme.

01.09.2018 02:00 • x 2 #10


Femira

Femira


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Es hat viele hier so umgehauen, wenn nicht alle. Gönn dir ein zwei Wochen Rückzug, man braucht ihn.

01.09.2018 06:33 • x 3 #11


mcteapot


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Zitat von Che:
Ich mache zu viel Druck.
Sie will mich nicht verlieren.
Ich bin ihr wichtig.
Sie will keine Beziehung, solange die Entfernung zwischen uns ist.

Lies dich mal ein in On/Off Beziehungen

Und lass deine Trauer zu, es ist ein wichtiger Bestandteil des Verarbeitens, mit all seinen Nebenwirkungen. Aber danach sieht man vieler klarer, detailreicher, differenzierter. Dir Kraft wünsche und zeitnah eine Misses Right

01.09.2018 06:50 • x 2 #12


Che


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Kurz zu heute: Ich war beim Sport. Und bin völlig außer Form. 20 Minuten gespielt beim Fußball haben mir völlig den Rest gegeben, aber ich liege jetzt kaputt im Bett. Das war mein Ziel.
Und noch was Gutes: Ich hab gespürt, dass ich ein wenig abgespeckt habe. Im Urlaub viel gelaufen (~20km am Tag) trotz ungesundem Essen. Direkt mal ein paar alte Hemden rausgeholt. Passen fast wieder. Also: Weitermachen. Montag ist wieder Training.

Und zu meinen Gedanken:

Ich glaube nicht, dass das etwas mit On/Off zu tun hat.

Ich frage mich, ob sie überhaupt weiß, was sie gerade sucht.
Am Anfang hat sie mir erzählt, dass sie einen Partner sucht, der sie auffängt und auch mal sagt: So jetzt reichts und du brauchst eine Auszeit.
Wieviel mehr hätte ich ihr geben sollen, als zB Anträge zu suchen oder versuchen, Streit zwischen ihr und ihrem Ex zu relativieren? Ihr zu erklären, dass sein Verhalten ignorant ist, aber sie bitte nicht drauf eingehen soll.
Sie ist/war so sehr in diesen Strukturen gefangen. Wie soll man da jemanden auffangen? Geschweigedenn ihr sagen, wann sie eine Auszeit braucht.

Eine Theorie von mir: Sie hat es auch genossen, zu mir zukommen, um mal von all dem Weg zu kommen. Es war spannend. Stadt im Ausland, keine Gedanken an zu Hausen und jemand gefunden, der sie da rausholen will. Mit der Zeit wurde dann natürlich klar, dass sie nicht alles sofort erzwingen lässt. Zunächst kein Job bei ihr, viel Fahrerei, nicht da sein können, wenn der andere einen braucht. Ich hab echt viel versucht, aber rückwirkend komm ich mir sehr, sehr dumm vor.


Mich verletzt, dass sie mir nun überhaupt von diesem Neuen erzählt. Dieser hätte sie in den letzten Wochen sehr unterstützt. Schönen Dank. Ich frage mich immer mehr, ob es ihr tatsächlich darum geht, mich zu demütigen/verletzen?

Kurz vor unserem letzten Streit (also am selben Morgen) fragte sie mich, warum ich so eine Dramaqueen wäre und immer alles analysieren will und ob ich nicht ggf. gleichgeschlechtlich bin. Sie sagte das natürlich mit einem Kichern und ich hab ihr gesagt, wie verrückt sie mich macht und dass sie das eig. auch wissen sollte. Wieder so ein Moment, wo ich mich frage, ob ihr das Spaß macht, Leuten solche Gedanken einzupflanzen. Natürlich nagt das an einem.

Und was mich vor allem nachts beschäftigt und stört, dass ich wohl niemals antworten auf meine Fragen erhalten und die Wahrheit je erfahren werden. Damit umzugehen, fällt mir richtig schwer.
Wie sollte ich damit umgehen?

