Zitat von Atomicblue: Meine Freundin meinte gestern auf der Fahrt mehrmals, dass der sich noch wundern wird. Das fühlt sie ganz fest
Recht hat sie, Atomicblue.
Und zwar nicht nur, was das Geld angeht. (Denn die Mehrheit der Trennungsväter finden jeden Euro, den sie noch an die "alte" Familie oder Kinder abgeben müssen, zu viel).
Der wird vor allem merken, dass das, was er unter Familie und "Kinder haben" versteht, in all den vielen Jahren durch Dich erschaffen und von Dir an ihn vermittelt wurde. Das Projektmanagement, die emotionale Ernährung der Familie, das Erschaffen von Ritualen und Wärme. Er wird nur spüren, dass das jetzt weg ist, aber nie verstehen, woher das die ganzen Jahre kam.
Ihm war es ja schon zu viel Mühe, Dir in einer Lebenssituation mit Jobverlust, Trauerfall und ambivalenten Gefühlen beizustehen und Dich aufzufangen und zu nähren. Ganz im Gegenteil, hat ihn die geringere Zufuhr, die Du ihm verschaffen konntest, weil Du Kraft für Dich selbst bräuchtest, dazu gebracht, sofort genervt und unreflektiert eine Ersatzzufuhr durch eine andere Frau zu suchen. Aus sich selbst heraus kann er also diese mentale und emotionale Kraft gar nicht entwickeln, die er bräuchte, um den Kindern selbständig ein präsenter Vater sein zu können.
Das Schöne für Dich ist, dass Du, sobald Du ihm nicht mehr beim Leerlauf vor dem PC zusehen musst, einen emotionalen Kostgänger weniger auf Deiner Liste hast.
Preisfrage: Wäre Dir so ein sich den Gefühlen und Energien unbewusster Mann überhaupt als Ehemann passiert, wenn Du nicht in einer Familie aufgewachsen wärst, in der Gefühle und Energie instrumentalisiert wurden?
Zitat von Atomicblue: Und gestern hat er meine Wohnung gesehen und meinte „Die sei aber groß“…und das hätte ich ja nicht machen müssen sowas Großes mieten. .
Er träumt davon, dass Du schon noch merken wirst, was Du an ihm hattest. Er hält seinen Beitrag an der Ehe und Familie für wesentlich größer, als er tatsächlich war. Kann Dir aber künftig egal sein. Du wirkst wie eine der Frauen, die nach einer Scheidung aufblühen, tolle Reisen unternehmen, einen bunten Freundeskreis um sich scharen, viel ausprobieren und noch weiterwachsen, wenn sie schon 70 sind.
An Deiner Stelle würde ich mir auch ein Silvester suchen, das zu mir passt und die Kinder dazu einladen. Den Ex aber nicht.