So und jetzt noch mal ein bißchen ausführlicher:
Zitat von Downinahole:Und ich der letzte Dreck.
Weißt Du, wie schlimm ich das finde, wie hart Du über Dich selbst urteilst. Du bist dock kein Dreck! Kein Mensch ist Dreck. Würdest Du so etwas über einen anderen sagen?
Down, Du bist ein Mensch in einer Krise. So etwas passiert. Auch den vermeintlich besten von uns.
Zitat von Downinahole:Man wollte mich heute schon wieder stationär einweisen, weil ich so durch war. Merkt man ja auch an meiner Schreibe gerade
..Dann wurde mir Tagesklinik vorgeschlagen. Aber ich will doch wieder zurück ins Leben.... Klinik heißt wieder 24 Stunden Beschäfigung mit meinem Schmerz- das kann es doch auch nicht sein! Wie machen das betrogene, belogene, ausgetausche? Wie bekommt man Hoffnung? Dass es irgendwann weniger wird...
So weit ich das sehe, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Du schaffst es, langsam Schritt für Schritt kleine Alternativen für Dich zu entwickeln, wie Dein Leben auch ohne ihm irgednwie gestaltbar ist.
Für mich war und ist immer sehr hilfreich viel Sinnhaftigkeit in meinem Beruf zu finden. Was ich mache, macht mir natürlich nicht jeden Tag immer super viel Spaß, aber ich glaube, an das, was ich tue. Absolut und völlig. Das hilft mir sehr. Denn selbst wenn ich also beispielsweise eben keine Kinder großziehe oder Familie gründe oder in einer Partnerschaft lebe, ist mein Leben eben sinnvoll. Manchmal natürlich mehr als an anderen Tagen, aber es gibt auch in und wieder Tage, wo ich ganz direkt das Leben eines einzelnen ein bißchen verändere, das sind für mich sehr wertvolle Momente.
Und Tiere unsere plüschigen und weniger plüschigen Freunde. Allein der Gedanke, daß ich noch mal Elefanten, Giraffen sehen will, oder endlich mal so einem Koala gegenüberstehen, motiviert mich. Im Alltag sind es Tiere, die mir auf der Strasse begegnen oder natürlich nicht zu vergessen, daß ich jeden früh, wenn ich aufwache in ein fröhliches, schnurrendes Katzengesicht schaue, welches lautstark nach Frühstück verlangt.
Was ist denn mit Deiner Jobsituation? Was möchtest Du zukünftig arbeiten und wo?
Falls Du aber eben nicht stark genug bist, solche kleinen Schritte in die Alternativen zu entwickeln und zu gehen, dann ist eine Tagesklinik doch keine schlechte Wahl. Dann geht es eben auch darum, daß Du Schutz brauchst und zwar so viel, daß den Deine Freunde, Familie und Deine Therapeutin nicht gewähren können.
Woher ich die Hoffnung beziehe, daß der Schmerz vorüber geht? Aus der Erfahrung. Ich dürfte und müßte mich mit dem zu frühen und überraschenden Tod eines komplizierten aber sehr geliebten Menschens auseinandersetzen. In der gleichen Zeit passierten noch ein oder zwei andere Dinge. Ich habe damals auch geglaubt, daß das nie vergeht. Und manchmal ist das auch noch im Hier und Jetzt nicht schön. Dennoch bin ich darüber hinweggekommen, denn was ist den bitte die Alternative?
Einfach nicht weitermachen, ging nie, wer hätte denn dann meine Miete gezahlt oder für all die Dinge die Verantwortung übernommen, für die ich nun mal die Verantwortung habe?
Ich kenen das Gefühl im Schwarz, nicht nur im Schmerz, sondern eben Schwarz zu versinken. Aber einfach so aufgeben?
Weiß nicht, ob da dann doch der Protestantismus durchkommt, ich habe irgednwo in mir drin immer gedacht, daß selbst, wenn ich nie wieder glücklich werden sollte, was ja durchaus möglich ist, wenn man die eigene Träume begraben soll, es fühlt sich ja auch so an. Aber selbst wenn ich nie wieder glücklich werden würde, dann müßte das doch aber nicht heißen, daß ich nicht wenigestens ein einigermaßen nützliches Leben führen könnte.
Dann eben Schulen bauen in Afrika.
Und das bedeutet jetzt nicht, daß ich irgendwie jeden Tag ur die Welt verändere, ich bin ein wirklich fauler Mensch, im nächsten Leben möchte ich ne Hauskatze in Westeuropa werden, aber dafür muß ich wohl in diesem Leben ein paar Karmapunkte sammeln.
Sag mal, du hast Dich doch so gut mit Exes Kindern verstanden, wäre das nicht etwas? Vielleicht hat deine Stadtbibliothek ja noch einen Platz frei, die organiseiren doch auch immer so Kindernnachmittage? Einmal die Woche für zwei Stunden dort aushelfen? Könnte das gehen?
Und wie gesagt, wenn gar nichts geht, dann ist doch eine Tagesklinik gar nicht so schlecht. Wenn wir richtig krank sind, dann müssen wir alle eben auch mal ins Krankenhaus. Genesung braucht viel Aufmerksamkeit und auch sehr viel Zeit.
Ich drück Dich.
PS: und ja ich war nicht nur ein bißchen anmassend sondern sehr.

Das hast Du sehr gut wahrgenommen. Aber ein bißchen war der andere Beitrag darauf ja auch angelegt, nicht wahr

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