Und noch immer steht ihre Frage im Raum, dass sie mir nicht sagen kann, ob sie mir antworten soll oder nicht. Ich würd ihr gerne sagen, dass das ihre Entscheidung ist, aber ich will sie grade nicht kontaktieren, um mir hinterher anzuhören, dass ich ihre Entscheidungen nicht respektieren und wir uns auf einen Schlussstrich geeinigt haben.
Ich bin ohnehin erst in einigen Wochen wieder in Deutschland, evtl. vorher mal auf Wohnugssuche, aber ich will ihr nicht das Gefühl geben, dass ich ohne sie nicht klarkomme.
Was ich vor allem nicht verstehe: Bevor wir unser abschließendes Gespräch hatten, schreibt sie mir noch, dass sie sehr stolz ist, dass sie den Umzug überstanden habe, aber auch 7 Kilo abgenommen hätte. Als wir telefonierten, haben wir uns gut unterhalten. Sie hat mir erzählt, wie es mit Kleinen läuft. Was es für Problemchen gibt, auch mit dem Ex. Ihr Ex und seine Neue sind übrigens zusammenglieben, trotz meiner Aktion. Sie sagte, dass wir das wieder hinbekommen hätten. Klang so, als sei sie involviert gewesen. Wie auch immer.
Sie hat erzählt, wie es auf der Arbeit läuft und hinten raus dann: Es ist glaub ich besser, wenn wir hier unseren Cut machen.
Evtl. ist das ihr typisches Hinziehen und Wegstoßen. So fühlt es sich jedenfalls an.

Ebenso fällt mir ein, dass sie mal sagte: Sie sei ein Mensch, der viel Bestätigung brauche. Ich vermute, dass dies auch durch nicht ganz bedingungslose Liebe durch ihre Mutter zustande gekommen ist. Viele Typen in der Vergangenheit, jetzt wieder einen Neuen. Das ist nur meine Analyse. Das muss nicht stimmen, aber ich versuche weiterhin, ihr Verhalten zu reflektieren und zu verstehen.

Irgendwie schafft sie es, dass ich es bin, der mich immer noch rechtfertige. Klar, ich habe Mist gebaut. Ich hätte dieses Bild nicht schicken dürfen und ggf. ihre Freundin nicht kontaktieren sollen. Zweiteres habe ich getan, um zu erfahren, woran ich bei ihr war und was ehrlich war und was nicht.
Und natürlich bin ich nicht stolz auf eine Racheaktion, aber ich war unendlich gekränkt und ärgere mich immer noch, dass ich ihr hinterher renne.

Ich werde etwas Zeit vergehen lassen, denke ich. Auch, wenn ich ihr täglich schreiben würde, um Antworten zu bekommen und gerne von vorne beginnen würde.
Mental kann ich irgendwie noch keinen Abschluss finden.

Ich weiß nicht, ob eine Kontaktsperre richtig ist. Gerne würde ich sie dazubringen, mal zu reflektieren, wie ich mich fühle, aber ich komme da nicht an sie ran, denke ich.

Ich warte mal ab. Höre in mich und wenn ich das Gefühl habe, sie nochmal zu kontaktieren, dann tue ich das evtl.?
Oder was sagt ihr?

01.09.2018 23:21 • x 1 #13


Sabine

Sabine


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Zitat von Che:
Gerne würde ich sie dazubringen, mal zu reflektieren, wie ich mich fühle, aber ich komme da nicht an sie ran, denke ich.


Nein, hat leider keinen Sinn. Vom Prinzip her möchtest du sie bewegen. Wenn möglich in deine Richtung. Ein hartes Wort dafür ist Manipulation. hm . . . was bringt dir das, wenn du es versuchst. Ich denke, eigentlich suchst du nur einen Grund, den Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Was meinst du, zu was die Kontaktsperre so wichtig ist? Die Kontaktsperre ist dazu da, dass du dich wieder entkoppelst. Du nimmst indirekt sie in Verantwortung für dein Glück zu sorgen. Du hast so viel von dir aufgegeben, dass du gar nicht mehr weißt, was allein LEBEN heißt.

Sein Glück von einem anderen so weit abhängig zu machen, kann kein Glück bringen.

Bitte halte durch. Noch einen Tag und dann noch einen Tag. Leider finden wir keinen Knopf, der dir helfen könnte. Ich kann dir nur eines sagen. MIt dem nächsten Kontakt fängst du wieder bei NULL an.

01.09.2018 23:42 • x 2 #14


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Öhmmm... (Dein Eingangspost) - wir reden von Karfreitag DIESEN Jahres? Den vor ca. 6 Monaten?

01.09.2018 23:54 • x 1 #15



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