Zitat von Kummerkasten007:Warum sind sich hier alle sicher, dass diese Person reale Probleme hat und nicht einfach nur süchtig nach Aufmerksamkeit ist?
Ich bin mir da überhaupt nicht sicher. ich schreibe bewußt von dargestellter Sachlage, vermeintlicher Geschehnisse etc. ABER: es ändert für mich wenig.
Ich habe es neulich schon mal ausführlicher beim Morbus-Aufklärungs-Live-Ticker, welchen es so nicht mehr gibt, beschrieben:
Es gibt im Prinzip zwei Grundmotivationen bei solcherlei Flunkerei. Entweder steht dahinter echtes Leid aber große Hilflosigkeit, welcher Form auch immer. Dann ist es auch Aufgabe des Forums in seiner Gesamtheit, das ein Stück weit auszuhalten (nicht zu verwechseln mit hinnehmen etc dazu gleich), weil das hier nun mal ne Anlaufstelle ist, für Leute, denen es schlecht geht. Wer so etwas macht, dem geht es offensichtlich nicht gut.
Wenn die Motivation dagegen aber ich greife Ego-Streicheln, Aufmerksamkeit etc mit einer erfundenen Geschichte in einem Internetforum von wildfremden Leuten ab, die sich hier versammeln, weil es allen auf die eine oder andere Art und Weise um die Verarbeitung sehr unschöner Dinge geht, dann ist das für mich ne arme Sau. Ich habe neulich den Vergleich gezogen, daß so jemand auch kleinen Kindern, das Eis wegnimmt und ich (!) finde, das ist ein passender.
Viel wichtiger aber, mir ist das recht Wurscht, denn es betrifft mich außerhalb einer 5minütgen Aufregung, oh oarg, nicht. Warum nicht? Weil ich nicht mit dem Wissen leben muß, daß ich die Art von Mensch bin, die so etwas tut. Jeder, der so etwas macht, weiß (!) tief im Inneren, wie albern, gemein und wahlweise mies das ist.
Und was wenn nicht?
Zitat von Uta:Darfst du gerne. Ich mag ehrliche Menschen, ganz einfach. Menschen die zu ihrer Geschichte stehen und nicht nur hier posten um Aufmerksamkeit zu heischen. Es soll Menschen geben, die machen sowas absichtlich und freuen sich einen Ast, wenn die Leute darauf reinfallen. Abgesehen davon, dass die Storys stets vor Opfer-Leid triefen und immer ein wenig anders sind.
Danke für Deine Antwort, über die habe ich erst einmal in Ruhe nachgedacht. Meine erste Reaktion wäre nämlich gewesen, natürlich bevorzuge ich ebenfalls ehrliche Menschen

Aber ich glaube, das greift zu kurz.
Was ich von solchen Menschen, die so etwas absichtlich tun halte, habe ich ja eben (oben) schon gesagt. Mir scheint aber, Du wirfst eine interessante und spannende Frage auf, nämlich die, ob ich nicht durch eine freundliche Reaktion meinerseits auf zB das Verhalten der TE hier (wenn sie es denn war), dieses honoriere, sie vielleicht ermutige. In jedem Fall aber würde ich wenig richtiges Verhalten belohnen.
Das finde ich einen extrem spannenden und wirklich berechtigten Einwand.
Zunächst, ist es schon so, daß ich wirklich glaube, daß Umgang mit solchem Verhalten höchstpersönlich ist. Das kann, darf und muß jeder für sich entscheiden. Müssen insbesondere weil wir nun mal in einem Internetforum sind und es jederzeit bei jedem Teilnehmer möglich ist, daß dieser sich als tippende Grinsekatz mit zu viel Zeit und zu wenig Silbertalern für ne echte Schreibwerkstatt in der Pfote entpuppt.
Die Forenregeln weisen explizit darauf hin, daß dies hier kein geschützter Raum ist und sie mahnen beständig an, daß Vorsicht noch immer die Mutter der Porzellankiste sei.
Nun aber: belohne ich regelwidriges Verhalten? Das und da hast Du völlig Recht, kann man durchaus unterschiedlich sehen.
Ganz blöd formuliert: Wenn ich mir also endlich irgendwann mal den Hund zulegen würde, den ich neben meiner Katze gern hätte, dann müßte ich diesen erziehen. Bei Erziehung geht es zu einem großen Teil auch immer um Schutz. Ich muß dem Hund bestimmte Dinge beibringen, damit dieser sich nicht unnötig in Gefahr bringt, wir in Gefahrensituationen sinnvoll im Team agieren und weil Hunde nun mal auch nach dieser Form von Lernen trachten, sonst geht es denen recht schnell nicht besonders gut. Will sagen, es gibt Momente, in denen habe ich einen Erziehungsauftrag, den muß ich wahrnehmen, damit es dem anderen gut geht.
Diesen Erziehungsauftrag habe ich aber so gegenüber Leuten, mit denen ich einfach nur so interagiere nicht. Im allgemeinen Umgang muß ich nicht erziehen, sondern nur darauf achten, daß ich meine Grenzen wahrnehme (spüre), um sie dann sozial adäquat wahr zu nehmen (Abgrenzung).
Du hast aber sicher einen Punkt: inwieweit bestärke ich durch meine eigene Indifferenz Verhalten, welches eher weniger zielführend ist, ermögliche daher solches Verhalten?
Weißt Du, dies ist tatsächlich eine Frage, die sich bei längerer aktiver Zugehörigkeit im Forum immer wieder stellt.
Es gab mal eine Geschichte (schon etwas länger her), die war eigentlich nur eine von vielen, aber die TE hat es über Wochen nicht geschafft auch nur im Ansatz einen klitzekleinen Schritt nach vorn zu machen und sich statt dessen tiefer und tiefer in einem niemand kann mir helfen, selbst die Profis nicht, weiter und weiter nach unten zu drehen, da stellt sich natürlich die Frage, wie viel Mitgefühl ist da hilfreich. Macht Aufmerksamkeit nicht alle schlimmer.
Es ist ein Laienforum, aber ein ziemlich gutes

Wie wäre es mit der Vogelperspektive auf Langstrecke gesehen? So lange meinem hallo Shedia schön, daß Du wieder da bist, Dein Du schon wieder, na wie lange bleibst und biste diesmal ehrlich, gegenübersteht und wir beide auch noch mal auf uns selbst schauen und davon ausgehen, daß es ja nen Grund gibt, warum Du noch hier bist und ich noch hier bin, wir das aber vielleicht, wenn sich die Dinge tatsächlich mal weiter entwickeln auch nicht mehr sind, so lange machen wir vielleicht nicht als einzelne aber zusammen keinen schlechten Job.
Danke für die spannende Frage.
Ich hoffe trotzdem, daß Shedia zurückkommt, denn sie scheint mir ziemlich unglücklich.