Silverblue
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Ich habe mich Anfang Jahr nach einer einjährigen Beziehung von meinem Ex getrennt und im März endgültig den Kontakt abgebrochen. Er gaukelte mir vor, ein völlig anderer Mensch zu sein als er in Wirklichkeit ist. Er hat mich bei gewissen Themen aktiv angelogen und andere Sachen einfach verschwiegen, während wir viele dieser Dinge im Laufe unserer Beziehung angesprochen haben und ich sehr ehrlich bezüglich dieser Themen war, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich für oder gegen diese Beziehung zu entscheiden (habe dies so kommuniziert). Fakt ist, er ist mitte 40ig und hat sein Leben überhaupt nicht im Griff. Er gibt Geld für unnötige Sachen wie eine teure Fotoausrüstung aus und kriegt dann eine Betreibung für die Steuern - weil er sie nicht zahlen kann. Seine laufenden Kosten sind viel zu hoch für das was er verdient, weil er sich unter anderem ein super schnelles Internet und ein teures Handyabo leistet, aber dafür war er seit Jahrzehnten nicht mehr beim Zahnarzt (man sieht es seinen Zähnen an) und hat die allergünstigste Krankenversicherung, die wegen jeder Kleinigkeit Probleme macht. Er hat keine Ordnung in seinen Unterlagen wie Versicherung, Rechnungen etc. Er hat massivste psychische Probleme von denen er mir kein Wort erzählt hat, obwohl ich sehr offen bezüglich meiner vergangenen Depression und meiner bis heute andauernden psychiatrischen Behandlung war. Ich habe ihm klar gesagt, welche Auswirkungen einen (eher unwahrscheinlichen) Rückfall hat und er sich überlegen müsse, ob er sich unter diesen Umständen eine Beziehung vorstellen kann.
Als das alles nach und nach herauskam, brauchte ich eine Weile um mir einzugestehen, dass ich mich trennen darf wenn ich nicht glücklich bin und - nachdem ich ihm erst helfen wollte - ich das Recht dazu habe, einen Menschen, der in einer solchen Situation steckt, nicht in meinem Umfeld haben zu wollen, egal wie mies es ihm geht.
Seit ich keinen Kontakt mehr zu ihm habe, geht es mir blendend. Keine Schuldgefühle mehr, weil er eine Kleinigkeit, welche ich gesagt habe, in den falschen Hals gekriegt hatte und ich Schadensbegrenzung betreiben musste, keine verbalen Angriffe mehr. Wenn ich schon nur an ihn denke, ekelt es mich. Das Problem ist, wir sind im selben Verein, in dem ich sehr involviert bin und auch viele Freunde habe. Ich sehe ihn im Schnitt einmal im Monat am Stammtisch (an dem er erst teilnimmt seit wir zusammengekommen sind während ich seit Jahren regelmässig gehe) und schon nur wenn ich ihn sehe, könnte ich kotzen. Wenn er seinen Mund aufmacht würde ich am liebsten weglaufen. Die Art wie er aussieht und sich kleidet löst bei mir Brechreiz aus. Wenn ich weiss, dass ich ihn demnächst sehe, habe ich Alpträume, wo ich im Traum immer noch mit ihm zusammen bin aber mit den Ekelgefühlen von heute. Manchmal sind wir auch verheiratet und ich will mich scheiden lassen, was aber ewig dauert.
Ich verstehe diese starken Gefühle nicht und weiss erst recht nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich habe mich getrennt, ich bin ihn los und bin daran, meine Wohnung anders umzugestalten.
Am besten wäre es wohl, dem Verein ein paar Monate den Rücken zu kehren, damit ich den Ex nicht mehr sehen muss. Aber ich bin schon aus einem Organisationskomittee ausgetreten weil er dort auch drin war. Ich müsste die Organisation sämtlicher Anlässe abgeben.
Es ist, als ob ich ein Jahr lang die "red flags" ausgeblendet habe, wie eben seine Erscheinung, seine schlechten Zähne, die Tatsache dass er allen anderen die Schuld für sein Leben gab. Und auch seine teure Computeranlage obwohl er in einer Branche arbeitet, die für seine schlechten Löhne bekannt ist.
Ich weiss schlicht nicht mehr weiter. Daher gilt für euch: Her mit euren Anregungen, Kommentaren, etc.
Liebe Grüsse Silverblue