KPeter
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Zitat:>>Mein Mann und ich leben gut zusammen und ich glaube nicht, dass ich nochmal im Leben jemanden finde, der so gut zu mir ist. Das will ich nicht aufgeben. Aber wie kann ich mir selbst verzeihen? Wie kann ich meine absolut zerstörerischen Gefühle für Thomas abstellen? Wie kann ich meine Ruhe wieder finden?<<
Antwort: Indem du dich dazu entscheidest, das zu WOLLEN. Indem du deine Gefühle sehr genau anschaust, herausfindest, wie sie entstanden sind und sie dann nach und nach gehen lässt. Das ist ein Prozess, aber du müsstest JETZT damit anfangen.
Thomas ist und war nicht dein Erlöser, denn er wollte dich nicht. Und damit war eigentlich alles gesagt. Du hast dich dann erniedrigt und erniedrigen lassen, weil du in ihm etwas gesehen hast, das er nie war. Du hast all das, was dir in deiner Ehe mittlerweile fehlte, auf ihn projiziert und dort fügte es sich gut ein, passte, und machte ihn zu einem wunderbaren Mann.
Deine Aufgabe besteht also zunächst darin, diese ganzen Projektionen aus seinem Bild wieder zu entfernen. Und nie war das leichter als heute, wo dir seine ganze Armseligkeit bei seinem Wunsch nach nächtlichen TS klar wurde. Da war ungeschützt sichtbar, was er in dir sah. Und wenn du dieses Bild nicht so schnell wieder verdrängst wie die anderen Verletzungen durch ihn, dann besteht eine Chance, jetzt den Absprung zu schaffen und zwar endgültig.
Klar, irgendwann wirst du dir auch mal vergeben müssen, was du da gemacht hast, aber das muss nicht jetzt sein. Du wirst auch einiges tun müssen, um deinen Mann nicht als praktische Lösung ohne großen Aufwand zu benutzen. Das hat er nämlich nicht verdient. Es steht noch eine ganze Reihe von Aufgaben vor dir. Aber vor all dem steht die Entscheidung, es JETZT zu wollen und dieses Mal auf keinen Fall wieder in die alte Sehnsucht zurück zu fallen. Eine Sehnsucht nach etwas, das Thomas nie war und auch nie sein musste, denn du hast es ja freundlicherweise in ihn hinein projiziert. Du hast ihn dir schöner, perfekter und liebenswerter gemalt, als er je sein konnte. Und damit hörst du jetzt auf. Dann ist der Anfang gemacht. Alles andere kommt Schritt für Schritt danach allerdings nur, wenn dein Mann das auch jetzt wieder mitmacht, denn auch seine Grenze wird irgendwann erreicht sein. Hat er von der nächtlichen Unternehmung was mitbekommen?
Zitat:>> Das schlimmste ist, ich liebe Thomas immernoch.<<
Stopp! Mit diesem Unsinn musst du nun wirklich aufhören. Werde wach und versuche die Gefühle, die du da für Liebe hältst, mal genauer anzuschauen. Das kann helfen. Ich hoffe es.
Zitat:>>Blöderweise hielt ich Kontakt zu Thomas. Immer in der Hoffnung, das doch noch was aus uns wird. Natürlich wurde nichts draus. Meine Gefühle für ihn sind aber nie ganz verschwunden. Er hatte in der Zwischenzeit mehrere kurze Beziehungen und jedes mal litt ich wie ein Tier. Immerwieder aber scheiterten seine Liebschaften und jedes mal danach begann er wieder mit mir zu schreiben oder sogar zu telefonieren.<<
Wer sich so benutzen und demütigen lässt und dann immer noch hofft, erhört zu werden, der muss für das, was er da fühlt, logischerweise einen sehr starken Begriff finden. Und da fällt einem natürlich die LIEBE ein. Sei getrost, damit hat es nichts zu tun. Man kann versuchen herauszufinden, was es wirklich war. Aber wichtiger ist, SOFORT damit aufzuhören und die ganze Aufmerksamkeit dem zu widmen, der geduldig wartet und an deiner Seite lebt. Er ist es wert geliebt zu werden. Und wenn deine Vorstellung von Liebe auf ihn zu Zeit nicht passt, dann wird das wahrscheinlich an deiner Vorstellung von Liebe liegen. Siehe oben.
Ich hoffe sehr, du schaffst das jetzt!