@Pfefferkuchen
Oh, nun wird einiges etwas deutlicher.
Zu ihm:
Du kannst prüfen, was ich nun berichten werde, da es diverse Studien gibt. Jungs, die ohne Vater und zudem auch ohne väterliche Ersatzrolle bzw einen männlichen Orientierungspunkt aufwachsen, sind häufig verhaltensauffällig. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und die konkreten Zahlen kannst Du Dir aus Google ziehen, aber statistisch weisen Jungen bzw Männer die nur mit der Mutter aufwuchsen, eine erhöhte Kriminalitäts- bzw. Gewaltneigung auf. Ich sage nochmal, das trifft natürlich nicht auf jeden zu. Jungen ohne Vater sind in der Schule häufig rebellenhafter, renitenter und frecher. Begründet wird dies damit, dass den Jungen bei der Entwicklung der männlichen Identität das Vorbild fehlt, da ja auch im Kindergarten und in der Schule mehr Lehrerinnen als Lehrer anwesend sind. Zudem können die Alleinerziehenden Mütter den Jungen unmöglich ein Ersatz des Vaters sein. Zu guter Letzt und nun wird es richtig interessant, fehlt es an einem narzisstischen Begrenzer. Heißt, der Vater hat in einer üblichen Familie eben diesen Einfluss auf den Jungen, wenn dieser anfängt die eigenen Grenzen auszuloten.
Wo ist die Parallele zu Deinem Freund? Der Vater hat sich nach der Trennung zwar gekümmert, konnte aber ggf das Überbehüten auf der einen Seite und das starke in die Verantwortung nehmen der Mutter nicht kompensieren. Wenn Kinder im Haushalt früh als Ersatz des Partners herhalten müssen, kann das zu sehr selbstständigen Erwachsenen führen aber auch zu solchen, die sich übermäßig vereinnahmt gefühlt haben. Das die Mutter nie wieder einen Partner hatte, ist insofern schade und auffällig. Mich erinnert das sehr an meinen Ex, wo es genauso lief, nur das die Mutter den Kontakt zum Vater unterbunden hatte. Mein Ex war nicht aggressiv, aber mit seinen fast 40 Jahren rebelliert er immer noch mit diversen Verhaltensweisen gegen seine ünergriffige Mutter mit gleichzeitiger Behauptung sehr autonom und souverän zu sein. Ähm, nein
Der Umgang Deines Freundes mit Alk und mit seiner Mutter und die fehlende Abgrenzung beider zueinander, ist einfach auffällig. Zudem geht es gar nicht, rumzuschreien. Das Du das nun etwas in Schutz nimmst, ist nachvollziehbar. Schließlich willst Du weiterhin an ihm und das Gute in ihm festhalten und Du hast selbst Erfahrungen mit Gewalt in der Familie gemacht. Als Du Kind gewesen bist, was es quasi normal. Da kann man später als Erwachsene schon mal eine zu hohe Toleranz entwickeln oder sehr sehr feine Antennen haben. Wo Du Dich verortest, musst Du für Dich schauen.
Eines ist meist sicher. Wird solch eine Vergangenheit nicht gründlich aufgearbeitet, wiederholt man sie irgendwie.
Deine Mutter scheint narzisstische Tendenzen zu haben. Ich wollte es in den ersten Beiträgen nicht erwähnen, weil es einfach zu oft zu schnell pseudo-diagnostiziert wird. Daher sage ich mit allergrößter Vorsicht, schau doch mal im
Netz nach verdecktem Narzissmus. Vielleicht kannst Du Parallelen herstellen zu Deinem Freund.
Wenn Du nicht so tief in die Materie einsteigen willst oder es schon getan hast, auch gut. Nur sei einfach aufmerksam mit Deinem Freund, es scheint Obacht geboten.