Zitat von hotte:Ich hoffe es geht dir heute wieder besser. Das mit dem Wetter ist natürlich oll, aber es gibt ja viele kleine Dinge die man machen kann um sich selbst ein wenig "sonne" ins leben zu zaubern. Ich hab Freitag spontan das Bett frisch bezogen weil in frischer Bettwäsche schlafen einfach himmlisch ist. das ...
@hotte
Ich danke Dir.
Mir ist selber bewusst dass es auf Dauer so nicht weiter gegangen wäre.
Mich belastet nur eben auch, dass er nie mal angesprochen hat, was ihm auf der Seele liegt. Sondern ewig geschwiegen hat, sich dann eine andere angelacht hat, mit der er mich erst mal genüsslich eine Weile betrogen hat bevor er die Trennung aussprach.
Als ob er sich erst mal auf sicheres Terrain begeben wollte, um in ihre Arme/Gegend/Wohnung flüchten zu können wenn es hier endgültig wird.
Davor hatte er immer Themen rund um seine Selbstständigkeit.
Ich weiss inzwischen mehr über seine Kundinnen und Kunden - wer da welche Probleme hat, wer den Sanierungsplänen nicht nachkommt, wen er neues an Land gezogen hat und wer da mit wem eine Liebschaft hat.
Aber viele andere Dinge hat er mir nie groß kommuniziert.
Zum Beispiel brach ihm mal ein wichtiger Kunde weg, das hat er mir nicht kommuniziert.
Oder manche kleineren Krankheiten die er hatte, zB Hautreizungen wegen seiner Zuckerkrankheit.
Als ihm der Kunde wegbrach, habe ich in dem Zeitraum mal vorgeschlagen ob wir uns mal eine neue Küche anschaffen wollen, die alte ist nun auch rund 20 Jahre alt und hat zwei Umzüge hinter sich. Der sprang mir fast ins Gesicht und ich wusste damals nicht warum er jetzt so aus der Haut fährt.
Später erfuhr ich das mit dem Kunden und habe noch gefragt, warum r mir denn das nicht gesagt hat. Dann hätte ich natürlich gar nicht an solche Dinge wie mit der Küche gedacht.
Und so war es in den letzten zwei Jahren oft - wir kabbelten uns wegen Blödsinn. Weil der Kühlschrank in seinen Augen falsch eingeräumt war, wegen der Kinder, wegen unsinnigen Dingen...er pflaumte mich abends an als ich vom Büro kam, dass die Kinder irgendwas im Flur haben rumliegen lassen oder dass die Milch auf der Anrichte stand. Und dass ich das doch sehen müsste. Ihm, nein, wenn ich jetzt erst nach Hause komme.
Und entsprechend gelaunt war ich dann freilich auch. Zudem kam der Tod eines Elternteils, das >Genicke mit meiner toxischen Mutter, die Jobsuche nach der Insolvenz meines vorigen Arbeitgebers...aber ich war nie unfair ihm gegenüber oder habe ihn betrogen. ich war eher müde und erschöpft.
Nur seine Antwort war oft: Ihm geht es genauso.
Und ich habe ihn geliebt,. Aber hätte auch selber mal jemanden gebraucht der mich als Frau sieht und mal in den Arm nimmt und zeigt was ich ihm bedeute.
Und nicht nur als Magd, Mutter und Putze. Oder gelegentlich für 6, wo er nur abends meinte dass jetzt noch gep*ppt wird. ich war kaputt und so eine Aufforderung ist dann eher...naja.
Tja..
Und was die Sache für mich im Moment noch erschwert, weswegen ich auch in der Wohnung da unglücklich bin:
Diese Gegend ist nicht meine Gegend. Und wird es auch nie werden.
Wir sind damals hierhergezogen, als er noch dort angestellt war. Dann kam das erste Kind, er machte sich selbstständig, hatte dort bereits das Haus..er kommt auch aus einer ganzen anderen Ecke.
Nun bin ich aber noch die nächsten 8-10 Jahre hier "verhaftet", bis unser Sohn die Schule durch hat.
Mich zieht es eher nach Süddeutschland (Oberbayern, Allgäu oder auch Bodensee). Dort liebe ich die Natur, die Traditionen. Da fühle ich mich wohl.
Die Wohnung ist hübsch und viele sage mir, dass sie mich beneiden.
Aber ich bedauere dass ich hier jetzt noch leben "muss", Miete zahlen "muss" (an meinem Wunschortb hätte ich da lieber gekauft, hier will ich nicht kaufen und ich möchte mich später auch hier nicht um ein Mietobjekt kümmern müssen)
Aber ich denke mir oft, wenn die Kinder schon öfter wären, dann wäre ich weggezogen und zwar dorthin wo es mir gefällt.
Ich habe hier null Lust, es gibt auch wenig zum Ausgehen was mich interessiert.
Es gibt nette Menschen aber die haben alle auch so viel zu tun, arbeiten wie ich oder sind in ihren eigenen Kram so eingebunden, dass man eher eine Audienz beim Papst bekommt als mal einen Kaffee zu trinken.
Oder auch wenn mir Freunde und Kollegen sagen, dass ich vielleicht mal wieder jemanden kennenlerne - das will ich überhaupt nicht. Zum einen weil er mir trotz allem nicht egal ist.
Und zum anderen würde mich eine Beziehung hier in der Gegend wieder nur verpflichten und dann geht später das Theater los, wenn ich wegziehen möchte.
Oh Mann, Kopfchaos.